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Eine Auswertung großer US-Kohorten kommt zu dem Ergebnis, dass eine ungünstige Ernährungsweise das Risiko für Mundhöhlenkrebs bei Frauen erhöht – bei Männern zeigte sich kein vergleichbarer Effekt. Angesichts steigender Erkrankungszahlen ohne klassische Risikofaktoren rückt die Ernährungsqualität damit als möglicher, veränderbarer Einfluss in den Fokus.
Die Untersuchung beruht auf Daten aus drei langjährigen Studien: der Nurses’ Health Study, der Nurses’ Health Study II und der Health Professionals Follow-up Study. Insgesamt flossen Angaben von mehr als 210.000 Teilnehmenden über einen Zeitraum von bis zu 30 Jahren ein; Ernährungsinformationen wurden etwa alle vier Jahre per Fragebogen erhoben.
- Prudent-Diät: überwiegend Obst, Gemüse, Vollkorn, Hülsenfrüchte und Fisch
- Western-Diät: häufiger rotes bzw. verarbeitetes Fleisch, raffiniertes Getreide, Süßes und zuckerhaltige Getränke
- Alternative Healthy Eating Index (AHEI): ein Punktesystem zur Bewertung von Nahrungsqualität im Hinblick auf chronische Krankheiten
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Was die Analyse konkret fand
Während des Beobachtungszeitraums traten 226 neue Fälle von Mundhöhlenkarzinomen auf – 124 bei Frauen und 102 bei Männern. Frauen, die am schlechtesten mit dem gesünderen „Prudent“-Muster übereinstimmten, entwickelten deutlich häufiger Mundhöhlenkrebs als jene mit der besten Übereinstimmung.
Ähnlich verhielt es sich beim AHEI: niedrige Werte gingen bei Frauen mit einer deutlich erhöhten Erkrankungsrate einher. Diese Beziehungen blieben bestehen, nachdem die Forschenden Rauchverhalten, Alkoholkonsum und Body‑Mass‑Index statistisch berücksichtigt hatten.
Besonders auffällig: kein klassischer Risikofaktor nötig
In einer Subgruppe von Frauen, die kaum oder gar nicht rauchten und nur wenig oder keinen Alkohol konsumierten, war der Zusammenhang am stärksten: Hier zeigte sich bei ungünstiger Ernährungsqualität ein etwa dreifach erhöhtes Erkrankungsrisiko verglichen mit Frauen mit guter Ernährung. Das deutet darauf hin, dass bei bestimmten Frauen zusätzliche, bislang unklare Risikofaktoren wirken könnten.
Dr. Brittany Barber, Erstautorin der Studie, verweist darauf, dass diese Beobachtungen eine anfällige Teilpopulation identifizieren könnten, deren erhöhte Gefahr noch nicht vollständig erklärt ist.
Keine stabile Verbindung bei Männern
Im Gegensatz dazu ergab die Analyse bei männlichen Teilnehmenden keinen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen den untersuchten Ernährungsmustern und dem Risiko für Mundhöhlenkrebs. Das gilt trotz der Tatsache, dass Männer im Durchschnitt häufiger verarbeitete Fleischprodukte konsumieren.
Die Forschenden betonen, dass das absolute Erkrankungsrisiko insgesamt gering bleibt: Der beobachtete Anstieg entspricht etwa zwei zusätzlichen Fällen pro 100.000 Personenjahre. Damit sind die Befunde als Hinweis auf einen möglichen Zusammenhang zu verstehen, nicht als Beleg für eine direkte Ursache-Wirkung-Beziehung.
Ausblick und Bedeutung
Weil Ernährung veränderbar ist, könnten diese Ergebnisse relevante Implikationen für Präventionsstrategien haben — vorausgesetzt, weitere Studien bestätigen die Zusammenhänge und klären zugrundeliegende Mechanismen. Aktuell bleibt die Analyse eine Beobachtung, die weitere Forschung erfordert, etwa zur Rolle von Ernährungs- und Stoffwechselwegen oder zu bislang unbekannten Risikofaktoren bei Frauen.
Die Studie wurde durch Mittel des National Cancer Institute der US National Institutes of Health gefördert.
Quelle: Useche M, Gomez-Castillo L, Cushing-Haugen K et al., „Poor Diet and Oral Cavity Cancer Risk in Smoking and Non-Smoking Men and Women: An Analysis of Three US Cohorts“, Head Neck. 2026 May 13. doi: 10.1002/hed.70317. Epub ahead of print. PMID: 42129592.












