Frauen in Spitzenpositionen: „Kreatives Miteinander“ statt „Zickenkrieg“

Prof. Detlef Behrend im Labor als „Hahn im Korb“ mit (von links) Valerie-Sophie Polster, Dr. Dr. Mareike Warkentin, Marie Appelmann und Claudia Lurtz. Foto: Uni Rostock

Prof. Detlef Behrend im Labor als „Hahn im Korb“ mit (von links) Valerie-Sophie Polster, Dr. Dr. Mareike Warkentin, Marie Appelmann und Claudia Lurtz. (© Uni Rostock)

Lange ist der Ingenieurberuf eine reine Männerdomäne gewesen. Doch in den vergangenen Jahren hat man auch hier begriffen, dass Frauen sehr gute Ingenieure sind und frischen Wind bringen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Lehrstuhl Werkstoffe für die Medizintechnik der Universität Rostock. Seit gut fünf Jahren forschen hier unter Leitung von Prof. Detlef Behrend „nur“ noch drei Männer, aber 15 Frauen.

„Ich bin der Gleichstellungsbeauftragte“, scherzt der Professor. Um dann gleich eine Lanze für die Ingenieurinnen zu brechen: „Sie arbeiten akribisch, sind zuverlässig, denken mit.“ Am Lehrstuhl von Behrend werden neuartige Implantate für hochspezifische klinische Applikationen entwickelt.

Mehrfach ausgezeichnete Forschungsleistungen

So erforscht PD Dr.-Ing. Dr. Mareike Warkentin neue Materialien für Zahnersatz, Zahnspangen für Kinder und Kunststofffüllungen. Im Jahr 2011 gewann sie den 1. Preis im VentureCup MV der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern zum Thema „Scan-o-Dent – schmerzlose Zahndiagnostik ohne Strahlenbelastung“ und 2012 den renommierten Nachwuchspreis der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde.

Die 34-Jährige leistet Pionierarbeit in der angewandten Forschung. Ihr weiteres Thema: Warum versagen Implantate? Da ist die Mutter einer kleinen Tochter, die sich in der Elternzeit habilitiert hat, möglichen Infektionen auf der Spur, die immer wieder auftreten können. Sie begleitet zudem seit zwei Jahren die Osteoporose-Forschung, bringt ihr Wissen aber auch bei der Schadensanalyse von Implantaten im Deutschen Zentrum für Implantatsicherheit ein.

Ingenieurinnen in praktischen Leistungen hervorragend

So auch Claudia Lurtz. Sie studierte an der Uni Rostock Landeskultur und Umweltschutz. Die Diplomingenieurin absolvierte dann ein Fernstudium „Arbeitssicherheit“, ist nun wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl und schreibt hier ihre Doktorarbeit.

Behrend würdigt die vielfach beachteten Forschungen seiner Mitarbeiterinnen. „Sie stechen hervor, durch praktische Leistungen“. „Zickenkrieg“ habe er noch nicht erlebt, dafür aber „kreatives Miteinander“. Mit Blick auf die demographische Entwicklung liegt am Lehrstuhl ein besonderer Fokus auf neuen Implantat-Generationen für orthopädische Krankheiten, aber auch auf solchen des Herz-Kreislauf-Systems und der Sinnesorgane. Wissenschaftliches Ziel ist die Entwicklung wirkstofffreisetzender Mikroimplantate für mikrochirurgische und minimal-invasive Verfahren.

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