Zahnarzt-Phobie: Doktorandin erhält Dentsply DeTrey-Förderpreis

Susanne Faber, Doktorandin an der Universität Witten/Herdecke, wird für ihre Forschungsarbeit über Zahnarzt-Angst auf dem Deutschen Zahnärztetag ausgezeichnet. Das sind ihre Ergebnisse.

Susanne Faber mit Mentor Prof. Dr. Wolfgang H. Arnold (Foto: UW/H)

Susanne Faber mit Mentor Prof. Dr. Wolfgang H. Arnold (Foto: Alexandra Roth/UW/H)

Mit Psychotherapie kann man zwar die Angst vor dem Zahnarzt abbauen, aber der objektiv messbare Stress für den Patienten wird nicht weniger. Das ist die Kernaussage der Doktorarbeit von Susanne Faber an der Universität Witten/Herdecke (UW/H). Für diese Arbeit wurde sie auf dem Deutschen Zahnärztetag 2015 im Dentsply DeTrey-Wettbewerb für die beste Doktorarbeit aus dem Bereich der klinischen Forschung ausgezeichnet.

70 Prozent der Bevölkerung haben Angst vor dem Zahnarzt

70 Prozent der Bevölkerung haben Angst vor dem Zahnarzt und 10 Prozent davon leiden an einer echten Phobie, die psychotherapeutisch behandelt werden muss. Susanne Faber hat herausgefunden, dass die Psychotherapie das subjektive Angstempfinden zwar reduziert, sich jedoch die objektiv messbaren Stressparameter nicht verändern.

Die objektiven Stressparameter hat Susanne Faber anhand der Speichelcortisol-Konzentration, die ein Marker für Stressreaktionen ist, und der Speichelprotein-Konzentration gemessen. Das subjektive Angstempfinden wurde über standardisierte psychologische Fragebögen ermittelt.

Dabei hat sich gezeigt, dass die objektiven Stressparameter sich nach der Psychotherapie nicht veränderten, während die subjektiv empfundene Angst vor der zahnärztlichen Behandlung deutlich reduziert war. Um auch die objektiven Parameter zu beeinflussen und damit eventuell einen Langzeiterfolg der psychotherapeutischen Behandlung zu erreichen, empfiehlt Susanne Faber darüber nachzudenken, die Psychotherapie länger durchzuführen.

Von links: Matthias Kraus (Geschäftsführer Dentsply DeTrey), Prof. Bärbel Kahl-Nieke (Präsidentin DGZMK), ZÄ Susanne Faber (Preisträgerin klinische Forschung UW/H), ZA Matthias Widbiller (Preisträger Grundlagenforschung Uni Regensburg), ZÄ Tania Basan (Preisträgerin Grundlagenforschung Uni Rostock), Dr. Peter Engel (Präsident BZÄK), Dr. Frank Pfefferkorn (wissenschaftlicher Leiter Dentsply DeTrey) (Foto: UW/H)

Von links: Matthias Kraus (Geschäftsführer Dentsply DeTrey), Prof. Bärbel Kahl-Nieke (Präsidentin DGZMK), ZÄ Susanne Faber (Preisträgerin klinische Forschung UW/H), ZA Matthias Widbiller (Preisträger Grundlagenforschung Uni Regensburg), ZÄ Tania Basan (Preisträgerin Grundlagenforschung Uni Rostock), Dr. Peter Engel (Präsident BZÄK), Dr. Frank Pfefferkorn (wissenschaftlicher Leiter Dentsply DeTrey) (Foto: Alexandra Roth/UW/H)

Ergebnisse fließen in Richtlinie zur Behandlung der Zahnbehandlungsphobie ein

Die Ergebnisse werden in die derzeit von der Deutschen Gesellschaft für Zahn- Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) in Bearbeitung befindlichen Richtlinie zur Behandlung der Zahnbehandlungsphobie mit einfließen. Der akademische Mentor der Arbeit und Inhaber des Lehrstuhls für biologische und materialkundliche Grundlagen der Zahnmedizin, Prof. Dr. Wolfgang H. Arnold, freut sich besonders über diese Auszeichnung: „Die Arbeit von Frau Faber war sehr schwierig, weil es sich um ein ganz besonderes Patientenkollektiv handelt. Wer wirkliche eine ausgeprägte Phobie vor der Zahnbehandlung hat, der geht ja nicht zum Zahnarzt. Und wenn er es doch tut, dann ist er nur schwer dazu zu bewegen, auch noch an einer Studie teilzunehmen.“

Renommiertester Nachwuchsförderpreis für Doktoranden

Der Dentsply DeTrey-Förderpreis wird seit 1986 jährlich von der Firma Destply DeTrey, der DGZMK und der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) vergeben. Aus jeder Universität im deutschsprachigen Raum darf jeweils nur ein Teilnehmer an diesem Wettbewerb teilnehmen. In diesem Jahr haben sich 19 Universitäten beteiligt. Vergeben wird der Preis in den Sparten Grundlagenforschung und klinische Forschung. Es ist der renommierteste Nachwuchsförderpreis für Doktoranden.

 

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