Die Zahnarztpraxis der Zukunft ist persönlich und digital zugleich

Wie sieht die Zahnarztpraxis der Zukunft aus? Was ist zahnmedizinisch möglich, langfristig erfolgversprechend und dabei betriebswirtschaftlich interessant? Lohnt es sich eher, in neue Technologien, in eine moderne Praxiseinrichtung oder in die Ausbildung der Mitarbeiter zu investieren? Oder wie viel digitale Um- und Aufrüstung ist auf lange Sicht sinnvoll?

Wer die Patientenwünsche und -bedürfnisse kennt, hat langfristig die besten Chancen und Verdienstmöglichkeiten, denn sie sind der Schlüssel zum unternehmerischen Erfolg. Foto: Shutterstock/Luckyimages

Wer die Patientenwünsche und -bedürfnisse kennt, hat langfristig die besten Chancen und Verdienstmöglichkeiten, denn sie sind der Schlüssel zum unternehmerischen Erfolg.
Foto: Shutterstock/Luckyimages

Investitionen in digitale Innovationen und neue Ideen lohnen sich

Fakt ist: Die Patienten werden zunehmend älter, Therapien und Techniken immer sicherer und effizienter, und das gesundheitliche Verantwortungsbewusstsein in der Gesellschaft wächst weiter – gute Voraussetzungen also, um als Zahnarzt in die Zukunft seiner Praxis zu investieren. Die Basis hierfür: ein schlüssiges Konzept, das den Patienten in den Mittelpunkt stellt.

Der Trend geht zu größeren Praxisstrukturen mit angestellten, jüngeren Zahnärzten

Ob digitale, virtuelle oder sprechende Zahnmedizin: Die Zukunft hat viele Namen und hält für jeden ein passendes Konzept zur Positionierung und erfolgreichen Unternehmensführung bereit – sowohl auf dem Land als auch in der Stadt, sowohl in der Berufsausübungsgemeinschaft (BAG), als auch in Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) oder in der Einzelpraxis. Es gibt nicht „die“ Lösung, optimal bedeutet hier individuell.

Five Facts:

  • Patienten werden zunehmend älter, Therapien und Techniken sicherer und effizienter.
  • Das gesundheitliche Verantwortungsbewusstsein in der Gesellschaft wächst weiter.
  • Eine optimale Lösung ist eine individuelle Lösung.
  • Der Patient im Mittelpunkt – mit diesem Konzept investiert man in die Zukunft.
  • Kommunikation und personalisierte Versorgung werden immer wichtiger.

Patientenwünsche sind der Schlüssel zum unternehmerischen Erfolg

Auch wenn der Trend hin zu größeren Praxisstrukturen mit angestellten, jüngeren Zahnärzten geht, wird letztlich nur derjenige langfristig beste Chancen und Verdienstmöglichkeiten haben, der die Patientenwünsche und –bedürfnisse kennt: Sie sind der Schlüssel zum unternehmerischen Erfolg.

Im Fokus der Patienten: Qualität, persönliche Beratung und Privatleistungen

Je aufgeklärter und anspruchsvoller der Patient ist, desto wichtiger sind neben zeitgemäßen Therapien auch kommunikative Fähigkeiten und personalisierte Versorgungsangebote. Gerade die Altersgruppe 60plus, die ihre Rente bei guter Gesundheit und mit schönen Zähnen genießen will, legt Wert auf Qualität und persönliche Beratung und informiert sich immer öfter off- und online über Behandlungsmöglichkeiten und zusätzliche Privatleistungen.

Trend: Selbstzahlerleistungen nehmen zu

Der Trend zu Zusatzleistungen ist jedenfalls unübersehbar: Bereits heute zahlen gesetzlich Krankenversicherte in Deutschland jedes Jahr 6,7 Milliarden Euro aus dem eigenen Geldbeutel für ihre Zähne, bis 2030 soll der Markt nach Schätzungen auf zehn Milliarden Euro wachsen. So hat knapp ein Drittel der GKV-Versicherten Angebote wie die Professionelle Zahnreinigung schon einmal selbst bezahlt. Kurz: Der Anteil des „zweiten Gesundheitsmarkts“ macht heute bereits etwa 30 Prozent am Mundgesundheitsmarkt aus.

