Tagsüber mit Bohrer – abends mit Bass und Band auf Tour

Dr. Cyrus Alamouti (Foto: Oliver Nauditt)

Dr. Cyrus Alamouti (Foto: Oliver Nauditt)

Dr. Cyrus Alamouti aus Köln ist Zahnarzt – aber nicht nur das: Nach dem Tag in der Praxis tauscht er Mundschutz und Turnschuh gegen Lederjacke und Boots und den Bohrer gegen Gitarre oder Bass. Dr. Alamouti ist nämlich auch Musiker – und zwar ein sehr erfolgreicher. Mit seiner Band Stone Diamond geht er in diesem Jahr auf Deutschlandtournee. Doch damit nicht genug: Um in seiner Praxis auch gute entspannende Lounge-Musik abspielen zu können, komponierte der kreative Kölner einfach selbst die passenden Songs und brachte den Lounge-Sampler Chill Out Cologne Vol. 1. heraus. Wie er Praxis und Musik verbindet, erläutert Alamouti im folgenden Interview mit Chance-Praxis-Redakteurin Monia Geitz. Sie möchten eine von drei CDs Chill Out Cologne Vol. 1. gewinnen? Dann kommentieren Sie doch einfach diesen Beitrag und schreiben uns, warum Sie eine CD haben möchten. Unter allen Lesern, die diesen Beitrag kommentieren, verlosen wir drei CDs.

Die Band "Stone Diamond" (Foto: Tom Hagemeyer)

Die Band „Stone Diamond“ (Foto: Tom Hagemeyer)

Monia Geitz: Dr. Alamouti, wie sind Sie zur Musik gekommen?
Dr. Cyrus Alamouti:
Bei uns zu Hause lief eigentlich immer Musik. Wenn Gäste kamen, packte stets jemand eine Gitarre aus, und so kam es, dass ich irgendwann meinem Onkel auf die Finger schaute, mitspielte und sang.

MG: Welches sind Ihre musikalischen Vorbilder?
Dr. Alamouti: Mein Bruder hat schon sehr früh viele Soulplatten aus den USA mitgebracht, und wir hörten James Brown, Prince, später Lenny Kravitz und die Red Hot Chilli Peppers.

MG: Komponieren Sie auch selbst?
Dr. Alamouti: Ja. Ich habe schon mit 13 Jahren meine erste Band gehabt und eigene Songs geschrieben.

MG: Wie lässt sich Ihre Musik stilistisch einordnen?
Dr. Alamouti: Da ich selbst fast alle Musikrichtungen höre, produziere ich Künstler der unterschiedlichsten Genres mit Schwerpunkt Pop/Rock/Soul.

MG: Welche Rolle spielt die Musik in Ihrem Leben?
Dr. Alamouti: Eine sehr große Rolle, denn sie ist für mich gleichzeitig Leidenschaft und Ausgleich zum Beruf. Ich singe, spiele Bass und Gitarre.

MG: Mit welchen Musikern spiel(t)en Sie zusammen?
Dr. Alamouti: Ich habe schon mit Musikern der Stefan Raab Band gespielt, mit dem Schlagzeuger Ricky Lawson, der unter anderem bei Michael Jackson und Whitney Houston spielte, mit dem Saxophonisten von Herbert Grönemeyer, dem Percussionisten Rhani Krija von Sting etc.

MG: Wie und wo arbeiten und produzieren Sie?
Dr. Alamouti: Meine Gemeinschaftspraxis mit Schwerpunkt Ästhetik und Endodontie liegt im Mediapark 4d in Köln. Meine Musikproduktionen finden im hauseigenen Studio statt, das ebenfalls im Zentrum von Köln liegt – das spart Wege, und ich kann sofort loslegen, sobald die Kinder im Bett sind.

Die moderne Praxis von Dr. Cyrus Alamouti in Köln (Foto: Heike Stachowiak)

Die moderne Praxis von Dr. Cyrus Alamouti in Köln (Foto: Heike Stachowiak)

MG: Wie sind Sie zur Zahnmedizin gekommen?
Dr. Alamouti: Ich komme aus einer reinen Medizinerfamilie. Meine Mutter, mein Onkel, meine Tante und mein Cousin sind Zahnärzte. Mein Vater, mein Bruder und weitere Cousins sind Humanmediziner.

MG: Wie lässt sich Ihre Liebe zur Musik mit dem Beruf des Zahnarztes verbinden?
Dr. Alamouti: Jetzt, wo die Familienplanung, sämtliche Spezialierungen und die ersten sechs Jahre Selbstständigkeit erfolgreich abgeschlossen sind, habe ich wieder die Freiheit, mittwochs, freitag und gegebenenfalls am Wochenende zu produzieren oder aufzutreten. Das geht alles allerdings nur mit Genehmigung meiner Frau und meines Praxispartners, guter Organisation und einem tollen Netzwerk von professionellen Musikern.

MG: Wie sieht ein typischer Tag aus, an dem Sie die Zahnarztpraxis und das Musikstudio verbinden?
Dr. Alamouti: In unserer Praxis geht es meistens sehr ruhig zu, da wir eher lange Sitzungen mit wenigen Überweisungspatienten haben, die wir dann unter dem Mikroskop behandeln. Häufig treffe ich mich dann zum Mittagessen mit Künstlern oder anderen Kreativen, um neue Projekte zu besprechen. Vieles an Koordination geschieht dann auch über E-Mail, zum Beispiel PR-Kampagnen etc.

