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Der Freie Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) bittet Bundestagsabgeordnete in der parlamentarischen Sommerpause: Kommen Sie in die Zahnarztpraxen Ihrer Wahlkreise und sehen Sie selbst, wie gesundheitspolitische Vorgaben dort ankommen. Die Aktion will greifbar machen, welche Folgen Bürokratie, Personalmangel und wirtschaftliche Unsicherheit für die Versorgung vor Ort haben.
Praxis statt Parlamentsdebatte
Der Verband sieht Praxisbesuche als Ergänzung zu Bürgergesprächen und öffentlicher Präsenz in den Sommermonaten. Wer politische Rahmenbedingungen verabschiede, solle auch die praktischen Auswirkungen kennen lernen, argumentiert der FVDZ-Vorsitzende Dr. Christian Öttl.
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In vielen Einrichtungen zeigen sich demnach bereits konkrete Risiken: Die administrative Belastung wächst, qualifizierte Mitarbeitende sind knapp, und die wirtschaftliche Planbarkeit schwindet. Besonders auf dem Land drohen Lücken in der lokalen Versorgung, weil Praxisnachfolgen schwieriger werden.
Was in den Praxen aktuell besonders belastet
Der FVDZ nennt mehrere Faktoren, die den Alltag in Zahnarztpraxen erheblich erschweren. Behördenaufwand bindet Personalstunden, während die Suche nach Fachkräften oft ohne Erfolg bleibt. Zugleich bemängelt der Verband, dass Vergütungsstrukturen die betriebliche Stabilität unterminieren können.
- Bürokratie: Zeitintensive Dokumentationspflichten und Verwaltungsaufgaben.
- Fachkräftemangel: Engpässe bei zahnmedizinischem und verwaltendem Personal.
- Wirtschaftliche Unsicherheit: Unklare Planungsgrundlagen für Praxisinhaberinnen und -inhaber.
- Nachfolgeproblematik: Schwierige Übergaben, vor allem in ländlichen Regionen.
Konkrete Folgen und Forderungen
Nach Auffassung des FVDZ gefährden diese Entwicklungen die dauerhafte, wohnortnahe Versorgung. Der Verband fordert deshalb spürbare Entlastungen bei Verwaltungsaufgaben, verlässliche finanzielle Rahmenbedingungen und Schutz vor pauschalen Sparmaßnahmen, die Prävention und ambulante Versorgung schwächen könnten.
| Problem | Auswirkung | Forderung des FVDZ |
|---|---|---|
| Bürokratische Überlastung | Weniger Zeit für Patientinnen und Patienten, höhere Personalkosten | Reduktion unnötiger Dokumentationspflichten |
| Fachkräftemangel | Behandlungsengpässe, eingeschränkte Öffnungszeiten | Gezielte Nachwuchs- und Qualifizierungsprogramme |
| Wirtschaftliche Unsicherheit | Schwierige Praxisplanung, Unsicherheit bei Übernahmen | Faire Vergütung und Planungssicherheit |
| Gefährdung von Prävention | Langfristig höhere Kosten durch Folgeerkrankungen | Sicherung präventiver Maßnahmen und Praxisstrukturen |
Der Verband verweist außerdem auf aktuelle Studien, die den Nutzen präventiver Maßnahmen belegen. Für die FVDZ-Spitze sind stabile, freiberuflich geführte Praxen eine Voraussetzung dafür, dass Erfolge in der Mundgesundheit nicht zufällig bleiben.
Öttl fordert deshalb: Politik müsse Versorgung nicht nur regeln, sondern ermöglichen. Jede zusätzliche, vermeidbare Registrierungs- oder Dokumentationspflicht entziehe Zeit, die für die Behandlung gebraucht werde.
Wie Abgeordnete die Sommerpause nutzen können
Der FVDZ schlägt konkrete Schritte vor, damit Praxisbesuche informativ werden:
- Vor-Ort-Termin vereinbaren und Ablauf der Praxis kennenlernen.
- Personal- und Finanzfragen offen ansprechen, nicht nur medizinische Abläufe.
- Auf Praxisführung, Patientengespräche und administrative Prozesse achten.
- Ergebnisse des Besuchs zurück in die parlamentarische Arbeit tragen.
Diese Einsichten könnten nach Ansicht des Verbandes die Basis für realistischere gesundheitspolitische Entscheidungen sein: Entscheidungen würden in Berlin getroffen, umgesetzt werde medizinische Versorgung aber in den Praxen vor Ort.
Abschließend appelliert der FVDZ an Abgeordnete, die Sommerpause als Gelegenheit zu nutzen, um sich ein unverstelltes Bild der Lage zu verschaffen — statt allein aus der Büroperspektive zu urteilen.












