Zum Lachen in die Zahnarztpraxis gehen – bei Kinder-Spaßzahnarzt Allard van Lunteren ist das Alltag

Allard van Lunteren

Hier einmal ohne die rote Nase: Kinderspaßzahnarzt Allard van Lunteren. Foto: DZW-tv

Ein Kind, das lacht, hat keine Angst: Getreu diesem Grundsatz entwickelte Zahnarzt Allard van Lunteren das Konzept des Kinderspaß-Zahnarztes. Mithilfe von Zaubertricks und Scherzartikeln führt er zielgerichtet und mit viel Spaß seine kleinen Patienten durch die Behandlung. Im folgenden Interview mit Chance Praxis verrät van Lunteren, wie er es in seiner Praxis im pfälzischen Germersheim immer wieder schafft, das Vertrauen seiner kleinen Patienten zu gewinnen.

 

CP: Herr van Lunteren, Sie sind Kinderspaß-Zahnarzt. Auf was legen Sie in Ihren Behandlungen besonders Wert?

Allard van Lunteren: In meinen Behandlungen steht das Kind von Anfang an im Mittelpunkt. Ich unterhalte und bespaße die Kinder von der ersten bis zur letzten Minute mit Zaubertricks und Scherzartikeln. Wichtig ist es, dem Kind die Angst zu nehmen, und das klappt am besten, wenn ich es zum Lachen und Staunen bringe. In einer Zahnarztpraxis auf einem Behandlungsstuhl – das ist für die meisten Kinder erst mal eine merkwürdige Situation. Durch kleine Zaubereien und Scherze sorge ich dafür, dass sich die Kinder entspannen. Es ist unterhaltsam und sie haben Spaß. Mein erster Behandlungsgrundsatz lautet: Ein Kind, das lacht und staunt, hat keine Angst!

CP: Wie stellt man sich eine Behandlung bei Ihnen vor?

van Lunteren im Arbeitsoutfit

… und hier van Lunteren in seinem Arbeitsoutfit. Foto: DZW-tv

Allard van Lunteren: Wichtig ist immer, eine positive Stimmung zu schaffen. Zu Beginn jeder Sitzung zeige ich den Kindern, wie sehr ich mich über ihren Besuch freue. Ich versuche, Sämtliches während der Sitzung mit Scherzen und Zaubertricks zu verbinden. Sitzt zum Beispiel ein kleiner Patient auf dem Behandlungsstuhl, dann muss er auf seine Nase drücken, damit die Lehne zurückfährt. Da lachen meist Kind und Mutter gleichzeitig. Außerdem erhält jedes Kind nach der Behandlung einen Luftballon, den ich ihnen mit einer speziellen Grifftechnik aus dem Ohr ziehe. Das Kind freut sich über den Ballon und ist damit beschäftigt, wie ihm dieser wohl ins Ohr geraten ist. Kommt die Behandlung zu einem späteren Zeitpunkt ins Stocken, frage ich, ob es wieder einen Luftballon im Ohr hat und ob wir den Luftballon nach der Behandlung wieder entfernen sollen. Damit ist das Kind sofort wieder abgelenkt, und ich kann die Behandlung fortsetzen. Es soll aber nicht der Eindruck entstehen, ich würde den ganzen Tag mit Späßen vertrödeln. Im Gegenteil: Die Zaubertricks und Scherzeinlagen dienen dazu, die Behandlung effektiver und schneller zu gestalten. Auch ich will am Abend das Gefühl haben: Junge, du hast was geleistet, und es hat zudem noch Spaß gemacht.

CP: Was unterscheidet die Behandlung eines Kinderspaß-Zahnarztes von einem normalen Zahnarzt, der Kinder behandelt?

Ernie

Auch Ernie aus der Sesamstraße … Foto: DZW-tv

Allard van Lunteren: Ich führe die Kinder in eine Zauber- und Spielewelt. Alles, was geschieht, wird in eine Bildsprache übertragen und eine Geschichte drumherum gebaut. Es soll Spaß machen. Ich möchte, dass die Mütter und Kinder sagen: „Komm wir gehen zum Zahnarzt spielen!“

 

CP: Wie sind Sie Kinderspaß-Zahnarzt geworden?

Allard van Lunteren: Ich habe als ganz normaler Zahnarzt angefangen und mich im Laufe der Zeit auf die Behandlung von ängstlichen Kindern spezialisiert. Ich habe viel ausprobiert, wie man eine Zahnbehandlung kindergerecht gestalten kann. Vor vielen Jahren arbeitete eine Zahnärztin der Charité in meiner Praxis. Sie nannte den Bohrer „Biene Maja“ und „Willi“. Mir hat das gefallen. Das hab ich übernommen und ausgebaut. Dabei habe ich viel ausprobiert, was bei Kindern ankommt und was nicht. Daraus entwickelte ich dann den Kinderspaß-Zahnarzt.

