April, April! Darum machen wir Aprilscherze

„April, April!“ – Auch in diesem Jahr fallen am 1. April wieder viele Menschen auf die Scherze von Freunden, Verwandten oder Kollegen herein. Doch woher kommt der Brauch? Prof. Dr. Fabian Christandl, Psychologie-Professor an der Hochschule Fresenius, Fachbereich Wirtschaft & Medien, erklärt die Hintergründe.

Mitmenschen in den April zu schicken, macht vielen großen Spaß – zum Beispiel mit einer farbigen Zahnpasta … Foto: Shutterstock/Aynur sib

Mitmenschen in den April zu schicken, macht vielen großen Spaß – zum Beispiel mit einer farbigen Zahnpasta … Foto: Shutterstock.com/Aynur sib

„Google schließt Youtube!“, „Flensburg erlässt insgesamt 60.000 Punkte!“ oder „Fliegende Pinguine – eine neue Art wurde entdeckt“: Unternehmen wie Privatleute lassen sich jedes Jahr am 1. April erfundene Geschichten einfallen, mit denen sie andere zum Narren halten können. Gelingt der Scherz, wird er schließlich mit einem schadenfrohen „April, April“ aufgelöst. Über den Ursprung dieser Tradition ist man sich nicht sicher: Am wahrscheinlichsten ist die Erklärung, dass Judas, der Jesus verriet, am 1. April geboren wurde. So wurde dieses Datum zum Tag aller Lügner.

Ein Gefühl der Überlegenheit

Warum bereitet es uns so viel Freude, andere hineinzulegen? Für Prof. Dr. Fabian Christandl, Studiendekan für Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Fresenius in Köln, ist eine mögliche Erklärung, dass uns ein Gefühl der Überlegenheit überkommt, wenn wir den anderen hinters Licht führen. Unsere wahrgenommene Überlegenheit anderen gegenüber ist eine starke Quelle für die Entstehung von Humor. Dieses Gefühl kann auch dadurch entstehen, dass wir mehr wissen. Es könnte aber genauso sein, dass wir Spaß an der Planung eines solchen Streichs und dem damit verbundenen kreativen Denken haben. Geht unser Plan schließlich auf, finden wir das natürlich gut – und fühlen Genugtuung.

Unbewusste Lügen dienen der Stabilisierung von Beziehungen

Menschen lügen aber nicht nur am 1. April, sondern täglich mehrmals, dies allerdings unbewusst, erklärt Christandl. Dieser Mechanismus schützt uns: „Unbewusste Lügen dienen sowohl der Aufrechterhaltung unseres Selbstwertgefühls als auch der Stabilisierung von Beziehungen zu anderen Menschen“, so Christandl. „So wägt man doch ab, ob man seinem Gegenüber die Wahrheit über die stolz präsentierte Frisur sagt, ob oder man flunkert. Schließlich will man ja niemanden verletzen“, führt er weiter fort.

Ein ausführliches Interview mit Prof. Christandl zum Thema Lügen und Manipulation gibt es auf dem Wissenschaftsblog der Hochschule Fresenius.

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