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Zum zehnten Mal schreiben die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und CP Gaba den Praxis-Award Prävention 2026 aus — diesmal mit klarem Schwerpunkt auf Projekten für Kinder und Jugendliche in belasteten Lebenslagen. Die Ausschreibung gewinnt an Dringlichkeit, weil aktuelle Studien zeigen, dass ein großer Teil der Kariesbelastung in Deutschland auf relativ wenige Heranwachsende entfällt.
Worum es bei dem Preis geht
Der Preis zeichnet praxisnahe Initiativen aus, die zielgerichtete Prävention und interdisziplinäre Ansätze verbinden. Eingereicht werden können Projekte aus der Zahnmedizin ebenso wie Konzepte aus Pädagogik, Sozialer Arbeit oder öffentlichem Gesundheitswesen, sofern sie die Mundgesundheit von Kindern und Jugendlichen verbessern.
Zur Jury gehören in diesem Jahr unter anderem Prof. Dr. Ghazal Aarabi vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und Dr. Ilka Gottstein, Vorsitzende des Bundesverbandes der zahnärztlichen Gesundheitsdienste — zwei Expertinnen, die auf Versorgungsforschung und Public-Health-Perspektiven setzen.
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Kariespolarisation: Warum das Thema jetzt relevant ist
Die jüngste DMS‑Studie bestätigt, dass zwar viele Kinder kariesfrei aufwachsen, die tatsächliche Krankheitslast sich jedoch stark konzentriert. Rund ein Fünftel der Kinder trägt laut Auswertung den Großteil der Kariesfälle — ein Muster, das Forscherinnen als Kariespolarisation bezeichnen.
Soziale Faktoren wie Bildung, Lebensumfeld und Migrationsgeschichte werden in mehreren Studien mit einem erhöhten Kariesrisiko verknüpft. Das bedeutet: Fortschritte in der Mundgesundheit erreichen nicht alle gleichermaßen.
Vertreterinnen der Initiative betonen, dass Zahnmedizin allein dieses Ungleichgewicht nicht beheben kann. Präventionsangebote müssen dort ansetzen, wo der Bedarf am größten ist — und oft über die Praxis hinaus greifen.
Kernaussagen in Kürze
- Zielgruppe: Kinder und Jugendliche in sozial belasteten Lebenssituationen
- Fokus: niedrigschwellige, nachhaltige Präventionsmaßnahmen
- Interdisziplinär: Kooperationen mit Schulen, Jugendämtern und Sozialarbeit sind erwünscht
- Preisgeld: 10.000 Euro sowie Unterstützung in der Öffentlichkeitsarbeit
| Praxis-Award Prävention 2026 — Eckdaten | Details |
|---|---|
| Veranstalter | Bundeszahnärztekammer (BZÄK) & CP Gaba |
| Jury (Auszug) | Prof. Dr. Ghazal Aarabi; Dr. Ilka Gottstein |
| Preisgeld | 10.000 Euro plus PR-Unterstützung |
| Einreichungsfrist | 20. September 2026 (digitale Bewerbung) |
| Schwerpunkt | Projekte zur Förderung der Mundgesundheit von vulnerablen Gruppen |
Welche Projekte gesucht werden
Gesucht werden vor allem Maßnahmen, die soziale Determinanten berücksichtigen und nachhaltige Strukturen schaffen — etwa Schulprogramme, mobile Versorgungsangebote, Elternbildungsformate oder vernetzte Maßnahmen, die Zahnmedizin, Bildung und Soziales verbinden.
Beispiele für förderfähige Ansätze sind niedrigschwellige Aufklärungskampagnen, langfristig angelegte Prophylaxestrukturen in benachteiligten Quartieren oder Kooperationen mit Jugendhilfeeinrichtungen.
Expertinnen: Warum zielgruppenspezifische Prävention nötig ist
Prof. Aarabi betont, dass präventive Angebote dort ankommen müssen, wo Kinder bislang zu kurz kommen — durch passgenaue Programme, die Zugangsbarrieren abbauen und Gesundheitskompetenz erhöhen.
Dr. Gottstein verweist auf ihre langjährige Praxis im öffentlichen Gesundheitsdienst: Regeluntersuchungen, Beratung und Nachsorge sind wichtig, erreichen aber nicht immer Familien in prekären Lagen. Deshalb müsse Prävention häufiger außerhalb klassischer Praxisräume stattfinden.
Bewerbung: Voraussetzungen und Ablauf
Teilnahmeberechtigt sind Projekte, die bereits umgesetzt werden oder kurz vor der praktischen Umsetzung stehen. Neben dem Preisgeld bietet die Initiative mediale Sichtbarkeit und fachliche Begleitung, um erfolgreiche Modelle zu verbreitern.
Wichtig: Bewerbungen werden ausschließlich digital entgegengenommen. Bitte die Angaben im offiziellen Formular beachten.
Kontakt und Einreichungsadresse:
Initiative für eine mundgesunde Zukunft in Deutschland
c/o Accente BizzComm GmbH, Miriam Müller
E‑Mail: [email protected]
Telefon: 0611 / 40 80 6‑0
Wissenschaftliche Basis
Die Ausschreibung stützt sich auf Erkenntnisse aktueller Studien, darunter die Sechste Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS‑6) sowie Auswertungen des Robert‑Koch‑Instituts (KiGGS), die soziale Ungleichheiten in der oralen Gesundheit belegen.
Wer Projekte einreicht, sollte daher ihre Wirksamkeit nachvollziehbar darlegen können — zum Beispiel durch Monitoringdaten, Evaluationsergebnisse oder belastbare Indikatoren zur Reichweite und Nachhaltigkeit.
Die Frist für digitale Einreichungen endet am 20. September 2026. Projekte, die Prävention konkret dorthin bringen, wo sie am dringendsten gebraucht wird, sollen mit dem Preis sichtbarer werden und Nachahmung ermöglichen.












