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Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Berlin hat erneut an die jüdischen Kolleginnen und Kollegen erinnert, die während der nationalsozialistischen Diktatur Berufsverbot, Vertreibung oder Ermordung erlitten. Die Initiative verbindet Recherche, Bildung und öffentliche Erinnerung – und richtet zugleich einen Blick auf die Verantwortung der heutigen Standesvertretung.
Gedenkarbeit zwischen Forschung und Öffentlichkeit
Die KZV Berlin stellt die Lebenswege betroffener Zahnärztinnen und Zahnärzte in den Fokus ihrer Arbeit: Neben dem Sammeln von Biografien werden Archivmaterialien gesichtet und Erinnerungsformate entwickelt, die auch für Laien zugänglich sind. Ziel ist es, Lücken in der beruflichen Geschichtsschreibung zu schließen und das Vergessen aktiv zu verhindern.
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Solche Maßnahmen sind nicht nur historisch relevant. Sie schaffen eine Grundlage für schulische und berufliche Bildungsangebote und setzen ein Zeichen gegen jede Form von Ausgrenzung.
- Biografische Recherche: Aufarbeitung von Berufsverboten, Emigrationen und Schicksalen innerhalb der Zahnarztkollegenschaft.
- Öffentliche Formate: Vorträge, Ausstellungen und digitale Dossiers, die die lokale Erinnerungsarbeit stärken.
- Kooperationen: Zusammenarbeit mit Archiven, Gedenkstätten und jüdischen Bildungsinstitutionen zur wissenschaftlichen Absicherung.
- Bildungsarbeit: Einbindung der Ergebnisse in Fortbildungen und Studiencurricula für Zahnmedizin.
Konkrete Ziele und Maßnahmen
| Ziel | Maßnahme |
|---|---|
| Dokumentation | Erstellung eines öffentlich zugänglichen Namensverzeichnisses und digitaler Archive |
| Öffentliche Erinnerung | Ausstellungen, Gedenkveranstaltungen und Publikationen |
| Bildung | Lehrmaterialien für Studierende und Fortbildungen für Praxispersonal |

Warum das heute relevant ist
Die Auseinandersetzung mit dieser Vergangenheit betrifft nicht nur die historische Bilanz einer Berufsgruppe. Sie berührt Fragen von Berufsidentität, Standesethik und dem Umgang mit Diskriminierung. Erinnerung ist damit ein Baustein zur Stärkung demokratischer Verantwortung im Gesundheitswesen.
Vor allem in Zeiten, in denen antisemitische Vorfälle wieder häufiger berichtet werden, ist eine sichtbare Erinnerungskultur ein klares Signal. Sie trägt dazu bei, dass institutionelle Strukturen auf ihre Schutzwirkung und Sensibilität überprüft werden.
Die KZV Berlin betont, dass die Aufarbeitung kein einmaliges Projekt bleiben darf: Langfristige Dokumentation und regelmäßige Bildungsangebote sollen dauerhaft in die Arbeit der Standesvertretung integriert werden.
Solche Initiativen zeigen, wie berufliche Selbstverständnisse durch historische Arbeit geprägt werden können — und warum Erinnerung für Gegenwart und Zukunft gleichermaßen bedeutend ist.












