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Eine neue Fachgesellschaft will die Zahnmedizin als Schlüsseldisziplin für vorbeugende Gesundheitsstrategien etablieren: Am 1. April 2026 haben sich in Deutschland Expertinnen und Experten zur Deutschen Gesellschaft für Longevity in der Zahnmedizin e.V. (Dentgevity) zusammengeschlossen, um Erkenntnisse der Longevity-Forschung systematisch in die zahnärztliche Praxis zu überführen. Für Patientinnen und Patienten könnte das bedeuten, Prävention künftig noch enger mit digitaler Betreuung und interdisziplinärer Forschung zu verknüpfen.
Warum gerade die Zahnmedizin
Longevity zielt darauf ab, nicht nur die Lebensdauer, sondern vor allem die Zahl gesunder Lebensjahre zu erhöhen. Die neue Fachgesellschaft sieht darin eine besondere Chance für Zahnärztinnen und Zahnärzte: Keine andere Disziplin trifft Menschen so regelmäßig über Jahrzehnte.
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Viele Patientinnen und Patienten besuchen ihre Zahnarztpraxis seit der Kindheit; regelmäßige Kontrolltermine ermöglichen es, gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen und in Gesprächen zu adressieren, lange bevor Krankheiten manifest werden. Diese kontinuierliche Betreuung schafft eine Plattform für präventive Maßnahmen.
Vom Impuls zur Organisation
Die Idee zur Gründung entstand beim Odontathon der BFS health finance im März 2026. Aus einer von Dr. Farina Blattner initiierten Session im Fortbildungszentrum FUNDAMENTAL in Remscheid entwickelte sich binnen weniger Wochen der Beschluss zur Gründung einer eigenständigen wissenschaftlichen Gesellschaft.
Am 1. April 2026 traten sieben Gründungsmitglieder formal zusammen. FUNDAMENTAL dient zugleich als etablierte Basis, um wissenschaftlich fundierte Fortbildungsangebote zu entwickeln und ein Netzwerk für den fachlichen Austausch aufzubauen.
Ziele und Arbeitsfelder
Die Gesellschaft will Forschung fördern, interdisziplinäre Kooperationen vorantreiben und Leitlinien für eine evidenzbasierte Longevity-Zahnmedizin erarbeiten. Ziel ist nicht, kurzfristigen Trends zu folgen, sondern belastbare wissenschaftliche Grundlagen zu schaffen.
- Förderung klinischer und translationaler Forschung an der Schnittstelle von Zahnmedizin und Präventionsmedizin
- Entwicklung evidenzbasierter Empfehlungen für die Praxis
- Aufbau moderner Fortbildungsformate und wissenschaftlicher Austauschplattformen
- Digitale Begleitangebote zur Verstetigung präventiver Maßnahmen
Führungsteam und Perspektiven
Den Vorsitz übernimmt Prof. Dr. Tobias Gantner, dessen Hintergrund in Humanmedizin, Rechtswissenschaften und Gesundheitsökonomie Brücken zwischen unterschiedlichen Fachbereichen schlagen soll. Als Vizepräsidentin wurde Dr. Karoline Waubke aus München gewählt; als praktizierende Zahnärztin bringt sie die Perspektive des Praxisalltags in die Arbeit der Gesellschaft ein.
Die Zusammensetzung des Vorstands spiegelt das Bestreben wider, Forschung, Praxis und gesundheitspolitische Aspekte zu verknüpfen — ein Ansatz, der langfristig auch Veränderungen in der Aus- und Weiterbildung bedeuten kann.
Digitalisierung als Baustein
Ein konkretes Projekt ist die Kooperation mit der digitalen Gesundheitsplattform myoncare. Ziel ist, Patientinnen und Patienten zwischen den Untersuchungen digital zu begleiten, Präventionsmaßnahmen im Alltag zu verankern und Verläufe longitudinal zu dokumentieren.
Solche digitalen Begleitungen können die Kontinuität der Betreuung stärken — vorausgesetzt, Datenschutz und Interoperabilität werden gewährleistet.
Was das für Patientinnen und Patienten bedeutet
Kurzfristig dürften Patientinnen und Patienten vor allem von besser abgestimmten Präventionsangeboten und erweiterten Informationsangeboten profitieren. Langfristig könnte eine stärkere Verknüpfung von Zahnmedizin und Longevity-Forschung dazu beitragen, chronischen Erkrankungen vorzubeugen und die Lebensqualität im Alter zu verbessern.
Gleichzeitig stellt die Umsetzung hohe wissenschaftliche Anforderungen: Neue Empfehlungen sollen evidenzbasiert sein und interdisziplinär geprüft werden — die Fachgesellschaft hat sich diese wissenschaftliche Sorgfalt zur Aufgabe gemacht.
Einordnung
Die Gründung von Dentgevity ist ein Schritt, die Rolle der Zahnmedizin in der Präventionsmedizin sichtbarer zu machen. Ob sich daraus messbare gesundheitliche Verbesserungen ergeben, hängt von der Qualität der Forschung, der Akzeptanz in der Praxis und der Aufnahme durch Patientinnen und Patienten ab.
Fest steht: Die Initiative setzt auf langfristige Zusammenarbeit zwischen Klinikerinnen, Forschenden und digitalen Dienstleistern — und stellt damit einen frischen Impuls für die Debatte um Vorsorge und gesundes Altern in Deutschland dar.
Über Dentgevity
Die Deutsche Gesellschaft für Longevity in der Zahnmedizin e.V. ist eine unabhängige wissenschaftliche Fachgesellschaft, die Forschung, Fortbildung und fachübergreifenden Austausch an der Schnittstelle von Zahnmedizin, Prävention und Longevity fördert.












