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Auf der Dental Bern zeigt Dentsply Sirona, wie sich Chairside‑Zahnmedizin ins digitale Zeitalter verschiebt: Cloud‑gestützte Workflows, neue Fertigungseinheiten und erweiterte Interoperabilität stehen im Mittelpunkt – und das alles mit einer Spendenaktion, die gewissermaßen Praxisstudio und Hilfsprojekt verbindet. Für Zahnärzte bedeutet das schnellere Abläufe und mehr Flexibilität; für Patientinnen und Patienten potenziell kürzere Behandlungszeiten und besser abgestimmte Restaurationen.
Die Präsentation dreht sich um das Konzept „Connected Dentistry“: digitale Prozesse, vernetzte Geräte und KI‑Unterstützung sollen Routineabläufe vereinfachen und die Zusammenarbeit zwischen Praxis, Labor und Herstellern verbessern. Besonders relevant ist die Migration klassischer Chairside‑Funktionen in die Cloud, weil sie Praxen neue Optionen bei Datenaustausch und Zusammenarbeit eröffnet.
CEREC in der Cloud: was sich ändert
Mit CEREC on DS Core zieht eine cloudbasierte Plattform in das bekannte Chairside‑System ein. Anwender erhalten in der Plattform KI‑gestützte Vorschläge für Präparationsränder sowie automatische Designvorschläge für Kronen, Inlays und Onlays. Ein integrierter Workflow‑Assistent führt durch einzelne Arbeitsschritte.
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Wesentlich für die Praxis: Das System erlaubt den Export von Designs als STL‑Dateien und arbeitet mit ausgewählten Intraoralscannern von Drittanbietern zusammen. Diese Offenheit kann Warte‑ und Kommunikationszeiten verkürzen sowie die Zusammenarbeit mit externen Labors erleichtern.
Neue Fertigungslösungen für die Chairside-Produktion
Das bisherige Spitzenmodell CEREC Primemill bleibt erhalten. Ergänzt wird es jedoch durch zwei neue, unterschiedlich ausgerichtete Geräte:
- CEREC Primemill Lite – eine kosteneffizientere Fräseinheit für ein breites Indikationsspektrum, inklusive Brücken und Veneers.
- CEREC Go – eine anwenderfreundliche Nass‑Schleifeinheit, zugeschnitten auf Komposit‑ und Hybridkeramik‑Restaurationen, mit geringem Schulungsaufwand.
Beide Lösungen zielen darauf ab, Single‑Visit‑Behandlungen praktikabler zu machen: Für die Praxis bedeutet das weniger Termine pro Patient, für die Patienten eine kürzere Gesamtdauer bis zur fertigen Versorgung.
Materialien und Erweiterungen im digitalen Workflow
Neu im Portfolio ist das multidimensionale Zirkonoxid CEREC Cercon 4D, das als ästhetische Option für verschiedenste Restaurationen vorgestellt wird. Auf der Implantatseite setzt Dentsply Sirona auf die EV‑Familie mit einem abgestimmten Prothetiksortiment, das Standardisierung und Effizienz bei Implantatversorgungen verspricht.
Zusätzlich werden Aligner‑Lösungen unter der Marke SureSmile gezeigt. Herstellerbetonte Materialien und Fertigungsprozesse sollen hier für präzisere Zahnbewegungen und höheren Tragekomfort sorgen — ein Aspekt, der insbesondere Patienten mit ästhetischen Behandlungswünschen betrifft.
Was das für Praxen konkret bedeutet
Die technischen Neuerungen sind kein Selbstzweck: Cloud‑Anbindung, STL‑Export und Drittanbieter‑Support eröffnen Praxen mehr Entscheidungsfreiheit bei der Wahl von Laborpartnern und Geräten. Gleichzeitig können automatisierte Designhilfen Routineaufgaben entlasten und die Einarbeitungszeit für neues Personal reduzieren.
Gleichzeitig bleiben Fragen offen: Datenschutz bei cloudbasierten Patientendaten, die echte Kompatibilität mit Fremdscannern in der Praxisrealität und die langfristigen Kosten für Software‑Abonnements sind Punkte, die jede Praxis individuell abwägen muss.
Hands‑on und gesellschaftliche Wirkung
Auf der Messe können Besucherinnen und Besucher die Systeme live testen. Dentsply Sirona koppelt die Vorführung an eine Spendenaktion: Für jede am Stand designte Krone werden 10 CHF an Smile Train gespendet, die weltweit größte Organisation zur Behandlung von Lippen‑Kiefer‑Gaumenspalten. Die Aktion ist bis zu einer Spendensumme von 5.000 CHF limitiert und ist Teil des Nachhaltigkeitsprogramms BEYOND.
Die Kombination aus Demonstration und Spendeninitiative hat zwei Effekte: Sie senkt die Hemmschwelle, neue Technik auszuprobieren, und macht die Veranstaltung für Besucher sozial relevant.
Wichtige Punkte auf einen Blick
- Cloud‑Integration: CEREC‑Funktionen in DS Core mit KI‑Assistenz und STL‑Export.
- Neue Geräte: Primemill bleibt Premium, Primemill Lite und CEREC Go erweitern das Angebot.
- Materialinnovationen: Cercon 4D‑Zirkonoxid für ästhetische Restaurationen.
- Interoperabilität: Unterstützung ausgewählter Drittanbieter‑Scanner erhöht Praxisflexibilität.
- Sozialer Bezug: Spendenaktion für Smile Train (10 CHF pro designter Krone, bis 5.000 CHF).
In der Praxisrealität dürfte das Angebot vor allem für mittlere und größere Praxen sowie integrierte Praxis‑Labor‑Teams interessant sein. Kleinere Praxen müssen abwägen, ob Investitionen in neue Hardware und cloudbasierte Dienste wirtschaftlich sinnvoll sind — oder ob sich Kooperationsmodelle mit Laboren besser eignen.
Die Dental Bern bietet damit nicht nur einen Blick auf technische Weiterentwicklungen, sondern stellt die Frage, wie digitale Zahnmedizin künftig organisiert und verantwortet wird: technisch, ökonomisch und ethisch.












