Zusammenfassung zeigen Zusammenfassung verbergen
Eine aktuelle Analyse von Foodwatch macht deutlich: Kommt die geplante Zuckersteuer, müssten Hersteller vieler Kindergetränke die Rezepturen deutlich anpassen – teilweise fast halbieren. Das hat direkte Folgen für Preise, Produktgestaltung und den Alltag von Familien.
Foodwatch untersuchte zehn häufig gekaufte Erfrischungsgetränke, darunter Marken, die besonders bei Kindern beliebt sind. Das Ergebnis: Zahlreiche Produkte liegen deutlich über den Schwellen, die die Regierung derzeit diskutiert. Im Mittel enthalten die getesteten Getränke pro Portionsgebinde mehrere Dutzend Gramm Zucker.
So würde die Abgabe funktionieren
Vorgeschlagen ist ein gestaffeltes Modell, angelehnt an die Regelung in Großbritannien: Getränke mit mehr als 5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter würden mit rund 26 Cent pro Liter belegt, für Werte über 8 Gramm pro 100 Milliliter wären etwa 32 Cent pro Liter vorgesehen. Die Bundesregierung plant, die Abgabe ab 2028 einzuführen.
Quereinsteiger gesucht: Zahnarztpraxen setzen auf schnelle Hilfe gegen Fachkräftemangel
Kanzleramt neu besetzt: Warken an der Spitze, Linnemann leitet Gesundheitsressort
Die britische Erfahrung zeigt, dass Hersteller auf solche Regeln reagieren: Dort reduzierten viele Firmen den Zuckergehalt ihrer Softdrinks nach Einführung einer ähnlichen Abgabe deutlich, die Branche berichtet von Rückgängen im gehobenen zweistelligen Prozentbereich.
Welche Produkte stünden besonders unter Druck?
Foodwatch berechnete, wie stark einzelne Getränke reduziert werden müssten, damit Hersteller keine Abgabe zahlen. Nachfolgend die markantesten Beispiele aus dem Check (Werte gerundet):
- Gönrgy „Apfelringe“ (Energydrink) – aktuell ca. 13 g Zucker / 100 ml; in einer 500-ml-Dose rund 65 g. Benötigte Reduktion: etwa 40,5 g, um der Abgabe zu entgehen.
- Durstlöscher Multivitamin (Weser Gold) – ca. 12 g / 100 ml; 500-ml-Packung enthält rund 60 g Zucker. Benötigte Reduktion: etwa 35,5 g.
- Benny Kids Drinks Colamix – 330-ml-Dose mit rund 30 g Zucker. Benötigte Reduktion: rund 14 g.
- Sprite (Coca‑Cola) – 330-ml-Dose derzeit etwa 26 g Zucker; Reduktionsbedarf: etwa 10 g.
- Fanta (Coca‑Cola) – 330-ml-Dose rund 25 g Zucker; müsste um circa 9 g weniger Zucker enthalten.
- Yippy Cherry (Rauch) – rund 7,3 g / 100 ml; 330-ml-Flasche enthält etwa 24 g Zucker. Reduktion nötig: etwa 8 g pro Flasche.
- Fuze Tea Pfirsich (Coca‑Cola) – 400-ml-Flasche enthält aktuell etwa 9–10 Zuckerwürfel; Reduktionsbedarf laut Studie: rund 8 g.
- Solevita Multivitamin (Capri‑Sun/Niederrhein‑Gold) – 200-ml-Trinkpäckchen mit ca. 16 g Zucker; müsste um etwa 6 g reduziert werden.
- Capri‑Sun Orange & Monsteralarm – ebenfalls rund 16 g Zucker pro 200‑ml‑Pack; Reduktionsbedarf: etwa 6 g.
Der Marktcheck zeigt, dass die eingesetzten Mengen flüssigen Zuckers in einzelnen Fällen sehr hoch sind – besonders auffällig war der Energydrink, der pro Dose mehrere Dutzend Gramm Zucker liefert. Foodwatch warnt, dass solche Produkte für Kinder gesundheitlich problematisch sein können, weil flüssiger Zucker schnell Kalorien liefert ohne nennenswerte Nährstoffe.
Für Hersteller bedeutet die Regelung: Rezepturen überdenken, Portionen anpassen oder Mehrkosten in Kauf nehmen. Für Verbraucherinnen und Verbraucher könnte die Abgabe zu höheren Ladenpreisen führen, gleichzeitig aber auch zu weniger gesüßten Varianten im Regal.
Politisch schafft die Diskussion Druck: Befürworter sehen in der Abgabe ein Instrument, um Zivilisationskrankheiten zu bekämpfen und das Ernährungsverhalten zu verbessern; Kritiker warnen vor wirtschaftlichen Effekten auf die Getränkeindustrie und mögliche Preisschübe. Welche Reformen letztlich kommen, hängt an den weiteren Beratungen – bis zur möglichen Einführung 2028 bleibt die Branche unter Beobachtung.












