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- Wie viele Praxen schon digital arbeiten
- Konkrete Auswirkungen im Alltag
- Digitalisierung darf nicht ausschließen
- Was die Einführung digitaler Prozesse bremst — und was sie fördert
- Datenintegration bleibt eine Baustelle — aber nicht überall
- Kompetenzen und Weiterbildung
- Was das für Patientinnen und Patienten bedeutet
Eine aktuelle Umfrage des PKV Instituts zeigt: Die Digitalisierung verändert den Praxisalltag spürbar — und das jetzt. Für Patientinnen, Patienten und Praxisteams bedeutet das weniger Papierkram, veränderte Abläufe und neue Anforderungen an Organisation und Schulung.
Wie viele Praxen schon digital arbeiten
Mehr als 1.600 Mitarbeitende aus Hausarzt-, Facharzt- und Zahnarztpraxen beteiligten sich an der Online-Befragung. Sie liefern ein differenziertes Bild davon, wo digitale Anwendungen bereits Entlastung bringen und wo Handlungsbedarf besteht.
- Dokumentation: Rund 56 % der Praxen geben an, dass digitale Lösungen dort am stärksten entlasten.
- Termin- und Kapazitätsmanagement: Etwa ein Drittel bis knapp die Hälfte erlebt hier Verbesserungen (Hausärzte ~36 %, Fachärzte ~46 %, Zahnärzte ~35 %).
- Patientenaufnahme/Verwaltung: Verbesserte Abläufe melden vor allem Zahnärzte (nahe 49 %), aber auch Haus- und Facharztpraxen.
- KI und Sprache: Funktionen wie Sprach-zu-Text oder KI-gestützte Dokumentation gelten für rund 70 % der Befragten als entlastend.
- Terminbuchung online: Mehr als die Hälfte bietet Termine per E‑Mail oder Online-Formular an; KI-Telefonassistenten nutzen bereits jeweils rund 10–11 % der Haus‑ und Facharztpraxen, bei Zahnärzten liegen sie deutlich darunter.
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Konkrete Auswirkungen im Alltag
Viele Teams berichten von messbaren Zeitgewinnen: KI-gestützte Dokumentationen reduzieren laut Befragten die Dokumentationszeit pro Patient um etwa zehn bis fünfzehn Minuten. Das schafft Spielraum für ausführlichere Gespräche oder eine entspanntere Organisation des Tages.

Gleichzeitig bleibt das persönliche Gespräch zentral: Fast alle Praxen vereinbaren Termine weiterhin telefonisch oder direkt vor Ort.
Digitalisierung darf nicht ausschließen
Die Umfrage zeigt: Praxen setzen auf Hybridangebote. Bei der Anamnese etwa können Patienten in rund einem Fünftel der Fälle Fragebögen vorab digital ausfüllen; über ein Viertel der Praxen stellt Tablets in der Praxis bereit. Viele Praxen halten aber weiterhin analoge Formulare bereit, um Besucherinnen und Besucher, die digitale Angebote nicht nutzen wollen oder können, nicht auszuschließen.

Inklusion bleibt somit ein Leitprinzip: Digitale Erleichterungen sind nützlich, dürfen aber nicht zur Hürde werden, so die befragten Praxisleitungen.
Was die Einführung digitaler Prozesse bremst — und was sie fördert
Als Hindernisse nennen Praxen unterschiedliche Ursachen: In Facharztpraxen wird am häufigsten fehlende Erfahrung mit digitalen Werkzeugen genannt; in Haus‑ und Zahnarztpraxen steht Zeitmangel ganz oben.
Wesentlichere Erfolgsfaktoren sind jedoch organisatorischer Natur. Teams, die Neuentwicklungen erfolgreich umgesetzt haben, heben hervor:
- die frühzeitige Einbindung des gesamten Teams,
- klar definierte Abläufe,
- zielgerichtete Schulungen,
- und Rückhalt durch die Praxisleitung.
Nur in etwa einem Drittel der Praxen gibt es eine klar benannte Person, die das Thema Digitalisierung koordiniert.
Datenintegration bleibt eine Baustelle — aber nicht überall
Automatischer Datenaustausch ist inzwischen Realität in etwa jeder fünften Praxis. Fast die Hälfte bewertet ihre Systeme als überwiegend gut vernetzt; rund drei von zehn sehen noch Teillösungen. Nur ein geringer Anteil berichtet von umfangreicher Doppelarbeit bei der Datenerfassung.
„Die Praxen unterscheiden sich stark in Struktur und Anforderungen“, sagt eine Praxismanagerin und verweist darauf, dass individuelle Schnittstellen zunehmend nachgefragt werden.
Kompetenzen und Weiterbildung
Wie sicher fühlen sich Mitarbeitende im Umgang mit digitalen Tools? Gut vier von zehn geben an, eher sicher zu sein; etwa ein Drittel fühlt sich sehr sicher. Jede fünfte Person ist unschlüssig.
Als persönliche Voraussetzungen für einen erfolgreichen digitalen Wandel nennen Befragte vor allem ein Bewusstsein für Datenschutz und IT‑Sicherheit, Verständnis für digitale Abläufe sowie eine grundsätzliche Offenheit gegenüber neuen Lösungen.
Die meisten Schulungen kommen von externen Anbietern; Handreichungen und interne Anleitungen sind ebenfalls verbreitet. Systematische interne Trainings sind weniger verbreitet, und in etwa einem Zehntel der Praxen findet das Lernen primär am Arbeitsplatz statt.
Was das für Patientinnen und Patienten bedeutet
Kurzfristig dürften digitale Abläufe die Wartezeiten reduzieren und Verwaltungsaufwand senken. Langfristig hängt die Nutzbarkeit digitaler Angebote davon ab, wie gut Praxen Prozesse anpassen, Mitarbeitende schulen und zugleich Zugangsbarrieren abbauen.
Die Ergebnisse der PKV‑Institut‑Befragung deuten darauf hin, dass technische Lösungen allein nicht ausreichen: Es braucht strukturierte Einführung, abgestimmte Abläufe und Führung, damit Digitalisierung den Praxisbetrieb tatsächlich erleichtert.
Quelle: PKV Institut (Ergebniszusammenfassung der Umfrage zu Digitalisierung und KI in Arzt‑ und Zahnarztpraxen)











