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Eine Klinikärztin wurde vom Arbeitsgericht Siegburg verurteilt, nachdem sie aus einem Kollegenakte zitiert und dessen Gesundheitszustand in einer internen Chatgruppe öffentlich gemacht hatte. Das Urteil unterstreicht, wie gravierend Verstöße gegen den Schutz sensibler Gesundheitsdaten am Arbeitsplatz sein können – und welche Folgen sie für Teamklima und rechtliche Verantwortung haben.
Nach Angaben des Gerichts hatten sich die beiden Mediziner an derselben Station gekannt. Als sich der Kollege vor einem Wochenenddienst krankmeldete, sprang die diensthabende Ärztin für ihn ein und äußerte daraufhin ihren Unmut in einer klinikinternen WhatsApp‑Gruppe.
Der Streit eskalierte, weil die Frau Teile aus der Krankenakte des betroffenen Arztes zitierte und dessen Diagnosen nannte. Sie stellte öffentlich die Frage, ob der Kollege überhaupt arbeitsunfähig gewesen sei. In der Folge machten andere Mitarbeitende den Mann zum Gegenstand von Spott, so das Gericht.
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Gericht spricht Schadenersatz zu
Der Betroffene klagte. Das Arbeitsgericht befand, dass die Weitergabe der Gesundheitsinformationen unzulässig war. Die Richter ordneten an, dass die Ärztin ihrem Kollegen 1.000 Euro als Schadenersatz zahlen muss.

Weil die Beschuldigte vor Gericht keine Einsicht zeigte und ihr Verhalten nicht als fehlerhaft anerkennen wollte, sahen die Richter zudem eine konkrete Wiederholungsgefahr. Deshalb untersagten sie der Frau ausdrücklich, derartige Daten künftig offenzulegen.
Konsequenzen für den Klinikalltag
Der Vorfall hat das Vertrauensverhältnis im Team nachhaltig belastet: Nach Angaben des Gerichts arbeiten die beiden Beteiligten inzwischen nicht mehr am selben Krankenhaus.
- Was passiert ist: Ärztin zitiert Krankendaten in einer internen Chatgruppe.
- Reaktion: Kollege wird von Mitarbeitenden verspottet und verklagt die Ärztin.
- Gerichtliche Entscheidung: Schadenersatz von 1.000 Euro und Unterlassungsanordnung.
- Verfahrensstand: Urteil wurde im Mai erlassen, jetzt veröffentlicht; noch nicht rechtskräftig.
Der Fall macht deutlich, dass Gesundheitsdaten zu den besonders schützenswerten Informationen gehören. Ihr unsachgemäßer Umgang kann sowohl arbeitsrechtliche als auch zivilrechtliche Folgen nach sich ziehen – und das kollegiale Miteinander dauerhaft beschädigen.
Das Urteil ist nach Angaben des Gerichts noch nicht endgültig: Die verurteilte Ärztin könnte gegen die Entscheidung Berufung beim Landesarbeitsgericht einlegen. Wie das Verfahren weitergeht, bleibt abzuwarten.
Quelle: dpa












