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Vom 11. bis 13. Juni 2026 trifft sich die Fachwelt in Bonn zur 73. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Prothetische Zahnmedizin und Biomaterialien (DGPro). Im Zentrum steht die Frage, wie zahnärztliche Prothetik heute zur Gesamtheit der Gesundheitsversorgung beiträgt — von Altersmedizin bis zu globalen Gesundheitsfragen.
Die Konferenz will nicht nur wissenschaftliche Erkenntnisse vorstellen, sondern auch zeigen, welche praktischen Konsequenzen sich für Behandler und Patientinnen ergeben. Angesichts einer alternden Bevölkerung und zunehmender multimorbider Patienten gewinnt die Verzahnung von Zahnmedizin und Allgemeinmedizin an Bedeutung.
Impulsgeber und thematischer Rahmen
Als besonderes Highlight ist ein Impulsvortrag von Prof. Dr. Eckart von Hirschhausen angekündigt. Sein Beitrag zur planetaren Gesundheit verknüpft klinische Perspektiven mit Fragen der öffentlichen Gesundheit, Kommunikation und interdisziplinären Vernetzung — ein Thema, das über die Zahnarztpraxis hinausweist.
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Die beiden Tagungspräsidenten, Univ.-Prof. Dr. Helmut Stark und PD Dr. Dominik Kraus (beide Bonn), erwarten intensive fachliche Debatten und persönliche Begegnungen, die neue Impulse für Forschung und Versorgung bringen sollen.
Kernpunkte des Programms
- Neurodegeneration und Demenz: Welche Rolle spielt prothetische Therapie bei kognitiven Störungen und wie beeinflussen Zahnersatzlösungen Lebensqualität und Ernährung?
- Ernährung und Stoffwechsel: Schnittstellen zwischen Prothetik und metabolischer Gesundheit — von Kauleistung bis zu diätetischen Folgen für Patienten mit Zahnersatz.
- Kau-/Spracheffekte: Wie sich Kaufunktion auf Sprechfähigkeit und soziale Teilhabe auswirkt.
- Psychogene Prothesenunverträglichkeit und die Umsetzung der neuen S3‑Leitlinie Angstpatienten in der täglichen Praxis.
- Kiefer‑ und Gesichtsprothetik: Gegenüberstellung von Versorgungswegen in spezialisierten Universitätskliniken und spezialisierten Praxen.
- Werkstoffkunde: Aktuelle Entwicklungen und praktische Einsatzmöglichkeiten moderner dentaler Materialien (Gemeinschaftsforum mit der EADT).
- Junge Forschung im Fokus: Science Slam zu Digitalisierung und KI in der prothetischen Zahnmedizin — schnelle, prägnante Projektvorstellungen im Wettbewerb.
Ein Gemeinschaftssymposium „DGPro meets DGI“ will bewährte Konzepte kritisch prüfen und neue Ansätze kontrovers diskutieren. Solche Gegenüberstellungen helfen, Versorgungsentscheidungen evidenzorientiert zu treffen und unterschiedliche Versorgungskonzepte praxisnah zu bewerten.
Das Werkstoffkundeforum legt Wert auf interdisziplinären Austausch: Zahnärzte, Zahntechniker und Wissenschaftler präsentieren praktische Erfahrungen mit neuen Materialien — von Indikationsauswahl bis zu Haltbarkeit und Bioverträglichkeit.
Was das für Praxis und Patienten bedeutet
Die Debatten zielen darauf ab, konkrete Versorgungsfragen zu klären: Wann ist welcher Zahnersatz für multimorbide, ältere Patientinnen sinnvoll? Wie lassen sich sprachliche Einschränkungen oder Kauprobleme therapeutisch adressieren? Und welche Rolle spielen Ernährungsinterventionen bei prothetischer Rehabilitation?
Für Praxisteams bedeutet das mehr Kooperationen mit Hausärzten, Ernährungsberatern und gegebenenfalls Neurologen sowie ein offener Umgang mit digitalen Werkzeugen — von CAD/CAM‑Workflows bis zu KI‑gestützten Planungsinstrumenten. Zugleich stellen solche Technologien neue Anforderungen an Schulung und Qualitätssicherung.
Junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erhalten in Bonn eine Bühne: Der Science Slam der DGPro Young Pros fördert kreative Kommunikation von Forschungsergebnissen und zeigt, wie Innovationskraft in der nächsten Generation verankert wird.
Weitere Details und das vollständige wissenschaftliche Programm werden fortlaufend auf der Kongressseite der DGPro veröffentlicht; die Registrierung ist bereits möglich.
Quelle: DGPro












