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Berlin, 2. Oktober 2026 — Beim erstmals vergebenen FVDZ GREEN DENTISTRY Award wurden heute Projekte ausgezeichnet, die die Zahnmedizin nachhaltiger, zugänglicher und digitaler machen. Die prämierten Initiativen liefern praxisnahe Konzepte gegen Plastikmüll, gegen Versorgungsengpässe und für barrierefreie Vorsorge – mit unmittelbaren Folgen für Patientinnen, Patienten und Praxisteams.
Die Preisträger und worauf es ankommt
In der Kategorie Soziales Engagement setzte sich Anna‑Lena Hillebrecht mit ihrem Projekt durch. „Special Smiles“ baut niedrigschwellige, barrierefreie Screening-Angebote für Menschen mit geistiger Behinderung auf, evaluiert diese wissenschaftlich und integriert die Ausbildung künftiger Fachkräfte. Ergebnis: eine messbare Verbesserung der Erreichbarkeit zahnmedizinischer Versorgung für eine besonders verletzliche Patientengruppe.

Den Preis für Ressourcenbewusstsein erhielt Dr. Sven Molitor mit „Mehrweg statt Einweg“. Sein Vorhaben kombiniert eine Pilotstudie mit einem umsetzbaren Konzept zur Substitution von Einweg-Kunststoffen durch wiederverwendbare Produkte bei Routinebehandlungen. Die untersuchten Daten zeigen Einsparpotenziale bei Plastikabfall und CO₂‑Emissionen direkt am Behandlungsstuhl – ein Ansatz, der sich schnell auf viele Praxen übertragen lässt.
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In der Kategorie Innovation überzeugte Dr. Lisa Hezel mit dem Projekt „Lückenschluss im Versorgungsmangel“. Hinter der Initiative steht eine digitale Plattform inklusive Notdienstportal, das kurzfristig verfügbare Behandlungskapazitäten sichtbar macht und Patientinnen sowie Patienten ohne Hauszahnarzt direkt vermittelt. Der technische Ansatz reduziert Verwaltungsaufwand und macht kurzfristig frei werdende Termine nutzbar.
Konsequenzen für Praxis und Patienten
Die drei Projekte zeigen unterschiedliche Hebel: bessere Erreichbarkeit für benachteiligte Gruppen, weniger Müll im Praxisalltag und effizientere Nutzung vorhandener Kapazitäten. Praktisch heißt das:

- Für Patientinnen und Patienten: mehr Zugänge zu Versorgung, weniger Hürden und bessere Chancen auf zeitnahe Behandlung.
- Für Praxen: konkrete Methoden zur Abfallreduktion, einsparbare Kosten und neue Wege zur Patientenzuweisung.
- Für Gesundheitsversorgung insgesamt: Vorbilder, die sich skaliert auf regionale oder nationale Angebote ausweiten lassen.
Der Freie Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) hatte den Award ins Leben gerufen, um nachhaltige Initiativen innerhalb der Zahnmedizin sichtbar zu machen. Die Jury setzte sich aus praktizierenden Zahnärztinnen und Zahnärzten, Wissenschaftlern, Studierenden sowie Vertreterinnen und Vertretern der Fachpresse und weiterer Verbände zusammen. Die stellvertretende Bundesvorsitzende, Dr. Jeannine Bonaventura, würdigte die hohe Qualität der Einsendungen und betonte, dass solche Projekte Verantwortung in der Branche konkret umsetzen und nachahmenswert seien.
Die Preisverleihung findet im Rahmen der FVDZ‑Hauptversammlung vom 8. bis 10. Oktober in Kassel statt.
Was jetzt wichtig bleibt
Diese Auszeichnungen sind kein Selbstzweck: Sie markieren praktische Lösungsansätze für drängende Probleme – von Kunststoffabfällen in Praxen bis zu Lücken in der Patientenversorgung. Entscheidend wird nun die Frage, wie schnell und in welchem Umfang die Konzepte in den Alltag vieler Praxen übertragen werden können. Fortlaufende Evaluationen, Fördermaßnahmen und Wissensaustausch werden darüber entscheiden, ob die Ansätze Modellcharakter entwickeln oder als Einzelinitiativen bleiben.
Die prämierten Projekte liefern konkrete, überprüfbare Ergebnisse und bieten damit eine Basis für Politik, Verbände und Praxen, weiterführende Maßnahmen zu planen und umzusetzen.












