MedUni Wien führt Nachweisheft ein: Relevante Änderung für Zahnmedizin-Studierende im 4. Jahr

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Die Universitätszahnklinik der MedUni Wien hat für das 4. Studienjahr Zahnmedizin ein neues Logbuch eingeführt, das Studierenden und Lehrenden Orientierung in praktischen Lehrveranstaltungen bieten soll. Die Maßnahme startet als Pilotphase im Studienjahr 2026/27 und will vor allem Transparenz bei Anforderungen und Beurteilungen schaffen — ein Thema, das für den Übergang in die Patient:innenbehandlung unmittelbar relevant ist.

Praktische Kompetenzen in der Zahnmedizin entstehen erst durch wiederholte Anwendung von Wissen, feinmotorischer Übung und klinischem Entscheiden. Studierende stehen dabei häufig vor der Frage, welche Leistungen konkret gefordert sind und nach welchen Kriterien sie bewertet werden.

Das neu entwickelte Logbuch ist als strukturiertes Arbeits- und Nachweisinstrument konzipiert. Es begleitet die Studierenden durch zentrale Blöcke des vierten Jahres, dokumentiert Lernfortschritte und formuliert klare Beurteilungskriterien. Lehrende sollen dadurch leichter vergleichbare, kriterienbasierte Rückmeldungen geben können — ohne die klinische Abläufe zu verkomplizieren.

Wer war beteiligt

Initiatorin und Projektleiterin ist die Zahnärztin Tannaz Milani von der Universitätszahnklinik Wien. Begleitet wurde die Entwicklung von Anita Holzinger in ihrer Funktion als Curriculumsdirektorin Zahnmedizin der Medizinischen Universität Wien sowie von Andreas Moritz, dem Leiter der Universitätszahnklinik. Die grafische Umsetzung stammt von Robert Hütter; inhaltlich wurde das Logbuch in enger Abstimmung mit den Koordinator:innen und Lehrenden der einzelnen Blöcke erarbeitet.

Was das Logbuch abdeckt

Der Schwerpunkt liegt auf praxisrelevanten Bereichen des vierten Studienjahres. Neben klassischen Therapiefeldern sind auch Inhalte zur Behandlung besonderer Patientengruppen integriert. Ziel ist eine technische und organisatorische Verknüpfung von Ausbildung und Bewertung.

  • Radiologie, Strahlenschutz & Diagnostik
  • Kariologie, Füllungstherapie & Endodontie
  • Parodontologie und prophylaktische Maßnahmen
  • Restaurative Zahnheilkunde und festsitzende Prothetik
  • Kinderzahnheilkunde
  • Abnehmbare Prothetik
  • Chirurgie (Block Z8) und Kieferorthopädie
  • Patient:innenbehandlung mit besonderen Erfordernissen

Das Logbuch dokumentiert nicht nur einzelne Prozeduren, sondern soll die Entwicklung von Kompetenzen über das gesamte Studienjahr sichtbar machen. Damit rückt die kontinuierliche Leistungsentwicklung in den Mittelpunkt statt isolierter Leistungsnachweise.

Start und Bewertung

Die Erprobung beginnt mit dem Block Z8 (Chirurgie) und läuft über das Studienjahr 2026/27. Parallel ist eine anonyme Evaluation vorgesehen: Studierende können Rückmeldungen zu Verständlichkeit, Nutzbarkeit und Gestaltung geben. Die gesammelten Erkenntnisse sollen in einer Überarbeitung des Instruments einfließen.

Für Lehrende bedeutet das Logbuch eine Vereinheitlichung der Beurteilungspraxis; für Studierende schafft es eine transparentere Grundlage zur Selbsteinschätzung. Ob und wie das Instrument nach der Pilotphase ausgeweitet wird, hängt von den Ergebnissen der Evaluation ab.

Angesichts steigender Anforderungen in der klinischen Ausbildung ist das neue Logbuch ein pragmatischer Versuch, Bewertungsmaßstäbe zu vereinheitlichen und Lernprozesse nachvollziehbar zu machen — ein Entwicklungsschritt, dessen Wirkung sich in den kommenden Semestern zeigen wird.

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