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- Neuer Leitungsvorsitz — was verändert sich?
- Krisenherd Versorgungswerk: Renten in Gefahr
- Verteilung statt Überangebot — Probleme der Versorgung
- Personal und Ausbildung: Gegen den Fachkräftemangel
- Konkrete Erwartungen an die nächste Landesregierung
- Versorgung für Pflegebedürftige und vulnerable Gruppen
- Wer sind die beiden?
Kurz vor der Berliner Abgeordnetenhauswahl rückt die Führung der Zahnärztekammer Berlin in den Fokus: Mit einer neuen Präsidentin und einem neuen Vize stehen drängende Fragen zur Versorgung, zu Pensionen und zur Nachwuchssicherung auf der Agenda. Was jetzt entschieden wird, hat direkte Folgen für Praxisabläufe, Patientinnen und Patienten sowie die Finanzlage der Versicherten.
Neuer Leitungsvorsitz — was verändert sich?
Seit Januar leiten Dr. Bianca Göpner‑Fleige und Dr. Dietmar Kuhn die Geschicke der Berliner Zahnärzteschaft. Beide betonen, dass sie aus der Praxis kommen und die Arbeit der Kammer stärker auf Transparenz und die Alltagssorgen der Kolleginnen und Kollegen ausrichten wollen.
Göpner‑Fleige nennt als Leitmotiv den Blick „von der Basis“ und verspricht unabhängige, ergebnisorientierte Kammerarbeit. Kuhn sieht seine Rolle vor allem als Brücke zwischen Praxis, Politik und Verwaltung — mit dem Ziel, die zahnärztliche Selbstverwaltung handlungsfähiger zu machen.
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Krisenherd Versorgungswerk: Renten in Gefahr
Das Versorgungswerk der Zahnärztekammer hat Verluste erlitten, die künftige Rentenzahlungen belasten könnten. Diese Entwicklung sorgt für erhebliche Verunsicherung unter den Versicherten und hat bei den jüngsten Wahlen bereits das Abstimmungsverhalten beeinflusst.

Göpfner‑Fleige fordert umfassende Aufklärung und erwartet, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Gleichzeitig betont sie das Vertrauen in die neuen Gremien, die nun versuchen müssten, das verbleibende Kapital bestmöglich zu sichern.
Kuhn weist auf die rechtliche Trennung zwischen Kammer und Versorgungswerk hin: Die Kammer führt nicht die Geschäfte des Versorgungswerks, nimmt die Vorgänge aber als Belastung der gesamten Standesvertretung wahr. Zur Stärkung der Nachvollziehbarkeit werden Delegiertenversammlungen jetzt live übertragen.
Verteilung statt Überangebot — Probleme der Versorgung
Trotz hoher Zahnarztdichte in Berlin existieren regionale Lücken. Innenstädte bleiben oft besser versorgt, während Randbezirke längere Wege bedeuten — ein Verteilungsproblem, nicht unbedingt ein Quantitätsmangel.
Hinzu kommt die Demografie: Der Wegfall geburtenstarker Jahrgänge könnte mittelfristig auch in Berlin zu einer spürbaren Unterversorgung führen.
Ein weiterer Trend setzt sich fort: Die Zahl investorengeführter MVZ steigt in Metropolen wie Berlin. Die Kammer mahnt, dass medizinische Entscheidungen Vorrang vor Rendite haben müssen und äußert Skepsis gegenüber rein kommerziellen Modellen.
Personal und Ausbildung: Gegen den Fachkräftemangel
Der Personalmangel trifft viele Praxen hart. Beide Vorstände sehen in der Stärkung der Ausbildung zur/zum Zahnmedizinischen Fachangestellten einen zentralen Hebel.

Die Kammer beteiligt sich an bundesweiten Initiativen, setzt auf moderne Ansprachekanäle und will junge Menschen dort erreichen, wo sie aktiv sind. Gleichzeitig zeigt sich das Problem, dass viele ausgebildete ZFA den Beruf nach wenigen Jahren verlassen — ein Faktor, der die Praxisbetriebe zusätzlich belastet.
| Thema | Position / Maßnahme | Konsequenz für Patienten und Praxen |
|---|---|---|
| Versorgungswerk | Transparenz, Aufarbeitung der Verluste, Stabilisierung des Kapitals | Erhalt von Rentenansprüchen, Vertrauenswiederherstellung |
| Versorgungsverteilung | Förderung ländlicher Randbezirke, Beobachtung von Praxiskonzentrationen | Bessere Erreichbarkeit für Patientinnen und Patienten |
| Ausbildung | Attraktivitätssteigerung der ZFA‑Ausbildung, Social‑Media‑Kampagnen | Mehr Nachwuchs, geringere Personalfluktuation |
| MVZ | Kritische Begleitung investorengeführter Modelle, Fokus auf Patientenwohl | Schutz vor rein kommerziellen Anreizen in der Behandlung |
Konkrete Erwartungen an die nächste Landesregierung
Beide Vorstände fordern eine neue Landesregierung auf, praxisnahe Lösungen zu unterstützen: weniger Bürokratie, angepasste Hygiene- und Dokumentationsstandards sowie ein direkter Dialog mit Fachleuten, um unnötige Belastungen zu reduzieren.
Sie argumentieren, dass nur durch eine Reduzierung administrativer Hürden die Freiberuflichkeit attraktiv bleibt und erfahrene Kolleginnen und Kollegen länger im Beruf gehalten werden können.
- Mehr Transparenz und Kontrolle beim Versorgungswerk
- Förderprogramme zur Ansiedlung in Randbezirken
- Maßnahmen zur Stärkung der Ausbildung und Bindung von ZFA
- Regulatorische Aufmerksamkeit gegenüber investorengeführten MVZ
Versorgung für Pflegebedürftige und vulnerable Gruppen
Die Kammer arbeitet laut Göpner‑Fleige und Kuhn eng mit Verwaltung, Krankenkassen und bundesweiten Gremien zusammen, um zahnmedizinische Versorgung auch für zu Hause lebende, pflegebedürftige Menschen zu verbessern. Projekte und Kooperationen mit der KZBV und weiteren Stellen sollen hier Wirkung zeigen.
Wer sind die beiden?
Dr. Bianca Göpner‑Fleige ist seit 2002 Praxisinhaberin in Berlin, promoviert und langjährig in berufsständischen Aufgaben aktiv. Sie war unter anderem in Prüfungs- und Beratungsfunktionen tätig und gehört seit 2026 als Präsidentin dem Vorstand der Zahnärztekammer Berlin an.
Dr. Dietmar Kuhn betreibt eine Praxis in Tempelhof und ist seit den späten 1990er‑Jahren in verschiedenen Gremien von KZV und ZÄK engagiert. Nach vielen Jahren Vorstandsarbeit ist er nun Vizepräsident der Kammer.
Die Stichworte des neuen Führungspaares: mehr Transparenz, stärkere Praxisnähe und eine politische Vertretung, die kurz vor der Wahl klare Signale an die Verantwortlichen in Land und Kommunen senden will.












