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Auf der IDS 2025 in Köln machte eine auffällige orangefarbene Figur am Stand von Dental Direkt viele Besucher neugierig: die lebendig gestaltete Version der neuen Schienendose. Das Projekt ist kein bloßes Gimmick – es steht für einen zunehmend relevanten Wandel in der Dentalbranche: mehr Kreislaufwirtschaft statt Wegwerfmentalität.
Dental Direkt demonstriert, wie **Materialreste aus dem CAD/CAM‑Workflow** praktisch wiederverwendet werden können und liefert damit ein greifbares Beispiel, wie Kliniken und Labore ihren ökologischen Fußabdruck kurzfristig verringern können.
Vom Frässchutt zur praktischen Schachtel
Im Zentrum der Initiative steht ein einfacher Kreislauf: ungenutzte Reste thermoplastischer Fräsrohlinge werden gesammelt, in der Produktion aufbereitet und zu neuen Schienendosen geformt. Besucher der Messe konnten den Ablauf in einem Begleitvideo verfolgen, das den Weg der Materialien dokumentiert.
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Dental Direkt sammelt die zugesandten Reststücke, sortiert und zerkleinert sie, bringt bei Bedarf neue Farbnuancen ein und verarbeitet das Granulat anschließend im Spritzguss. Heraus kommt das sogenannte DD cube case – eine Schienendose, die sich für Versand und Aufbewahrung zahntechnischer Arbeiten eignet.
Technik und Material: Warum das funktioniert
Der Knackpunkt liegt in der Materialwahl: **thermoplastische Blanks** lassen sich nach dem Fräsen erneut aufschmelzen und so wiederverwenden. Das unterscheidet sie deutlich von ausgehärteten chemoplastischen Werkstoffen, die sich im Regelfall nicht mehr recyceln lassen.
Produktverantwortliche betonen, dass dieser physikalische Vorteil die Grundlage für eine praktikable Recyclingkette bildet – weil die Reste technisch wieder in den Produktionsprozess eingebracht werden können, entstehen kaum zusätzliche Verarbeitungsbarrieren.
Wie Anwender profitieren
Die Recyclingdose ist nicht nur ein Nachhaltigkeitsstatement, sie ist auch alltagspraktisch konstruiert: das Verschlussdesign schützt den Inhalt vor Stößen und Abnutzung und erleichtert den Transport zahntechnischer Arbeiten.
- Prozessschritte: Sammlung → Sortierung → Zerkleinerung → Neueinfärbung → Spritzguss
- Materialvorteil: Thermoplaste sind erneut aufschmelzbar, Chemoplaste meist nicht
- Anwendernutzen: Sichere Aufbewahrung, individualisierbar, wiedererkennbares Branding
- Marktstatus: Bereits mehrere Tausend Dosen im Umlauf; Nachfrage führte zu Sortimentserweiterung
Marktresonanz und Individualisierung
Was als kleine Spielerei begann, hat sich als bemerkenswerter Zusatznutzen entpuppt: Viele Praxen und Labore sehen in der Dose eine Chance zur Markenbildung. Neben Standardfarben lässt sich das Produkt inzwischen mit Praxislogos und individuellen Farbkonzepten ausliefern.
Eine Kieferorthopädische Praxis berichtet, dass personalisierte Schienendosen das Praxismarketing unterstützten und bei Patienten gut ankämen – ein Beleg dafür, dass Nachhaltigkeit und Corporate Identity sich nicht ausschließen müssen.
Farbauswahl und Kennzeichnung im Alltag
Wegen der positiven Nachfrage wurde das Angebot erweitert: Das DD cube case ist mittlerweile in mehreren Varianten und insgesamt elf Farben erhältlich. Das erleichtert nicht nur die optische Anpassung an Praxisdesigns, sondern auch die interne Kennzeichnung unterschiedlicher Arbeitsaufträge im Labor.
Ein Gemeinschaftsprojekt der Branche
Dental Direkt sieht das Projekt als Beispiel dafür, wie nachhaltige Lösungen im Dentalbereich am besten funktionieren: gemeinsam von Herstellern und Anwendern getragen. Die Initiative, erstmals prominent auf der IDS vorgestellt, verbindet Ressourcenschonung mit einem Produkt, das täglich gebraucht wird.
Vertreter aus Laboren und Praxen betonen, dass die Rücknahmeprogramme und die Kommunikation zum Thema Materialkreislauf das Interesse an nachhaltigen Produkten steigern. Dental Direkt plant, den Dialog fortzuführen und komplexe Themen rund um Materialien und Recycling weiterhin praxisnah aufzubereiten.
Die orangefarbene Figur, die das Konzept auf der Messe visualisierte, könnte künftig als wiederkehrendes Vermittlungsinstrument dienen – etwa um nachhaltige Verpackungslösungen verständlich zu machen. Die Entwicklung bleibt damit offen: Das Projekt ist kein Endpunkt, sondern ein erster, sichtbarer Schritt in Richtung mehr Kreislaufwirtschaft in der Dentalbranche.