Georg Heßbrügge (Foto: ApoBank)

Georg Heßbrügge (Foto: ApoBank)

Zu unserem Autor:

Georg Heßbrügge ist Bereichsleiter Gesundheitsmärkte und -politik bei der Deutschen Apotheker- und Ärztebank

Kompetente Beratung, innovative Materialien und digitale Technologien

Patienten schauen genauer hin und erwarten kompetente Beratung, um den Nutzen der privaten Leistungen zu erkennen. Sie werden eher dort investieren, wo sie den Sinn einer Therapie nachvollziehen können. Aber auch innovative Materialien und neue, digitale Technologien sind für Patienten ein Zeichen von Qualität, Kompetenz und Leistungsfähigkeit. Dass die Praxis der Zukunft digital sein wird, ist schon lange keine Zukunftsmusik mehr.

Zahnärzte sehen Chancen in personalisierten Versorgungsangeboten

Um herauszufinden, welchen Einfluss und welche Auswirkungen digitale Anwendungen in Zukunft auf den Praxisalltag haben werden, hat die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (ApoBank) eine 360-Grad-Studie zur Digitalisierung im Gesundheitsmarkt erarbeitet und 500 Heilberufler aller Fachrichtungen, ausgesuchte Experten aus Wissenschaft und Praxis sowie 30 Standesvertretungen befragt.

360-Grad-Studie zur Digitalisierung im Gesundheitsmarkt

Die Ergebnisse zusammengefasst:
Digitale Entwicklungen (wie elektronische Dokumentation, computergestützte Therapien, digital-basierte Diagnostik oder interaktive Lern- und Informationsplattformen) können Ärzte und Zahnärzte künftig unterstützen und entlasten, in (engen) Teilbereichen sogar ersetzen; doch die persönliche Arzt-Patienten-Beziehung bleibt unabdingbar. Die stärksten Veränderungen und Verbesserungen werden im beruflichen Alltag und in den Versorgungsstrukturen erwartet. Das Stichwort lautet hier: digitale Vernetzung.

Stichwort digitale Vernetzung

Die Studie zeigt auch, dass Zahnärzte vor allem in personalisierten Versorgungsangeboten Chancen sehen; mehr als ein Drittel der befragten Zahnärzte erwartet, dass diese den beruflichen Alltag stark beeinflussen werden. Sie rechnen zwar mit einem hohen Investitionsbedarf, gehen aber auch vergleichsweise häufig davon aus, von dieser Entwicklung wirtschaftlich zu profitieren.

Und die „digitale Revolution“ wird schnell voranschreiten: Jeder dritte Befragte ist der Meinung, dass sich die Digitalisierung innerhalb der nächsten vier Jahre durchsetzen wird.

Technologisch up to date und patientenorientiert

Was macht die Zahnarztpraxis der Zukunft also aus? Moderne Gerätschaften und Technologien, die nicht beeindrucken, sondern medizinisch und wirtschaftlich sinnvoll sind, und eine patienten- und serviceorientierte Praxisorganisation. Denn die Patienten benötigen angesichts der Informationsflut faire Beratung und möchten individuell behandelt werden.

Kommunikation mit dem Patienten auf gleicher Augenhöhe

So wird die Kommunikation mit dem Patienten auf gleicher Augenhöhe immer wichtiger, und das auf unterschiedlichen Kanälen. Die Fähigkeit, persönliche Beziehungen auf Dauer anzulegen und für ein vertrauensvolles Patienten-Zahnarzt-Verhältnis zu sorgen, bleibt auch für die Praxis der Zukunft ein wichtiges Erfolgskriterium. Die digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien bieten hierzu viele Möglichkeiten.

Der Zahnarzt ist als Mediziner und Unternehmer gefragt

Kurzum: Patientenorientiertes Praxiskonzept, hochwertiges Leistungsspektrum und innovative Technologien tragen maßgeblich zur einer Praxis bei. Möchte der Zahnarzt in die Zukunft investieren, ist er nicht nur als Mediziner, sondern auch als Unternehmer gefragt. Und mit einem branchenerfahrenen Finanzpartner, der den Gesundheitsmarkt gut kennt, erhält er garantiert eine höhere Investitions-, Planungs- und Zukunftssicherheit – ob für CAD-/CAM, 3-D-Diagnostik, Mikroskopie, On- und Offline-Vernetzung, Intraoralscans, Laser und Weiteres.
Georg Heßbrügge, Düsseldorf


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