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In Zahnarztpraxen begegnen Teams regelmäßig belastenden Schicksalen — das kann auf Dauer psychisch stark beanspruchen. Wer den Unterschied zwischen Empathie und Mitgefühl kennt und gezielt übt, schützt die eigene Belastbarkeit und bleibt handlungsfähig gegenüber Patienten.
Die Unterscheidung gewinnt an Bedeutung: Im Frühjahr 2025 machte Prof. Anne Böckler‑Raettig von der Universität Würzburg in einem Interview mit der „Apotheken Umschau“ deutlich, dass beide Haltungen zwar verwandte, aber unterschiedliche Auswirkungen auf Helfende haben.
Was genau unterscheidet Empathie und Mitgefühl?
Kurz gefasst: Empathie bedeutet, innerlich nachzuempfinden, was jemand anderes erlebt. Man nimmt dessen Emotionen so stark wahr, dass ähnliche Gehirnareale aktiv werden wie bei eigenen Erfahrungen. Mitgefühl dagegen ist eine fürsorgliche Haltung — man erkennt Leid und möchte helfen, ohne emotional überflutet zu werden.
Mitgefühl bewahren: wie Sie anderen helfen, ohne auszubrennen
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| Merkmal | Empathie | Mitgefühl |
|---|---|---|
| Gefühlserleben | Innere Nachfühlung, oft intensive emotionale Beteiligung | Wärme und Sorge, ohne Überidentifikation |
| Auswirkung | Kann zu Überforderung oder Erschöpfung führen | Schützt Handlungsfähigkeit und aktiviert positive Netzwerke |
| Funktion im Praxisalltag | Helfend, aber risikoanfällig bei Dauerbelastung | Fördert unterstützende Reaktionen und Selbstfürsorge |
Warum das gerade für Praxispersonal wichtig ist
Wer ständig sehr stark mitfühlt, läuft Gefahr, emotional auszubrennen — das beeinträchtigt Konzentration, Entscheidungsfähigkeit und langfristig auch die Qualität der Patientenbetreuung. Das bewusste Kultivieren von Mitgefühl erlaubt es, empathisch präsent zu sein, ohne sich selbst zu erschöpfen.
Die Konsequenz für Teams: Mit einfachen Übungen lässt sich die eigene Resilienz stärken — und gleichzeitig die Beziehung zu Patientinnen und Patienten verbessern.
Drei praktische Übungen, die sich im Alltag umsetzen lassen
- Aufmerksam beobachten
Konzentrieren Sie sich bewusst kurz auf Mimik, Stimme und Körperhaltung des Gegenübers. Wenn etwas unklar ist, fragen Sie offen nach — etwa: „Mir fällt auf, dass Sie angespannt wirken. Möchten Sie kurz beschreiben, wie es Ihnen gerade geht?“ - Gemeinsamkeiten suchen
Suchen Sie aktiv nach Anknüpfungspunkten: geteilte Erfahrungen oder Werte erleichtern es, die Perspektive des anderen nachzuvollziehen und Vorurteile zu reduzieren. - Zuhören trainieren
Üben Sie strukturierte Gesprächszeiten — etwa zwei mal drei Minuten, in denen jeweils eine Person ohne Unterbrechung spricht. Dieses konzentrierte Zuhören stärkt die Fähigkeit, präsent und fürsorglich zu bleiben.
Grenzen wahrnehmen und schützen
Prof. Böckler‑Raettig warnt davor, Mitgefühl mit grenzenloser Empathie zu verwechseln: Wenn das Leid anderer einen selbst dauerhaft belastet, ist es ratsam, bewusst Abstand zu nehmen — ohne kalt zu werden. In solchen Momenten ist es sinnvoll, die eigene Haltung auf Mitgefühl zu fokussieren, statt Gefühle eins zu eins zu übernehmen.
Letztlich ist Mitgefühl kein reiner Altruismus: Studien und praktische Erfahrungen zeigen, dass gezielte Mitgefühlsübungen positive Effekte auf das Wohlbefinden der Pflegenden und Ärztinnen haben — ein Gewinn für Patienten und Praxisbetrieb.












