Zahnärztliche Praxisgründer im Visier: AGPW startet Förderwettbewerb

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Wer jetzt eine eigene Zahnarztpraxis plant, trifft nicht mehr nur medizinische Entscheidungen: Personalmangel, steigende Betriebskosten und umfangreiche Vorgaben verlangen von Gründerinnen und Gründern durchdachte Abläufe von Anfang an. Genau hier setzt ein neuer Wettbewerb der Arbeitsgruppe für Praxis‑Workflow (AGPW) an und fördert drei Existenzgründer mit Komplett‑Paketen zur Praxisorganisation.

Worum es bei dem Wettbewerb geht

Die AGPW will Praxisgründungen unterstützen, die von Beginn an auf effiziente Strukturen setzen. Drei Gewinner erhalten jeweils ein abgestimmtes Paket, das helfen soll, Arbeitsabläufe zu standardisieren, Räume zweckmäßig zu planen und personelle Engpässe vorzubeugen.

Bei der Auswahl zählen nicht allein betriebswirtschaftliche Aspekte: Gesucht werden Konzepte mit klarer Motivation und dem Anspruch, moderne Praxisabläufe nachhaltig umzusetzen. Bettina Loser, AGPW-Mitglied und Leiterin Marketing & Vertrieb bei Medicom, betont, dass wirtschaftliches Handeln und ressourcenschonende Prozesse kein Widerspruch sein müssen.

Wie Sie sich bewerben

Interessierte Zahnärztinnen und Zahnärzte können ihre Unterlagen bis zum 30. Juni 2026 einreichen. Die Bewerbung erfolgt per E‑Mail an [email protected] mit dem Betreff „Wettbewerb AGPW 2026“. Beschreiben Sie Ihre Beweggründe zur Praxisgründung und erläutern Sie, welche Besonderheiten Ihre Praxis ausmachen sollen.

Eine Fachjury der AGPW trifft die Vorauswahl im August 2026. Die Preisverleihung ist für den 17. Oktober 2026 im Rahmen der infotage Fachdental in Stuttgart geplant.

Was die Gewinnerpakete enthalten

Die prämierten Praxen erhalten ein Bündel konkreter Unterstützungsleistungen, das technische, organisatorische und personelle Aspekte abdeckt. Kernbestandteile sind:

  • Hygienekonzept mit Praxischeck: rechtliche Anforderungen (u. a. nach KRINKO), Hinweise zu typischen Mängeln und verbindlichen Standards für Händehygiene, persönliche Schutzausrüstung sowie Aufbereitung.
  • Color Method Consulting: Analyse und Optimierung der Arbeitsabläufe mit dem Ziel, messbare Entlastung für das Personal zu erreichen.
  • Beratung zum Lageraufbau und Unterstützung beim Ersteinkauf von Praxismaterialien.

Das zugrundeliegende Organisationsprinzip

Im Zentrum der Förderung steht das sogenannte Color Organisationssystem, ein Farbkodierungskonzept, das Prozesse klar strukturiert und Orientierung für das gesamte Team schafft. Entwickelt wurde das System in Kooperation der Praxis Weichert & Kempkes, der AGPW und der Berliner Initiative DIE GRÜNE PRAXIS.

Der Arbeitsgruppe zufolge können Praxen durch diese Methode signifikante Effizienzgewinne erzielen: In Einzelfällen sei eine Reduktion des Personalaufwands um bis zu 25 % möglich, ohne dass sich die Honorarumsätze verschlechtern.

Warum das für Gründer jetzt relevant ist

Die Frühplanung von Arbeitsabläufen beeinflusst langfristig die Wirtschaftlichkeit einer Praxis. Effiziente Prozesse reduzieren Routineaufwand, erleichtern die Einarbeitung neuer Kräfte und können die Fehleranfälligkeit verringern. In Zeiten enger Arbeitsmärkte wirkt sich eine schlanke Organisation direkt auf die Personalkosten und die Versorgungsqualität aus.

Wer die organisatorische Basis von Anfang an bewusst gestaltet, kann spätere Nachrüstungen vermeiden — und hat bessere Argumente gegenüber Banken oder Partnern, wenn es um Finanzierung und Zusammenarbeit geht.

Kurzüberblick

  • Bewerbungsschluss: 30. Juni 2026
  • E-Mail: [email protected] (Betreff: „Wettbewerb AGPW 2026“)
  • Juryentscheidung: August 2026
  • Preisverleihung: 17. Oktober 2026, infotage Fachdental, Stuttgart

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