Wissenschaftspreis für Nachwuchswissenschaftler und Zahnmedizinstudenten ausgeschrieben

Gleich zwei Wissenschaftspreise schreibt die zahnmedizinische Fachgesellschaft Gender Dentistry International ab sofort aus, die unter dem Motto „Wissen fördern, Wissen fordern“ stehen. Der erste Preis, der Nolting Award for Studies in Gender Dentistry, ist dotiert und richtet sich an Nachwuchswissenschaftler beziehungsweise Studierende und Praktiker und zeichnet Dissertationen, Promotionsarbeiten oder Masterthesen junger Kollegen aus.

Der Nolting Award for Studies in Gender Dentistry ist dotiert und richtet sich an Nachwuchswissenschaftler beziehungsweise Studierende der Zahnmedizin. Foto: Shutterstock/Victorpr

Der Nolting Award for Studies in Gender Dentistry ist dotiert und richtet sich an Nachwuchswissenschaftler beziehungsweise Studierende der Zahnmedizin. Foto: Shutterstock/Victorpr

Der andere zweite Preis, der GDI Award for Excellence in Gender Dentistry, ist eine Ehrung, die Hochschullehrer für ihr Engagement in der Weiterentwicklung der Erkenntnisse zu Gender Dentistry in Forschung und Lehre auszeichnet.

Einreichungshinweise

„Nolting Award für Studies in Gender Dentistry“
Die Arbeiten zu geschlechterspezifischen Aspekten in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde sollten nicht älter sein als zwei Jahre (Publizierungszeitpunkt) und in Form eines Zeitschriftenbeitrags mit der üblichen Gliederung eingereicht werden.

GDI Award for Excellence in Gender Dentistry
Die Bewerbungen sowie Vorschläge für den GDI Award for Excellence in Gender Dentistry können ab sofort der anonymisiert bewertenden Jury per Mail an info@gd-i.org übermittelt werden.

Die Verleihung 2016 ist im Rahmen des Deutschen Zahnärztetags geplant.

Auch für den Preis 2018 werden ab sofort Bewerbungen angenommen.

Weitere Infos gibt es unter www.gd-i.org/

„Schon vor Gründung unserer Fachgesellschaft im Jahr 2011 haben wir gesehen, dass nicht nur in der Medizin berechtigterweise immer öfter der Blick auf das Geschlecht des Patienten fällt, wenn es um die für ihn beste Therapie geht“, sagt PD Dr. Dr. Christiane Gleissner, Präsidentin des GDI, „sondern dass wir in der Zahnmedizin ebenfalls Daten haben, die Konsequenzen einfordern.“

Zumindest da, so Gleissner, wo die Daten relevante Unterschiede erkennen lassen und Anlass zu einer Überprüfung des Behandlungskonzepts einfordern. Nach wie vor würden in der Zahnmedizin zu selten Studien geschlechterspezifisch ausgewertet: „Beim Studiendesign sehen wir zwar, dass Daten von Frauen und Männern erhoben wurden, fragen wir aber nach entsprechenden Auswertungen, stoßen wir immer wieder auf Irritation. Das muss ein Ende haben – und auch dafür steht der neue Wissenschaftspreis.

Wir fördern entsprechende Studien, aber wir fordern sie auch! Die bisher zur Verfügung stehenden Daten liefern genug Anhaltspunkte, dass ein Arbeiten an diesem Thema mehr als gerechtfertigt ist. Denen, die an weiteren Erkenntnissen arbeiten, zollen wir Anerkennung und Dank. Dafür steht der neue Preis.“

„Endlich ist der Begriff Gender nicht mehr nur ein Schimpfwort“

Benannt ist der Nolting Award for Studies in Gender Dentistry nach seinem Stifter, Dr. Tim Nolting M.Sc., Vizepräsident des GDI. „Als Sohn eines Endokrinologen war mir eine differenzierte Blickweise auf die Prozesse des menschlichen Körpers immer schon sozusagen mit dem Frühstücksbrot eingegeben,“ so Nolting. „Alle Menschen sind doch individuell beispielsweise in Alter, Herkunft, aber eben auch Geschlecht, und müssen auch so in der Diagnose und Therapie behandelt werden. Ich habe lange nach Mitstreitern für diese Idee gesucht, die bei vielen damals Kopfschütteln ausgelöst hat. Nun sind wir soweit, dass der Begriff „Gender” nicht mehr wie ein Schimpfwort verwendet wird.“

Nicht nur der biologische Unterschied ist wichtig

Unter Gender sei nicht nur der biologische Unterschied zu verstehen, sondern eben auch der soziale Unterschied wie Bildung, soziales Umfeld, ethnischer Einfluss und vieles mehr. „Ich habe immer angemahnt, dass man individuell therapieren muss, nicht über einen Kamm scheren darf. Mit der Aufgabe als GDI-Vizepräsident sehe ich mich in der Verantwortung, andere zu ermutigen, ebenso differenzierend an Patienten und Forschungsfragen heranzugehen.“

Der Preis soll junge Forscher anregen, auf die feinen Unterschiede zu achten

Mit der Stiftung des alle zwei Jahre verliehenen Förderpreises möchte er erreichen, dass die entsprechende Herangehensweise in der Forschung einen größeren Stellenwert erhält: „Dieser Preis soll junge Forscher anregen“, so Nolting, „den Blick auch auf die feinen Unterschiede zu richten, damit unsere Therapie individueller und damit treffsicherer wird.“ Die Gender Dentistry stecke zwar nicht mehr in den Kinderschuhen, es sei aber noch ein weiter Weg, „bis wir wie selbstverständlich in allen Bereichen damit umgehen. Ich bin begeistert, wieviel wir vom ersten Ideenfunken bis heute schon erreicht haben und die gläserne Gedankendecke in vielen Köpfen aufsprengen konnten, die vieles bisher verhindert hat.“

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