Digitale Versorgung aus Deutschland: mehr Apps erreichen jetzt Patienten

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Die digitale Umstellung in Zahnarztpraxen gewinnt an Tempo: Immer mehr Betriebe arbeiten mit Intraoralscannern, was Abläufe, Lieferzeiten und Qualitätskontrollen verändert. Als Reaktion verlagert Permadental einen großen Teil seiner digitalen Produktion nach Emmerich am Rhein – ein Schritt, der kurzfristig Versorgungsgeschwindigkeit und die Verfügbarkeit von Zahnersatz „Made in Germany“ beeinflussen dürfte.

In der neuen Fertigungsstätte bündeln inzwischen etwa 40 Fachkräfte aus Zahntechnik und CAD/CAM die digitalen Kompetenzen. Damit will Permadental steigende Fallzahlen aus digitalen Abdrücken effizienter verarbeiten und enger mit Praxen zusammenarbeiten.

Schnellere Prozesse, verkürzte Wege

Die Verlagerung der Fertigung nach Nordrhein-Westfalen zielt nicht nur auf höhere Kapazitäten: Kürzere Transportwege und direktere Kommunikationskanäle sollen die Abstimmung zwischen Praxis und Labor beschleunigen. Für Praxen bedeutet das potenziell weniger Wartezeit bis zur Eingliederung von Zahnersatz und einfachere Korrekturschleifen.

Besonders relevant ist ein neues Serviceversprechen: Werden Scandaten zusammen mit einem vollständig ausgefüllten Auftrag vor 12 Uhr übermittelt, kann eine monolithische Zirkonversorgung bis zu sechs Glieder in der Folgewoche am Nachmittag eingesetzt werden. Diese Zusage betrifft Fälle, die vollständig digital geplant und übermittelt werden.

Produktpalette der digitalen Fertigung

Die Produktion in Emmerich deckt inzwischen ein breites Spektrum moderner Verfahren ab. Wichtige Fertigungsangebote umfassen:

  • Monolithische Zirkonversorgungen für unterschiedliche Indikationen
  • 3D-gedruckte Schienen sowie Kronen und Brücken aus PMMA
  • CAD/CAM-basierte digitale Prothetiklösungen (unter anderem «EVO fusion»)
  • Kompositversorgungen mittels F.I.T.-Injektionstechnik

Die Kombination aus digitalen Scans, CAD-Planung und additiven Fertigungsverfahren erlaubt eine flexible Produktion, die sowohl Standardfälle als auch individualisierte Versorgungen abbildet.

Parallel investieren die Unternehmensgruppen der Modern Dental Europe in die Verbreitung von Intraoralscannern: Nach eigenen Angaben dürften im Verlauf der letzten Jahre mehr als 5.000 Geräte in europäischen Praxen installiert worden sein – ein Indikator für die wachsende Nachfrage nach digitalem Workflow.

Schulungen und Praxisintegration

Technik allein reicht nicht: Permadental erweitert deshalb auch das Beratungs- und Trainingsangebot. Unter dem Kompetenzdach «perma3D» werden Fortbildungen, Planungstools und Hilfestellungen für digitale klinische Abläufe gebündelt, um Praxen den Übergang zu erleichtern.

Ein praktisches Format ist der sogenannte «IOS-Führerschein»: In Workshops lernen Behandler und Praxisteams den Einsatz von Intraoralscannern, das richtige Erfassen von Scandaten und deren Nutzung für zahntechnische Versorgungen. Die Seminare richten sich an Anwender mit und ohne Vorerfahrung und setzen auf praxisnahe Übungen statt reiner Theorie.

Implantatprothetik und Sofortversorgung

Auch im implantologischen Bereich gewinnen digitale Planungen an Bedeutung. Bei All-on-X- oder vergleichbaren Sofortversorgungen ist präzise digitale Vorbereitung oft Voraussetzung für ein erfolgreiches Immediate Loading. Permadental beschreibt ein standardisiertes, digital gesteuertes Vorgehen zur Integration von Planung, prothetischer Vorbereitung und Laborzusammenarbeit.

In Emmerich lassen sich temporäre Kronen und Brücken per 3D-Druck herstellen – Bausteine, die schnelle Sofortversorgungen erst möglich machen.

Für Praxen stellen solche Angebote eine Option dar, Behandlungszeiten zu verkürzen und die Versorgungskontinuität bei komplexen Fällen zu erhöhen. Gleichzeitig wächst die Bedeutung verlässlicher digitaler Prozesse und qualifizierter Laborkommunikation.

Was das für Patienten und Praxen bedeutet

Kurzfristig können Praxen von schnelleren Lieferzyklen und engerer Abstimmung mit dem Labor profitieren. Längerfristig könnte eine stärkere regionale Fertigung die Versorgungssicherheit erhöhen und mehr Zahnersatz «Made in Germany» verfügbar machen. Voraussetzung bleibt jedoch eine flächendeckende Schulung der Teams sowie stabile digitale Schnittstellen zwischen Praxissoftware, Scannern und Labor.

Laut Angaben von Permadental ist die Ausweitung der digitalen Kapazitäten Teil einer übergeordneten Strategie innerhalb der Modern Dental Europe-Gruppe, die auf höhere Verarbeitungsraten digitaler Fälle und verkürzte Lieferzeiten setzt.

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