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Die gerade veröffentlichte 6. Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS 6, April 2026) liefert erstmals kombinierte Quer- und Längsschnittdaten über neun Jahre und verändert damit unser Bild von Zahn- und Zahnfleischgesundheit in Deutschland. Die Zahlen dokumentieren deutliche Fortschritte bei Karies und Zahnverlust, offenbaren aber zugleich ein weit verbreitetes Problem: Parodontale Erkrankungen und unzureichende Plaqueentfernung bleiben zentrale Risiken für die Allgemeingesundheit.
Was die neue Studie konkret zeigt
Die DMS 6 verbindet aktuelle Bestandsaufnahmen mit Verlaufsmessungen und macht damit Aussagen möglich, die frühere Erhebungen nicht leisten konnten. Im Fokus stehen sowohl junge Altersgruppen als auch Senioren — mit teilweise gegensätzlichen Trends.
Zu den wichtigsten Ergebnissen zählen:
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- Karies: Der DMFT-Wert bei Zwölfjährigen sank deutlich; ein Großteil dieser Altersgruppe ist inzwischen kariesfrei.
- Zahnverlust: Über alle Altersgruppen hinweg ist die Zahl verlorener Zähne rückläufig; bei 35‑ bis 44‑Jährigen liegt der Durchschnitt inzwischen bei etwa einem fehlenden Zahn, und vollständige Zahnlosigkeit in der Altersgruppe 65–74 ist auf rund 5 % gesunken.
- Parodontale Auffälligkeiten: Fast die gesamte erwachsene Bevölkerung weist in irgendeiner Form Zahnfleischprobleme auf; die Langzeitdaten zeigen, dass Erkrankungen bereits ab Mitte dreißig zunehmen und sich mit der Zeit verstärken.
- Plaque‑Kontrolle: Trotz häufiger Selbstangaben zu zweimal täglichem Zähneputzen bleiben nach dem Putzen im Mittel geschätzt 44–52 % der Belagsflächen ungereinigt.
Diese Befunde haben unmittelbare Konsequenzen: Parodontale Erkrankungen erhöhen das Risiko für Zahnverlust und stehen in Zusammenhang mit systemischen Erkrankungen wie Diabetes. Außerdem verschieben sich die zahnmedizinischen Anforderungen, weil immer mehr Menschen mit Kronen, Brücken und Implantaten leben — Prothesenpflege wird damit relevanter.
Risikofaktoren und praktische Folgen
Rauchen und ein schlecht eingestellter Diabetes zählen weiterhin zu den stärksten Risikotreibern für entzündliche Veränderungen am Zahnhalteapparat. Rauchen kann frühe Warnzeichen verschleiern, sodass Beschwerden später erkannt werden.
Für Patienten und Behandler bedeutet das: Prävention und regelmäßige Kontrollen gewinnen an Bedeutung. Interdentalreinigung und Zahnpflegeroutinen sind längst kein Luxus, sondern zentraler Bestandteil der Gesundheitsvorsorge.
Was Hersteller von „medizinischen“ Zahncremes dazu sagen
Parallel zur Veröffentlichung der DMS 6 bewerben mehrere Anbieter ihre als medizinisch klassifizierten Zahncremes mit dem Versprechen, spezifische Defizite aus der Studie anzusprechen. Drei Produktansätze lassen sich unterscheiden — neutral zusammengefasst nach Herstelleraussagen:
- Aminomed (Herstellerangaben): Wird als entzündungshemmend beschrieben und soll Inhaltsstoffe enthalten, die Zahnfleischreizungen lindern und die bakterielle Belastung reduzieren.
- Ajona (Herstellerangaben): Positioniert sich als besonders schonend für empfindliche Zahnhälse, Kronen und Implantate; der Hersteller hebt einen niedrigen Abriebwert und antiseptische Wirkkomponenten hervor.
- Pearls & Dents (Herstellerangaben): Nutzt laut Hersteller ein Perlen‑System in der Paste, das die mechanische Reinigung verbessern und hartnäckige Verfärbungen schonender entfernen soll; die Perlen sind demnach biologisch abbaubar.
Wichtig ist: Solche Produktversprechen sollten kritisch geprüft und idealerweise mit der zahnärztlichen Beratung abgestimmt werden. Abrasivität, Inhaltsstoffe und klinische Daten sind relevante Kriterien bei der Auswahl.
Konkrete Handlungsempfehlungen für Leser
- Putzen Sie mindestens zweimal täglich und ergänzen Sie die Routine durch Interdentalreinigung (Zahnseide, Interdentalbürsten).
- Lassen Sie regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt nicht aus — besonders bei Rauchern und Menschen mit Diabetes.
- Bei Zahnersatz oder Implantaten auf eine schonende Reinigung achten; abrasive Pasten können Restaurationen und freiliegende Wurzelflächen schädigen.
- Fragen Sie Ihren Zahnarzt nach geeigneten Produkten und nachweislichen Studien zur Wirksamkeit, bevor Sie neue Spezialpasten dauerhaft verwenden.
Die DMS 6 zeigt: Deutschland steht in vielen Bereichen besser da als noch vor Jahren — aber eine alte, oft unterschätzte Gefahr bleibt bestehen. Wer die eigenen Zahnfleischwerte langfristig schützen will, sollte Routinen, Risikofaktoren und Produktwahl gleichermaßen prüfen und in enger Abstimmung mit Fachpersonal verbessern.












