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Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) warnt: Zu viele Verwaltungsaufgaben drücken zunehmend auf Praxisabläufe, Behandlungskapazitäten und die wirtschaftliche Tragfähigkeit von Zahnarztpraxen. Diese Entwicklung hat direkte Folgen für Patientenzugang und die Sicherung von Fachkräften – und damit für die Stabilität des Gesundheitswesens insgesamt.
Wie groß ist die Belastung?
Nach Angaben der BZÄK verbringen Praxisinhaberinnen und -inhaber im Mittel rund sechs Stunden pro Woche mit bürokratischen Aufgaben; hinzu kommen etwa 2,5 Stunden Verwaltungszeit pro Teammitglied. Zusammengerechnet führt das in einer typischen Praxis dazu, dass jede Woche mehr als einen Tag an möglicher Behandlungszeit verloren geht.
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Solche Zeitverluste wirken sofort: Termine werden knapper, Praxen arbeiten weniger effizient, Wartezeiten für Patientinnen und Patienten steigen. Gleichzeitig steigen die laufenden Kosten, weil Personal gebunden ist, das sonst in der Behandlung eingesetzt würde.
Dr. Doris Seiz, Vizepräsidentin der BZÄK, bringt das Problem auf den Punkt: Die Kolleginnen und Kollegen klagen darüber, dass sie zu viel dokumentieren und zu wenig zahnärztlich tätig sein können. Diese Form der Misstrauenskultur koste nicht nur Zeit und Geld, sie beeinträchtige auch die Versorgungsqualität.
Konkrete Folgen
- Für Patientinnen und Patienten: Eingeschränkter Zugang zu Terminen und möglicherweise längere Wartezeiten.
- Für Praxen: Sinkende Effizienz, steigende Betriebskosten und weniger Zeit für Prävention und individuelle Behandlungen.
- Für das Personal: Höhere Belastung, geringere Attraktivität der Niederlassung für junge Zahnärztinnen und Zahnärzte, und vermehrte Frühpensionierungen erfahrener Kolleginnen und Kollegen.
- Für die Kostenträger: Mittel- bis langfristig höhere Ausgaben durch vermeidbare Folgeerkrankungen und ineffiziente Abläufe.
Die BZÄK macht deutlich, dass es nicht allein um eine organisatorische Erleichterung geht: Ein gezielter Abbau von Verwaltungsaufwand könne im gesamten System zu Einsparungen führen. Mehr Behandlungszeit in den Praxen würde präventive Maßnahmen stärken und so langfristig Folgekosten reduzieren.
Woran hakt es?
Hauptkritikpunkte sind redundante Dokumentationspflichten, aufwändige Prüfmechanismen ohne erkennbaren Mehrwert und eine Vielzahl neuer Vorgaben, die zusätzliches Personal binden. Diese Regeln entstehen oft auf unterschiedlichen Ebenen – von Kostenträgern über gesetzliche Vorgaben bis hin zu internen Prüfprozessen – und kumulieren in der Praxis.
Eine spürbare Entlastung erfordert daher nicht nur punktuelle Vereinfachungen, sondern eine koordinierte Überprüfung der Vorgaben mit Blick auf ihren tatsächlichen Nutzen für Qualität und Sicherheit.
Warum das jetzt relevant ist
Angesichts eines bereits akuten Fachkräftemangels und steigender Kosten im Gesundheitswesen sind Effizienzgewinne keine bloße Verwaltungsreform, sondern eine Frage der Versorgungsfähigkeit. Entscheider in Politik und Verwaltung stehen in der Verantwortung, Regelwerke zu prüfen und unnötige Belastungen abzubauen, damit Praxen wieder mehr Zeit für Patienten erhalten.
Ohne solche Schritte drohen längerfristig reduzierte Behandlungskapazitäten, höhere Ausgaben und eine sinkende Attraktivität des Berufsstands – Effekte, die Versorgungsqualität und Gesundheitssystem gleichermaßen belasten.












