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Im März 2026 beginnt an der Universitätsmedizin Greifswald die nächste Erhebungsrunde der Langzeitstudie SHIP. Die neue Welle kombiniert bewährte Untersuchungen mit frischen Forschungsmodulen – und liefert damit aktuelle Daten, die für Prävention, Versorgung und die Erforschung von Zoonosen unmittelbar relevant sind.
Kontinuität trifft auf neue Messverfahren
Seit 1997 begleiten Forschende aus Greifswald mehrere Tausend Menschen aus Vorpommern medizinisch und zahnmedizinisch über Jahrzehnte. Für die sechste Runde werden bis zu 1.000 Teilnehmende erwartet; ihr Alter liegt derzeit zwischen etwa 47 und 102 Jahren. Die außergewöhnlich hohe Rückkehrquote ist bemerkenswert: 925 Personen haben an allen fünf vorherigen Wellen teilgenommen, rund 150 weitere fehlten höchstens einmal.
Kennzahlen zeigen jetzt: welche Praxen überleben, welche scheitern
SHIP-Studie startet sechste Welle: neue Erkenntnisse zur Gesundheit vor Ort
Das Prüfprogramm verbindet Routineuntersuchungen – etwa Messungen von Größe und Gewicht, Ultraschalluntersuchungen, zahnmedizinische Diagnostik und ausführliche Interviews – mit neuen Elementen wie einem standardisierten Kopfschmerzinterview und einer Untersuchung der Hirnfunktionen mittels transkranieller Magnetstimulation. Zusätzlich werden wieder umfangreiche Zusatzuntersuchungen angeboten, darunter eine MRT-Schonreihe sowie kardiopulmonale Leistungstests.
Der Zeitaufwand liegt bei etwa 4,5 Stunden pro Untersuchung; wer eine MRT erhält, muss mit rund 5,5 bis 6 Stunden rechnen. Etwa die Hälfte der Teilnehmenden soll ein MRT bekommen. Diese Kombination aus Langzeitdaten und modernen Messmethoden erhöht die Aussagekraft für Veränderungen über Jahre hinweg.
- Teilnehmende (erwartet): bis zu 1.000
- Altersspektrum: ca. 47 bis 102 Jahre
- Untersuchungsdauer: ~4,5 Std. (mit MRT 5,5–6 Std.)
- Wichtigste neue Module: Kopfschmerzinterview, transkranielle Magnetstimulation
- Zusatzchecks: MRT, Herz-Kreislauf- und Lungenfunktionstests
Ein Datenschatz: Umfang und Bedeutung
Über die Jahre ist ein großer Bestand an Proben und Untersuchungen entstanden, der international genutzt wird. Bis Ende 2025 umfasst der Fundus unter anderem zehntausende Blut- und Urinproben sowie tausende MRT- und Ultraschalluntersuchungen.
Wesentliche Zahlen (bis Ende 2025):
- Blutproben: 27.796
- Urinproben: 24.176
- MRT-Untersuchungen: 8.744
- Herzultraschall: 22.360
- Schilddrüsen-Ultraschall: 24.567
Solche Längsschnittdaten sind selten und bilden die Grundlage, um Ursachen chronischer Erkrankungen zu identifizieren und Präventionsmaßnahmen evidenzbasiert zu gestalten.
SHIP-NEXT: Haustiere im Fokus – Datenlieferung startet
Parallel zu SHIP-START-5 wurde die erste Erhebungsphase von SHIP-NEXT zum 31. Dezember 2025 abgeschlossen. Zwischen Mai 2021 und Ende 2025 haben 4.395 Personen im Alter von 20 bis 85 Jahren an dieser neuen Bevölkerungsgruppe teilgenommen.
Ein zentrales Merkmal von SHIP-NEXT ist der One-Health-Ansatz, der Menschen-, Tier- und Umweltgesundheit verknüpft. Etwa ein Drittel der Haushalte hielt Haustiere; in rund 600 Hausbesuchen untersuchten Teams mehr als 1.000 Tiere – darunter Hunde, Katzen und Geflügel. Tierärztliche Untersuchungen, Interviews zur Tierhaltung sowie zahlreiche Blut- und Abstrichproben sollen helfen, die Häufigkeit und Risikofaktoren von Zoonosen besser zu erfassen.
Die Aufbereitung der erhobenen Daten läuft aktuell; eine wissenschaftliche Analyse ist für Mai 2026 geplant. Eine Folgebefragung der SHIP-NEXT-Probanden ist für in etwa drei bis vier Jahren vorgesehen, wobei die Frage, ob Tieruntersuchungen erneut Teil der Erhebung sein werden, noch geprüft wird.
Warum das für die Region und darüber hinaus zählt
Langzeitstudien wie SHIP liefern Einsichten, die punktuelle Erhebungen nicht erreichen: Sie zeigen, wie sich Gesundheitsparameter über Dekaden verändern und welche Faktoren langfristig Krankheitsrisiken prägen. Für Patientinnen und Patienten, Gesundheitsplaner und Forschende sind solche Erkenntnisse direkt verwertbar.
Die Universitätsmedizin Greifswald sieht in SHIP einen zentralen Beitrag zur Gesundheitsforschung in Deutschland. Die gesammelten Daten fließen in nationale und internationale Projekte und sollen helfen, Prävention zu verbessern sowie die Versorgung an neue demografische und epidemiologische Herausforderungen anzupassen.
Mit dem Start der nächsten Welle im März 2026 und der bevorstehenden Auswertung von SHIP-NEXT-Daten stehen kurzfristig Ergebnisse an, die auch für die Einschätzung von Zoonose-Risiken und den kommunalen Gesundheitsschutz relevant sind.












