BioniQ beschleunigt Praxis- und Laborabläufe: mehr Zeit für Patienten

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Die Reverse‑Scan‑Technik (RST) verändert, wie Zahnärzte und Labore Implantatpositionen digital verifizieren — sie reduziert systematische Fehler beim Zusammenführen von Scandaten und macht klassische Abformungen für große festsitzende Versorgungen überflüssig. Die Methode wurde von MUDr. Pavel Hyspler, Ph.D., entwickelt und 2023 im Journal of Prosthetic Dentistry vorgestellt; für Praxen und Labore bedeutet das kürzere Abläufe und eine höhere Planbarkeit bei komplexen Fällen.

Wie die Methode praktisch arbeitet

Im Kern verknüpft die RST intraorale Scans mit einem einzigen Laborscan des geplanten prothetischen Modells, das mit *scanbaren* Analogteilen versehen ist. Dieses Vorgehen vermeidet das normalerweise nötige mehrstufige Matching verschiedener Scanquellen und liefert so eine präzisere räumliche Zuordnung der Implantate.

Die Validierung durch Hyspler und Kollegen zeigt: Wer den Laborscan inklusive Scananalogen nutzt, reduziert Abweichungen, die bei klassischen Workflows durch das Zusammenfügen von Daten entstehen können. Das ist speziell bei größeren, mehrgliedrigen Versorgungen relevant, wo kleine Positionsfehler gravierende Folgen haben.

Scananaloge BioniQ® — konzipiert für den RST‑Workflow

Scananaloge BioniQ® wurden gezielt für die Reverse‑Scan‑Technik entwickelt. Sie besitzen eine speziell ausformulierte, gut erfassbare Geometrie und sind aus Titan Grad 4 gefertigt. Varianten existieren für die beiden prothetischen Plattformen des Systems (QR und QN) sowie als Scananaloge für verschraubte Abutments (Screw‑On).

  • Präzise Übertragung von Emergenzprofilen
  • Genaue Digitalisierung von sogenannten „Solid Indexes“
  • Einfachere Erfassung provisorischer Versorgungen

Die Elemente erlauben einen vollständigen digitalen Workflow ohne Gipsmodell und sind mit gängigen CAD/CAM‑Systemen interoperabel.

Vergleich: Konventionelle Abformung vs. Reverse‑Scan‑Technik
Aspekt Konventionelle Abformung Reverse‑Scan‑Technik
Fehlerquelle Mehrstufiges Matching, Gipsverformung Einheitlicher Laborscan reduziert Matching‑Fehler
Notwendigkeit von Gipsmodellen Ja Nein
Workflow‑Tempo Zeitintensiver Schneller, weniger Schleifen zwischen Praxis und Labor
Genauigkeit bei umfangreichen Versorgungen Variabel, abhängig von mehreren Faktoren Höher, wenn RST korrekt umgesetzt wird

Was das für Praxis und Labor bedeutet

Für Behandler heißt das konkret: weniger Nacharbeiten, bessere Vorhersagbarkeit des Sitzes festsitzender Rekonstruktionen und potenziell kürzere Rekonstruktionszeiträume für Patienten. Labore profitieren durch klarere Datengrundlagen und reduzierte Iterationen bei der Fertigung.

Gleichzeitig sind Voraussetzungen zu beachten: Die RST erfordert einen Laborscanner mit ausreichender Auflösung, passende digitale Bibliotheken und geschulte Anwender. Digitale Modelle für Scananaloge BioniQ® sind derzeit für Systeme wie exocad und 3Shape verfügbar – das erleichtert die Integration in bestehende CAD/CAM‑Workflows.

Wissenschaftliche Einordnung und Grenzen

Die Publikation in der Journal of Prosthetic Dentistry liefert experimentelle Daten zur Validität der Methode, doch die Langzeitdaten zu klinischen Outcomes, besonders über mehrere Implantate oder prothetische Konzepte hinweg, bleiben begrenzt. Anwender sollten daher die RST schrittweise in ihre Routine einführen und Ergebnisse kritisch prüfen.

Kurzfristig verspricht die Technik aber einen praktischen Vorteil: Sie adressiert eine bekannte Schwachstelle digitaler Workflows – das Zusammenfügen heterogener Scandaten – und bietet eine direkte Lösung, die sich schon heute in vielen Fällen rechnen kann.

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