Zusammenfassung zeigen Zusammenfassung verbergen
Die Heinrich‑Heine‑Universität (HHU) hat mit dem neuen Lehrgebäude P.A.L.M.E. ein zentrales Zentrum für die medizinische Ausbildung in Betrieb genommen — seit Frühjahr 2025 läuft der Regelbetrieb. Für Studierende und Lehrende bedeutet das vor allem: mehr Platz für praxisnahe Lehre, umfassende Simulationsmöglichkeiten und erstmals gebündelte Kapazitäten für digitales Prüfen.
Worum es konkret geht
Teamroutinen machen Praxisalltag effizient oder chaotisch: Experten nennen klare Regeln
Stillen beeinflusst kindliche Zahnentwicklung: Was Eltern jetzt wissen müssen
P.A.L.M.E. — die Abkürzung steht für „Platz für Austausch, Lernen, Medizin und Entwicklung“ — richtet sich an die rund 3.600 Studierenden der Medizinischen Fakultät und ist offen für Human‑ und Zahnmedizin. Der Neubau vereint mehrere Funktionen, die vormals über verschiedene Standorte verteilt waren.
Das Gebäude war bereits 2016 beschlossen worden; nach der Grundsteinlegung 2021 folgte ein Probebetrieb im Jahr 2024. Träger des Projekts ist das Universitätsklinikum Düsseldorf, finanziert aus einem Landesprogramm zur Stärkung der Lehrqualität in der Medizin.
Was die Räume bieten
Auf mehr als 6.500 Quadratmetern sind drei Hauptbereiche untergebracht: ein Zentrum für digitales Lehren, ein Trainings‑ und Simulationszentrum sowie die makro‑ und mikroskopische Anatomie. Die Ausstattung soll interdisziplinäre Formate und praktische Trainings stärken — vom Simulationstraining bis zu realistischen Prüfungssettings.
| Bereich | Hauptfunktionen | Kapazität / Ausstattung |
|---|---|---|
| Zentrum für digitales Lehren, Lernen und Prüfen | Hörsäle, Seminare, E‑Assessment | 2 Hörsäle, 9 Seminarräume, E‑Assessment‑ und Mikroskopiersaal mit 246 Arbeitsplätzen |
| Trainings‑ und Simulationszentrum | Simulationstraining, Schauspielpatienten, Simulatoren | Offen für alle Studierenden der Fakultät; Modelle und Dummys für praktische Übungen |
| Anatomie | Makroskopische und mikroskopische Lehre | 49 Präparationstische; Platz für bis zu 490 Studierende gleichzeitig |
Praxisnähe und Prüfungslogistik
Das Programm zielt darauf ab, Studierende frühzeitig in interdisziplinischen Settings zu schulen — insbesondere Zahnmedizin‑Studierende in den vorklinischen Semestern sollen hier häufiger gemeinsam mit angehenden Humanmedizinerinnen und -medizinern lernen.
Für die Hochschule hat P.A.L.M.E. eine weitere Bedeutung: die Möglichkeit, an der gesamten Universität vermehrt auf digitale Prüfungen zu setzen. Das könnte Abläufe vereinfachen und die Prüfungsorganisation modernisieren, etwa durch standardisierte E‑Assessments.
Was bleibt außerhalb von P.A.L.M.E.
Trotz der neuen Räume bleibt die praktische Ausbildung feinmotorischer Fertigkeiten unverändert im bereits bestehenden Phantomsaal: Dieser spezielle Trainingsraum für manuelle Techniken wurde 2019 eröffnet und gehört nicht zu P.A.L.M.E.
Der Präparationssaal im Neubau zählt nach Angaben der Universität zu den größeren seiner Art in Deutschland — eine Kapazität, die gerade bei großen Studierendenzahlen Relevanz gewinnt.
Bedeutung für Studierende und Lehrbetrieb
Kurzfristig profitieren Studierende von mehr Übungsplätzen und modernen Prüfungsbedingungen; langfristig können gebündelte Angebote Forschung, Lehre und digitale Services enger verknüpfen. Zugleich stellt die Zentralisierung organisatorische Herausforderungen — etwa bei der Koordination von Raumbelegung und Prüfungszeiten.
Die HHU betont, dass das Gebäude das Ziel verfolgt, Lehre praxisnäher und digitaler zu gestalten, ohne bestehende spezialpraktische Angebote zu ersetzen. Wie schnell und in welchem Umfang digitale Prüfungen oder neue interdisziplinäre Curricula tatsächlich Einzug halten, bleibt eine Frage der Umsetzung in den kommenden Semestern.












