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Bei tiefen parodontalen Taschen ab rund 6 mm bleibt die klassische alleinige Reinigung unter dem Zahnfleisch oft unzureichend – in der Praxis führen konservative Maßnahmen regelmäßig zu niedrigen Erfolgsraten. Neue Daten zu einem kombinierten Behandlungsansatz deuten darauf hin, dass sich damit deutlich bessere Heilungschancen erreichen lassen, was für Patientinnen, Patienten und Praxen gleichermaßen relevant ist.
Warum konservative Therapie an Grenzen stößt
Die standardmäßige subgingivale Instrumentierung (SRP) zielt auf die Entfernung von Biofilm und Konkrementen. Bei Taschen von 6 mm und mehr reicht das Verfahren jedoch in vielen Fällen nicht aus: die Wundtaschen bleiben bestehen und müssen erneut behandelt werden.
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Wiederholte nicht‑chirurgische Eingriffe zeigen nur selten eine vollständige Taschenauflösung. Die Alternative – eine chirurgische Parodontaltherapie – liefert zwar oft zuverlässigere Resultate, geht aber mit höheren Risiken für gingivale Rezessionen und mit steigenden Kosten einher.
Das CLEAN&SEAL‑Konzept in Kürze
CLEAN&SEAL ergänzt die mechanische Reinigung durch zwei zusätzliche Schritte: ein adjuvantes Reinigungsgel zur weiteren Biofilmreduktion und die anschließende Versiegelung des Defekts mit vernetzter Hyaluronsäure (xHyA). Ziel ist es, eine erneute Besiedlung zu verhindern und die körpereigenen Heilungs‑ und Regenerationsprozesse zu unterstützen.
Anders formuliert: Es handelt sich um eine kombinierte, minimalinvasive Taktik, die die Vorteile der konservativen Therapie behalten will, ohne sofort operativ eingreifen zu müssen.
- Mechanische Reinigung: Entfernung von Biofilm und Belägen.
- Adjuvantes Gel: zusätzliche antimikrobielle / biofilmreduzierende Wirkung.
- Versiegelung mit xHyA: Barriere gegen Reinfektion und Unterstützung der Geweberegeneration.
Was klinische Daten zeigen
Studien, die den Verlauf über die Therapiephasen II und III beobachteten, berichten durchweg von deutlichen Verbesserungen der parodontalen Messgrößen. Besonders auffällig: Bei tiefen Taschen (≥6 mm) liegen die gemeldeten Abschlüsse deutlich über denen, die mit SRP allein erreicht werden.
Berichtet wird von Erfolgsraten im Bereich von mehr als 80 Prozent für die kombinierten Behandlungsprotokolle – Werte, die sonst eher mit chirurgischen Eingriffen assoziiert werden. Solche Resultate bedeuten in der Praxis eine realistische Chance, operative Maßnahmen zu vermeiden oder hinauszuzögern.
Vergleich: Behandlungsoptionen auf einen Blick
| Ansatz | Erfolgswahrscheinlichkeit bei ≥6 mm | Vor- und Nachteile |
|---|---|---|
| SRP allein | Gering (<40 %) | Konservativ, aber oft unzureichend; niedrige Rezessionsgefahr; häufiger Nachbehandlungsbedarf |
| Wiederholte SRP | Begrenzt | Meist keine endgültige Lösung; Verzögerung einer effektiven Therapie |
| Chirurgische Parodontaltherapie | Hoch (typisch) | Vorhersehbare Reduktion der Taschen, aber erhöhtes Rezessionsrisiko und höhere Kosten |
| SRP + CLEAN&SEAL | Hoch (>80 % laut Studien) | Minimalinvasiv, bessere Heilungswerte, potenziell weniger Operationen; Langzeitdaten werden weiterhin gesammelt |
Konsequenzen für Praxis und Patienten
Für Behandlerinnen und Behandler ergeben sich zwei zentrale Fragen: Wie lassen sich operative Risiken für den Patienten reduzieren, und wie lassen sich Behandlungsabläufe wirtschaftlich verantwortbar gestalten? Das CLEAN&SEAL‑Verfahren adressiert beides teilweise: weniger Operationen bedeuten weniger Rezessionen und können Budgetzwänge entzerren.
Für Patientinnen und Patienten heißt das konkret: bessere Aussichten auf nicht‑chirurgische Heilung bei tiefen Taschen, kürzere Erholungszeiten und potenziell geringere Belastungen durch zusätzliche Eingriffe.
Gleichzeitig ist klinische Vorsicht angebracht: Während die vorhandenen Daten vielversprechend sind, bleibt die Bewertung durch unabhängige Langzeitstudien wichtig, um Nachhaltigkeit und breitere Anwendbarkeit zu bestätigen.
Kurzfristig liefert das Konzept aber eine relevante, evidenzbasierte Option für Praxen, die die Grenze zwischen konservativer und chirurgischer Parodontaltherapie effektiver ausloten wollen.












