Hannover Messe: Auch Neues zum Bleaching

Winzige Details mit großer Wirkung: Zum ersten Mal zeigt der Forschungsschwerpunkt Kiel Nano, Surface and Interface Science (KiNSIS) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) auf der Hannover Messe, wie aus Kieler Spitzenforschung breite Anwendungsmöglichkeiten für die Industrie – auch die Dentalindustrie – entstehen.

In verschiedenen Anwendungsgebieten zur Oberflächenbearbeitung werden Plasmajets eingesetzt, ob Desinfizierung, Bleichen von Zähnen oder Beschichtungsprozesse. Ein Vortrag am 26. April erläutert die Rolle von Prozessplasmen in der Nanotechnologie. Foto: Julia Siekmann, Uni Kiel

In verschiedenen Anwendungsgebieten zur Oberflächenbearbeitung werden Plasmajets eingesetzt, ob Desinfizierung, Bleichen von Zähnen oder Beschichtungsprozesse. Ein Vortrag am 26. April erläutert die Rolle von Prozessplasmen in der Nanotechnologie.
Foto: Julia Siekmann, Uni Kiel

Gemeinsam mit den anderen drei Forschungsschwerpunkten der CAU präsentiert sich KiNSIS in Halle 2, „Research & Technology“ der weltweit größten Industriemesse und stellt Beispiele aus den Kieler Laboren zu Nanowissenschaften und Oberflächenforschung vor. Vorträge zu aktuellen Forschungsthemen ergänzen das Programm noch bis zum 28. April 2017.

Vorträge Forschungsschwerpunkt KiNSIS:

25. April 2017, 11:30 Uhr, Vortrag: „Materialien für die Industrie 4.0 verbinden, was nicht zusammengehört: Von Aluminium & Teflon bis Kupfer & Silikon“, Professor Rainer Adelung
26. April 2017, 11:30 Uhr und 13:00 Uhr, Vortrag: „Prozessplasmen in der Nanotechnologie“, Professor Holger Kersten
27. April 2017, 11:30 Uhr, Vortrag: „Organische LEDs in Funktionalen Bauelementen: Mehr als nur eine Display-Technologie“, Matthias Bremer

Intelligente Materialien und optimierte Medizintechnik

Von intelligenten Materialien für die Zukunft über optimierte Medizintechnik bis zu neuen Verfahren für die Oberflächenbearbeitung: In interdisziplinärer Zusammenarbeit von Physik, Chemie, Ingenieurwissenschaften und Lebenswissenschaften entstehen im Forschungsschwerpunkt KiNSIS molekulare Maschinen und Oberflächen, die durch ihre Nanostrukturen ganz neue Eigenschaften erhalten. Anhand von Exponaten und Vorträgen demonstrieren Sonderforschungsbereiche (SFB) und Arbeitsgruppen des Schwerpunkts die Vielfalt der Kieler Nanoforschung und ihre Anwendungsmöglichkeiten für die Industrie. Vorgestellt werden unter anderem von der Natur inspirierte Haftmaterialien, smarte Oberflächen dank organischer Leuchtdioden, hochempfindliche Magnetfeldsensoren, schaltbare Moleküle als schonendes Kontrastmittel in der Medizin sowie Prozessplasmen für die Nanotechnologie.

Oberflächenbehandlung: Kunststoffe mit Metallen dauerhaft verbinden

„Ohne Grundlagenforschung an Universitäten gibt es keine Innovationen. Beispiele aus unserem Schwerpunkt KiNSIS zeigen, wie wir aktuelle Forschung in die Industrie bringen. Begünstigt wird das besonders durch das interdisziplinäre Umfeld an der Universität Kiel“, sagt Rainer Adelung, Co-Sprecher des Forschungsschwerpunktes und Professor für Funktionale Nanomaterialien. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der gleichnamigen Arbeitsgruppe haben jüngst ein neues Verfahren zur Oberflächenbehandlung entwickelt, das ebenfalls auf dem KiNSIS-Stand vorgestellt wird. Damit können Metalle erstmals mit nahezu allen Materialien, auch Kunststoffen, dauerhaft verbunden werden.

Verbindungen zwischen Aluminium und Kunststoff halten normalerweise nicht. Mit einem auf der Hannover Messe vorgestellten Ätzverfahren lassen sich Metalle jedoch mit fast allen Materialien verbinden. Foto: Julia Siekmann/CAU

Verbindungen zwischen Aluminium und Kunststoff halten normalerweise nicht. Mit einem auf der Hannover Messe vorgestellten Ätzverfahren lassen sich Metalle jedoch mit fast allen Materialien verbinden. Foto: Julia Siekmann/CAU

Der Trend geht zu individualisierten Objekten – biokompatible Implantate

„Der Trend geht zu individualisierten Objekten, die einzeln im 3-D-Drucker hergestellt werden, zum Beispiel biokompatible Implantate für die Medizintechnik“, so der Materialwissenschaftler weiter. „Dafür brauchen wir Techniken, die nicht nur Kunststoffe, sondern auch Metalle und Keramiken drucken. Und Material, das entsprechend verarbeitet werden kann.“ Diese Kompositmaterialien für die Industrie 4.0 zu entwickeln, ist nur eines der Themen, an denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungsschwerpunkt KiNSIS zurzeit arbeiten.

Der CAU-Stand befindet sich in Halle 2, C07.

Details, die nur Millionstel Millimeter groß sind: Damit beschäftigt sich der Forschungsschwerpunkt „Nanowissenschaften und Oberflächenforschung“ (Kiel Nano, Surface and Interface Science – KiNSIS) an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Im Nanokosmos herrschen andere, nämlich quantenphysikalische, Gesetze als in der makroskopischen Welt. Durch eine intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Materialwissenschaft, Chemie, Physik, Biologie, Elektrotechnik, Informatik, Lebensmitteltechnologie und verschiedenen medizinischen Fächern zielt der Schwerpunkt darauf ab, die Systeme in dieser Dimension zu verstehen und die Erkenntnisse anwendungsbezogen umzusetzen. Molekulare Maschinen, neuartige Sensoren, bionische Materialien, Quantencomputer, fortschrittliche Therapien und vieles mehr können daraus entstehen.
Weitere Informationen unter kinsis.uni-kiel.de

 

 

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