Dentale 3D-Drucke: Praxen sparen Zeit und Geld bei der Endbearbeitung

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Das Fraunhofer-Leistungszentrum IAMHH fördert 2026 mehrere Projekte, die die industrielle Nutzung des 3D‑Drucks in der Medizintechnik automatisieren sollen – von der Nachbearbeitung in Dentallaboren bis zur seriennahen Herstellung patientenspezifischer Hüftstiele. Die Förderung zielt ausdrücklich darauf ab, manuelle Eingriffe zu reduzieren und Herstellungsschritte verlässlicher und wirtschaftlicher zu gestalten.

Jährliche Auszeichnung für angewandte Forschung

Einmal im Jahr wählt das IAMHH Forschungsvorhaben aus dem Umfeld der Fraunhofer‑Einrichtung für Additive Produktionstechnologien (IAPT) und dem Institut für Industrialisierung smarter Werkstoffe (ISM) der TU Hamburg aus, die konkrete Transferchancen in die Industrie haben. Entscheidend für die Jury sind neben technischer Reife vor allem Perspektiven für Patentierung, Ausgründungen oder Lizenzverwertung.

Ultraschall statt Feilarbeit: Stützstrukturentfernung in Dentallaboren

In vielen Dentallaboren gehört der 3D‑Druck bereits zum Standard; das Entfernen von Stützstrukturen bleibt jedoch häufig ein manueller, arbeitsintensiver Schritt. Das Projekt, intern „SonoDent3D“ genannt, entwickelt einen reproduzierbaren Prozess, der auf Ultraschall basiert.

Im Fokus stehen drei Aspekte: die Parametrisierung des Ultraschallprozesses, ein überarbeitetes Design für Stützstrukturen und ein einfaches Kopplungssystem zwischen Bauteil und Ultraschallsystem. Ziel ist, die Qualität der Nachbearbeitung zu stabilisieren und gleichzeitig **Personalaufwand**, Durchlaufzeiten und Kosten zu senken.

Automatisierte Prozesskette für Revisionshüftstiele

Ein zweites ausgezeichnetes Vorhaben beschäftigt sich mit patientenspezifischen Revisionsendoprothesen, bei denen bislang jeder Hüftstiel individuell konzipiert werden muss. Das Projekt mit dem Arbeitstitel „Rapid“ will die gesamte Prozesskette — von der Konstruktion bis zu den Bearbeitungswerkzeugen — automatisieren.

Ergebnisversprechen: deutlich kürzere Konstruktionszeiten, weniger Nachbearbeitung und eine effizientere Vorbereitung der Fertigungsschritte für 3D‑gedruckte Hüftstiele. Das Team strebt an, den bislang zeit‑ und kostenintensiven Workflow zu straffen, um die Produktion klinisch relevanter, patientenspezifischer Implantate wirtschaftlicher zu machen.

  • Reproduzierbarkeit: Konstante Nachbearbeitungsqualität trotz skalierter Produktion.
  • Kostensenkung: Weniger manuelle Arbeit reduziert Personal- und Prozesskosten.
  • Durchlaufzeiten: Schnellere Fertigung durch automatisierte Schritte.
  • Marktpotenzial: Fokus auf Schutzrechte und Verwertungswege wie Ausgründungen oder Lizenzen.

Was das für die Industrie bedeutet

Für das IAMHH ist die additive Fertigung eine Technologie mit disruptivem Potenzial: Automatisierung und Digitalisierung der Abläufe könnten die Produktionslogik in Bereichen wie Dental‑ und Implantattechnik nachhaltig verändern. Die Förderung von bis zu drei Projekten jährlich soll genau solche Transferpfade von Forschung zu industrieller Anwendung ermöglichen, so Jan Johannsen, stellvertretender Geschäftsführer des Leistungszentrums.

Unternehmen, die an einer Zusammenarbeit interessiert sind, können sich an das Zentrum wenden, um Beteiligungsmodelle oder konkrete Kooperationsmöglichkeiten zu prüfen. Insgesamt stehen diese Projekte für einen Trend: additive Fertigung rückt aus der Einzelstückfertigung in Richtung skalierbarer, regulierbarer Produktion — mit direkten Folgen für Kosten, Qualität und Verfügbarkeit medizinischer Produkte.

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