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Rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Hausarzt-, Facharzt- und Zahnarztpraxen trafen sich am Samstag, 13. Juni, in München zum 19. Deutschen MFA‑Tag & ZFA‑Tag. Im Mittelpunkt stand die Frage: Wie lassen sich **Digitalisierung** und **Künstliche Intelligenz** praktisch in den Praxisalltag integrieren — und was bedeutet das konkret für Abläufe, Teamkultur und Patientenversorgung?
Der Kongress bot ein Programm aus Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden, das fachliche Fortbildung mit persönlicher Stärkung verband. Teilnehmer berichteten, sie hätten vor allem konkrete Werkzeuge und neue Netzwerke mitgenommen, die sich kurzfristig umsetzen lassen.
Digitalisierung und KI: keine Technik-Frage allein
Eine Vormittags‑Podiumsdiskussion rückte die Praxisnähe der Debatte in den Vordergrund. Vertreterinnen aus dem Praxisbetrieb, eine Praxisberaterin sowie die Veranstalterin betonten, dass digitale Tools weit über reine Technik hinausgehen: Sie verändern Arbeitsorganisation, Kommunikationswege und die Anforderungen an Leitung und Team.
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Erste Resultate einer aktuellen Umfrage des PKV‑Instituts wurden vorgestellt und untermauerten den Eindruck, dass viele Praxen bereits digitale Schritte gehen, aber oft bei Schulung, Change Management und Prozessintegration an Grenzen stoßen.
Impulse am Morgen: Vorbereitung, Zeitgewinn durch KI, persönliche Resilienz
Praktische Themen dominierten die frühen Sessions. Eine Referentin zeigte, wie sich Praxisbegehungen systematisch vorbereiten lassen, damit sie routiniert und stressfrei verlaufen. Ein weiterer Beitrag zeigte Einsatzfelder von KI, die Routinetätigkeiten reduzieren und Personal freisetzen können.
Auch der Aspekt der persönlichen Zufriedenheit kam nicht zu kurz: Eine bekannte Autorin erläuterte Wege zu mehr Wohlbefinden im Beruf — verbunden mit dem Hinweis, dass gelingende Praxisarbeit sowohl organisatorische als auch individuelle Faktoren braucht.
Bei der Preisverleihung wurden zwei Teams ausgezeichnet: Die Hausarztpraxis Karl Stuff aus Donaueschingen erhielt den MFA‑Award für eine konsequente Digitalisierungsstrategie, die Zahnarztpraxis am Ring in Markkleeberg wurde mit dem ZFA‑Award für ihre digitalen Behandlungslösungen, etwa Intraoralscanner und vernetzte Laborprozesse, geehrt. Die Jury bestand aus Fachkräften aus Verwaltung, Praxismanagement und ärztlicher Leitung.
Nachmittags: Hands‑on‑Workshops und Erfahrungsaustausch
Das Nachmittagsprogramm bot mehrere parallele Workshops aus den Bereichen Praxisorganisation, Qualitätsmanagement, Abrechnung, Kommunikation und Persönlichkeit. Ein Beitrag zur neuen Hausarzt‑GOÄ zog viele Teilnehmer an, ein Rhetoriktraining übte souveränes Auftreten im Team und gegenüber Patienten.
In moderierten Runden tauschten Praxismanagerinnen und -manager konkrete Probleme und Lösungen aus: Welche Abläufe funktionieren, welche nicht? Wie organisieren andere ihre Urlaubsvertretung oder ihr Wundmanagement? Solche Gespräche, so ein Moderator, stärkten nicht nur fachlich, sondern auch das Gefühl, mit Herausforderungen nicht allein zu sein.
- Konkrete Anwendungen: Automatisierte Dokumentation, Terminverwaltung und standardisierte Behandlungs-Workflows.
- Organisatorische Hebel: Schulungen, klare Prozessbeschreibungen und begleitendes Change Management.
- Technik im Behandlungsraum: Intraoralscanner und digitale Laboranbindung als Beispiele für messbaren Praxisgewinn.
- Vernetzung: Peer‑Austausch als Motor für schnelle, praxiserprobte Lösungen.
Mehrere Teilnehmerinnen betonten, sie gingen mit konkreten To‑dos zurück in ihre Praxen — etwa Pilotprojekte für KI‑gestützte Formular‑Vorlagen oder die Einführung kurzer Team‑Feedback‑Runden nach jeder Schicht.
Die Veranstaltung setzte laut Organisatorin bewusst auf Zeiten für Begegnung: Pausen, gemeinsame Essen und kleine Programmhighlights ermöglichten informelle Gespräche und lieferten Raum für Austausch abseits der Bühne. Ein Moderator sorgte mit humorvollen Einlagen für eine entspannte Atmosphäre.
Der Kongress zeigte: Technik allein reicht nicht. Damit digitale Lösungen klinisch nutzen bringen, brauchen Praxen klare Prozesse, regelmäßige Schulungen und eine Kultur, die Veränderung unterstützt. Der nächste Deutsche MFA‑Tag & ZFA‑Tag ist für den 19. Juni 2027 in München geplant.
Bild: Bei der Preisübergabe nahm eine Vertreterin der Zahnarztpraxis am Ring in Markkleeberg den ZFA‑Award entgegen; die Übergabe erfolgte durch die Veranstaltungsleitung und die Teilnehmerbetreuung.