MG: Wie klingt Ihre aktuelle Band?
Dr. Alamouti: Meine aktuelle Band Stone Diamond ist eine klassische Rockband. Unsere nächste Platte erscheint am 13. März 2015 bei Motor, Berlin. Das ist dann die zweite CD mit dieser Band. Mit früheren Projekten wie Detached gab es fünf CDs und einige andere mit unterschiedlichen Künstlern. Mit Chill Out Cologne kommt die erste CD.

MG: Wie oft stehen Sie mit Ihrer Band auf der Bühne?
Dr. Alamouti: Seit März/April sind wir auf Deutschlandtournee, die Termine sind unter www.stone-diamond.com veröffentlicht (nächstes Konzert: c.ult – chamber unlimited e.V., Johannisstraße 36, 33611 Bielefeld, Anm. d. Red.). Ansonsten bin ich doch lieber mit jungen Talenten im Studio und in der Nähe meiner Familie.

MG: Unterscheiden sich die CDs stilistisch?
Dr. Alamouti: Total – von Hip/Hop, Soul-Funk zu Rock und jetzt auch noch Chill out mit klassischen Instrumenten.

MG: Was gab den Ausschalg, nun eine Chill-out-CD zu produzieren?
Dr. Alamouti: Da bei uns in der Praxis schon seit Jahren Chill-out- und Lounge-Music im Hintergrund läuft, und die Mitarbeiterinnen mal nach neuen Samplern fragten, kam ich auf die Idee, einmal beide Leidenschaften miteinander zu verbinden. Ich zapfte also mein ganzes Netzwerk an Musikern an, schrieb 15 Songs und nahm 80 Minuten entspannte Popmusik auf. Die Idee war hier zunächst „from Dentist to Dentist“, bis ich den Veneer-Pabst Klaus Mütherties kennenlernte. Er steuerte noch Kunstwerke aus seiner Artoral-Reihe hinzu, und somit konnten wir auch noch eine Brücke zu den wichtigsten Partnern der Zahnärzte schließen – den Zahntechnikern!

MG: Wie sind Ihre Pläne für die Zukunft – musikalisch und zahnmedizinisch?
Dr. Alamouti: Die Pläne sind zunächst, das „Dental-Chill-out-Konzept“ in der Zahni-Welt bekannt zu machen. Hierfür haben wir schon einige Partner aus der Industrie gefunden und sind gerade mit einem der Großen im Gespräch. Es wäre toll, wenn ich hierfür langfristig Sponsoren und Abnehmer finden würde, um weiter talentierte Musiker fördern zu können und die zum Teil teuren Produktionskosten zu decken.

Zahnmedizinisch werden wir uns weiter fortbilden, mehr Live-Kurse zur Endodontie in unseren Räumen anbieten und Spaß an ästhetischen Herausforderungen haben. Wir haben das Glück, mit dem Artoral-Techniker Dieter Schütz einen fantastischen Nonprep-Veneer-Künstler gefunden zu haben und werden auch diesen Bereich weiter ausbauen.

MG: Herr Dr. Alamouti, vielen Dank für das Interview!

Chill Out CologneMit der Compilation „Chill Out Cologne“ stellen sich erstmals die momentan angesagtesten Künstler der Kölner Pop- und Electronic-Szene vor. Die CD vereint echte Popsongs mit tiefergelegter Chill-out-Atmosphäre – Vocal Chill-out zum Loungen und sich Wohlfühlen, irgendwo zwischen Minimal-Electro, House und Pop.Komponiert, produziert und aufgenommen wurde die 15 Tracks umfassende Zusammenstellung von Cy Alamouti, dem kreativen Kopf hinter dem Davin Enterprises-Label und der Band Stone Diamond, coproduziert und abgemischt von Tobias Philippen (Keyboarder u. a. bei Bosse, PeterLicht, Sommerplatte). Die Aufnahmen fanden zum Teil im legendären Kölner Maarwegstudio 2 statt, in dem schon BAP, Jupiter Jones oder die Guano Apes standen. Für das stimmige Artwork zeichnet der renommierte Kölner Modefotograf und Artdirektor Tom Hagemeyer verantwortlich.Als Instrumentalisten sind auf der CD Rhani Krija (Percussion), Reiner Witzel (Saxophon), Tobias Weidinger (Trompete), Ella Rohwer (Cello), Pauline Moser (Geige/Bratsche), Claus Fischer (Bass) und Hanno Busch (Gitarre) zu hören – Musiker, deren Credits nicht zuletzt Weltstars wie Chaka Khan oder Sting beinhalten. Die atmosphärischen Vocals stammen unter anderem von Anna-Luca, Shanai, Cy, BIK, Emily Intsiful, Ash Lee oder Ray Lozano.Chill Out Cologne erinnert wohltuend an den vergangenen Sommer und macht schon einmal Lust auf den nächsten – angefangen beim sehnsüchtig-melancholischen Opener „Away“ über das soulige Lounge-Duett „For A Lifetime“, das poppig-treibende „Love Stays“ bis hin zum dramatischen, Cello-dominierten „Why“ und schließlich dem sanft-perlenden Instrumental „Serenity“: Pop meets Chill out – herzlich willkommen bei „Chill Out Cologne“!
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