Zahnzusatzversicherung: Nelly nutzt Privadent für schnellere digitale Abwicklung

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Viele Patientinnen und Patienten in Deutschland stehen vor einer doppelten Hürde: höhere Eigenanteile bei Zahnbehandlungen und ein undurchsichtiges Angebot an Zusatzversicherungen. Das Berliner Health‑Tech Nelly hat gemeinsam mit Privadent eine Funktion entwickelt, die während der digitalen Patientenaufnahme individuelle Empfehlungen für Zahnzusatzpolicen liefert – mit dem Ziel, Behandlungen planbarer und Praxen administrativ zu entlasten.

Die Nachfrage nach privaten Zusatzpolicen wächst: Für 2024 weist der Markt in Deutschland mehr als 31 Millionen Verträge aus, ein Plus gegenüber dem Vorjahr, wobei rund 42 Prozent davon auf Zahnzusatzversicherungen entfallen. Hintergrund sind vor allem steigende Zuzahlungen bei präventiven, ästhetischen und hochwertigen Leistungen.

Wie die Empfehlung in der Praxis funktioniert

Bei der digitalen Aufnahme können Patientinnen und Patienten Nelly aktivieren; auf Grundlage des erfassten Zahnstatus erzeugt das System eine Auswahl von Tarifen, die künftige, geplante Behandlungen bestmöglich abdecken sollen. Die Auswahl orientiert sich an medizinischen Notwendigkeiten und individuellen Präferenzen, nicht an allgemeinen Bestsellern.

Im Anschluss bleibt Nelly Ansprechpartner für die weitere Kommunikation mit Versicherern und begleitet den Prozess bis zum Vertragsabschluss. Für Praxen bedeutet das: Beratung, Dokumentation und Formalitäten laufen automatisiert ab, ohne zusätzlichen Personaleinsatz.

Konkrete Folgen für Versorgung und Praxisbetrieb

Wenn Patientinnen und Patienten finanzielle Hürden leichter überwinden, werden empfohlene Behandlungen seltener verschoben oder ganz abgesagt. Das wirkt sich direkt auf die Behandlungsqualität und die langfristige Mundgesundheit aus.

Für Praxen bringt die Integration wirtschaftliche Stabilität: planbarer Behandlungsverlauf, geringere Ausfallrisiken und stabilere Honorare. Gleichzeitig verringert sich der Aufwand für Versicherungsberatung und Verwaltung, weil viele Schritte digitalisiert sind.

Ein Schritt zu einer umfassend digitalen Patientenreise

Nach Angaben des Unternehmens zielt die Erweiterung darauf ab, administrative Belastungen entlang der gesamten Patientenreise zu reduzieren. Die Lösung wird in bestehende Praxisverwaltungssoftware eingebunden, damit digitale Workflows ohne Medienbrüche entstehen.

Nelly arbeitet laut Unternehmensangaben bereits in mehreren tausend Praxen und hat ein Volumen von Millionen digitalisierter Dokumente verarbeitet. Pro Patient sollen im Schnitt rund zehn Minuten Verwaltungszeit eingespart werden, was kumulativ enorme Entlastung für das medizinische Personal bedeutet.

„Entscheidungen sollten dort fallen, wo die medizinische Notwendigkeit liegt, nicht dort, wo die Finanzierung unklar ist“, sagt Niklas Radner, Co‑Founder und CEO von Nelly Solutions, und nennt die Empfehlungstechnologie deshalb einen Hebel, um Versorgung transparenter und weniger stressbehaftet zu machen.

Was bleibt zu beobachten

Ob und wie schnell sich solche integrierten Lösungen flächendeckend durchsetzen, hängt von mehreren Faktoren ab: der Akzeptanz durch Praxisteams, der technischen Integration in unterschiedliche Verwaltungssysteme und der Transparenz der Versicherungsangebote. Für Patientinnen und Patienten ist jedoch eines jetzt schon klar: Mehr digitale Unterstützung bei der Tarifwahl kann unmittelbare Folgen für die Zugänglichkeit und Planbarkeit zahnmedizinischer Behandlungen haben.

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