Ich habe damals die Tragweite meiner Kinderspaß-Zahnheilkunde nicht erkannt. Bei uns wird den ganzen Tag nur gelacht. Somit habe ich extrem entspannte Kinder und Mütter. Die Eltern empfinden mich als Superkinderprofi. Auch mein Personal liebt den professionellen Umgang mit den Kindern. Früher war ich nach der Arbeit völlig ausgepowert. Heute arbeite ich viel mehr und freue mich zudem auf den nächsten Tag. Und wenn meine Mitarbeiterinnen außerhalb der Praxis auf unsere tolle Arbeit angesprochen werden, dann beflügelt uns das alle. Man kann wirklich sagen: Kinderspaß-Zahnheilkunde ist ein Burnout-Antagonist.

 

Goofy

… und Goofy, der treue Freund von Micky Maus, gehören zum spaßigen Praxisteam von Allard van Lunteren. Foto: DZW-tv

CP: Seit vergangenem Jahr bieten Sie eine Ausbildung zum Kinderspaß-Zahnarzt an. Was genau kann man in Ihrem Seminar lernen?

Allard van Lunteren: Das Seminar ist in einen praktischen und theoretischen Teil aufgeteilt, wobei es ein sehr praxisnaher Kurs ist. Die Teilnehmer lernen unter anderem, warum Kinder reagieren, wie sie reagieren und wie man das positiv in die Behandlung mit einfließen lassen kann. Darüber hinaus wird gezeigt, wie man altersgerecht Zauber- und Scherzartikel einsetzt. Auch über ein wirkungsvolles Marketing wird gesprochen. Auf der Homepage www.kinderspasszahnarztschule.de gibt es die wichtigsten Fragen und Antworten bezüglich der Fortbildung.

 

CP: Was sind Ihre Marketingmaßnahmen als Kinderspaß-Zahnarzt?

Allard van Lunteren: Ich habe das große Glück, dass mich viele Mütter weiterempfehlen, weil die Behandlung stressfrei und elegant abläuft. Effektiv sind hier Aufkleber mit dem eigenen, kindergerechten Logo. Bei mir erhalten die Kinder nach der Behandlung den Kinderspaß-Zahnarzt-Aufkleber. Diesen kleben sie auf ihre Sachen, und das sehen natürlich ihre Freunde und fragen danach. Dazu ist es wichtig, sich von anderen abzuheben, zum Beispiel durch das Logo. Auch die Homepage ist ein wichtiges Marketinginstrument, dort kann man sein Konzept und Leistungsspektrum sehr gut präsentieren und erste Neugier wecken.

 

Cleverer Marketingstreich: Bereits im Logo von Allard van Lunteren lacht der Kinder-Spaßzahnarzt seine jungen Patienten an – und das mit Erfolg.

Cleverer Marketingstreich: Bereits im Logo von Allard van Lunteren lacht der Kinder-Spaßzahnarzt seine jungen Patienten an – und das mit Erfolg. Foto: DZW-tv

CP: Was raten Sie jungen Zahnärzten, die sich auf Kinderbehandlungen spezialisieren möchten?

Allard van Lunteren: Jungen Zahnärzten rate ich, erst einmal eine entsprechende Fortbildung zu machen. Hier bekommen sie das nötige Wissen vermittelt. Lernen sie dann zusätzlich, was Kinder glücklich macht, so ist dies ein großer Gewinn für den zahnärztlichen Alltag. Der Rest kommt dann mit der Zeit. Es ist ein Prozess, bei dem sehr viel praktische Übung und Erfahrung entscheidend ist. Man muss immer schauen: Nimmt das Kind das Behandlungsangebot an? Wenn nein, dann muss man etwas Neues entwickeln. Bei der Behandlung sollte man ein interaktives Drehbuch im Kopf haben und flexibel sein, das heißt, auch spontan reagieren können. Wichtig ist, dass man viel ausprobiert und sich auch nicht geniert, mal etwas Außergewöhnliches zu tun.

 

CP: Herr van Lunteren, herzlichen Dank für das Interview!

Allard van Lunteren:

Allard van Lunteren ist Kinder- und Familienzahnarzt. Seit 1988 ist er auf die Behandlung von ängstlichen und behandlungsunwilligen Kindern sowie erwachsenen Patienten spezialisiert. Vor sechs Jahren absolvierte er das Curricilum Kinder- und Jugendzahnheilkunde in Stuttgart. Zahnarzt van Lunteren entwickelte das Konzept des Kinderspaß-Zahnarztes, bei dem Kinder während der Behandlung in eine Zauberwelt geführt werden. Seit vergangenem Jahr bildet er Zahnärzte zum Kinderspaß-Zahnarzt aus.

Den Kinder-Spaßzahnarzt in Aktion können Sie demnächst bei DZW-tv erleben. Wir werden Allard van Lunteren in seiner Praxis besuchen und ihm bei der Spaßbehandlung über die Schulter schauen. Den Termin geben wir auf unserer Homepage www.chance-praxis.de bekannt.

This page as PDF

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*