Kieferorthopädenhonorare im Osten sollen steigen: BDK verlangt Angleichung ans Westniveau

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Der Bundesverband der Kieferorthopäden (BDK) fordert, die Vergütung für kieferorthopädische Leistungen in den neuen Bundesländern an das Westniveau anzupassen. Für den Verband ist das kein reines Finanzthema, sondern eine Frage der Versorgungssicherheit und der beruflichen Attraktivität der Regionen.

Hintergrund sind anhaltende Unterschiede bei Abrechnungsniveaus, die laut BDK zu einer einseitigen Belastung von Praxen in Ostdeutschland führen. Betroffen seien sowohl etablierte Praxen als auch junge Kolleginnen und Kollegen, die sich für ihren Standort entscheiden müssten.

Warum die Forderung jetzt Bedeutung hat

Wenn Honorare regional stark schwanken, hat das mehrere Folgen: Praxen in schlechter bezahlten Regionen geraten wirtschaftlich unter Druck, es wird schwieriger, Nachwuchs zu gewinnen, und Patientinnen sowie Patienten können längere Wartezeiten in Kauf nehmen. Zudem wirkt sich eine solche Schieflage auf die Planung der zahnärztlichen Versorgung insgesamt aus.

Zahnarztpraxen-Schreibtisch mit Finanzunterlagen und Kostenkalkulationen
Regionale Honorarunterschiede belasten die Praxisfinanzen im Osten erheblich.

Die Debatte gewinnt an Dringlichkeit, weil Praxisbetriebskosten bundesweit steigen und Fachkräfte knapp sind. Vor diesem Hintergrund bewertet der BDK eine Angleichung als notwendigen Schritt, um eine flächendeckende und langfristig stabile Versorgung sicherzustellen.

Konkrete Auswirkungen

  • Praxisfinanzen: Höhere Sätze würden die wirtschaftliche Lage vieler Praxen in Ostdeutschland entspannen.
  • Versorgungszugang: Bessere Vergütung könnte dazu beitragen, Behandlungskapazitäten vor Ort zu erhalten und Wartezeiten zu verkürzen.
  • Arbeitsmarkt: Gleiche Honorare erhöhen die Attraktivität der Regionen für junge Fachkräfte.
  • Vertragsverhandlungen: Eine Angleichung erfordert Abstimmungen mit Kassenträgern und regionalen KZVen; politische Unterstützung wäre wahrscheinlich nötig.

Wie schnell und in welchem Umfang eine Anpassung möglich ist, hängt von komplexen Verhandlungsprozessen ab. Honoraranteile werden nicht allein auf Verbandsniveau entschieden; Praxisinhaberinnen und -inhaber sind auf Vereinbarungen mit den kassenärztlichen Vereinigungen und Kostenträgern angewiesen.

Junger Zahnarzt im Gespräch mit Praxismitarbeitern
Gleiche Honorare könnten die Attraktivität für Fachkräfte in Ostdeutschland erhöhen.

Reaktionen und Perspektiven

Vertreterinnen und Vertreter aus Praxen in den neuen Bundesländern sehen in der Forderung des BDK eine Chance, strukturelle Nachteile zu mildern. Kritiker warnen allerdings vor kurzfristigen Kostensteigerungen für die Solidargemeinschaft und fordern transparente Bewertungsgrundlagen, bevor regionale Niveaus angehoben werden.

Fest steht: Eine Änderung würde nicht nur finanzielle Effekte haben, sondern auch direkte Auswirkungen auf die Patientenversorgung. Entscheidend wird sein, wie die Politik und die zuständigen Gesundheitsorganisationen auf die Forderungen reagieren und ob es gelingt, einen verbindlichen Zeitplan für die Umsetzung zu vereinbaren.

Der weitere Verlauf hängt von kommenden Verhandlungen ab. Für Patientinnen und Patienten sowie für Praxisteams in den neuen Bundesländern bleibt die Frage aktuell: Führt die Debatte zu spürbaren Verbesserungen vor Ort — oder bleibt die Ungleichheit bestehen?

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