SummerSchool 2015: Lerninhalte für zukünftige Praxisbetreiber

Solides Basiswissen für die erfolgreiche Existenzgründung

Die Teilnehmer der Opti SummerSchool genossen die offene Atmosphäre, viele neue Kontakte und die schöne Umgebung an der Ostsee. (© Haßlinger)

Die Teilnehmer der Opti SummerSchool genossen die offene Atmosphäre, viele neue Kontakte und die schöne Umgebung an der Ostsee. (© Haßlinger)

„Führung und Personal“, „Businessplanung“, „Abrechnung“ oder „Recht“ – die SummerSchool in Eckernförde gibt zukünftigen Praxisbetreibern Einblicke in Themen, die man in der Uni nicht lernt. 49 Zahnmedizinstudenten, Absolventen, Assistenzzahnärzte und Zahnärzte nutzen die ungewöhnliche Fortbildungsmöglichkeit. Ein Fazit.

Im Sommer zieht es junge Menschen ans Meer – besonders, wenn dort nicht nur Zerstreuung lockt, sondern auch solides Basiswissen für die erfolgreiche Existenzgründung. So hatten sich 49 Zahnmedizinstudenten, Absolventen, Assistenzzahnärzte und Zahnärzte auf dem Weg in die Selbstständigkeit erfolgreich um ein Stipendium für die Opti SummerSchool beworben. In der Akademie Dampsoft in Eckernförde kamen Teilnehmer aus ganz Deutschland zusammen, um gemeinsam zu lernen, Erfahrungen auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.

Die Idee der SummerSchool basiert auf der Tatsache, dass der Lehrplan an deutschen Universitäten nur wenige oder keine Vorlesungen zu Themen vorsieht, die zukünftige Praxisbetreiber für die Entwicklung der eigenen Existenzgrundlage dringend benötigen. Aufgeteilt in drei Klassen, erhielten die Stipendiaten deshalb Einblicke in die Themenblöcke „Führung und Personal“, „Businessplanung“, „Organisation“, „Abrechnung“ sowie „Recht und Freiberuflichkeit“.

„Ich habe nun ein besseres Verständnis für die Abläufe in einer Zahnarztpraxis“

Auch Stephan Große, Zahnmedizinstudent im zehnten Semester an der Universität Würzburg, nutzte die ungewöhnliche Fortbildungsmöglichkeit. „Den Einfall, die vorhandene Lücke im Lehrplan durch ein solches Angebot zu schließen, fand ich genial“, sagt der 26-Jährige. „Ich habe ein besseres Verständnis für die Abläufe in einer Zahnarztpraxis entwickelt und viele Tipps für die Zeit nach dem Examen erhalten.“

Wissen zur Selbstständigkeit

Teilnehmerin Katja Müller steht ebenfalls am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn. „In der Assistenzzeit hören wir oft, dass noch jede Menge Wissen zur Selbstständigkeit erforderlich ist. Das hat sich während der Unterrichtsblöcke bestätigt. Darüber hinaus habe ich jedoch auch die offene Atmosphäre, die vielen neuen Kontakte und die schöne Umgebung hier an der Ostsee genossen“, erzählt die Hamburgerin.

Lernstoff aus erster Hand und von unabhängigen Experten

Ein wichtiger Bestandteil der SummerSchool ist es, den Teilnehmern den Lernstoff aus erster Hand und vor allen Dingen unabhängig zu vermitteln. Zu diesem Zweck engagierten die Initiatoren ein patentes Expertenteam. Die Spezialisten verfügen in ihrem Fachgebiet über eine Vielzahl eigener beruflicher Erfahrungen, die sie gern mit den zukünftigen Existenzgründern teilten. So etwa Arbeitspsychologe Dr. Rainer Lindberg, der Ärzte und Zahnärzte bei ihrer Lebens- und Finanzplanung berät. Als Experte für Arbeitszufriedenheit sensibilisierte er die Studenten und jungen Zahnärzte für ihre Aufgaben als Personalchef in der eigenen Praxis. Christian Henrici und Thies Harbeck aus der Geschäftsleitung der Opti Zahnarztberatung GmbH brachten den drei Klassen betriebswirtschaftliches und organisatorisches Basiswissen nahe. Dazu zählten die „To-dos“ im Rahmen der Existenzgründung oder wesentliche Inhalte des Projektmanagements.

Zahnärztliche Abrechnung relevant für eine wirtschaftliche Praxisführung

Referentin Janine Schubert verdeutlichte im Unterrichtsblock zur zahnärztlichen Abrechnung die Relevanz des Themas für die wirtschaftliche Praxisführung. Als erfahrene Abrechnungsspezialistin bei BFS Health Finance GmbH beeindruckte sie selbst junge Zahnärzte, die bereits eine Praxis führen, durch nützliche Informationen über häufige Versäumnisse bei der Abrechnung.

Rechtliche Belange rund um die Praxisgründung und -führung

Erhöhter Informationsbedarf bestand auch bei den rechtlichen Belangen rund um die Praxisgründung und -führung. Die Fragen der Teilnehmer an Rechtsanwältin Julia Neeb waren breit gefächert und reichten von der vertraglichen Gestaltung einer Praxisgemeinschaft über arbeitsrechtliche Themen, die Beweislast im Arzthaftungsprozess bis zur Relevanz des Ehevertrags für die Praxisgründung. Die Spezialistin für Medizinrecht zeigte, dass juristische Themen fast jeden Bereich der Zahnarztpraxis durchdringen.

Interaktive Elemente und Gruppenarbeit

Wer gemeinsam viel lernt, muss auch mal Pause machen … (Foto: Haßlinger)

Wer gemeinsam viel lernt, muss auch mal Pause machen … (Foto: Haßlinger)

Das Unterrichtskonzept beruhte jedoch nicht nur auf reinen Frontalvorträgen, sondern bezog auch interaktive Elemente wie Gruppenarbeit mit ein. So präsentierten die Gruppen beispielsweise ihre Projektplanung für den Ausbau der Prophylaxe in der Praxis vor den anderen Teilnehmern. Diese Art der Wissensvermittlung kommt bei den Studenten gut an. „Ich hatte Bedenken, dass sich die Fortbildung vielleicht als Verkaufsveranstaltung entpuppen könnte“, erinnert sich Zoran Stupar, der sein Studium an der Universität Frankfurt abgeschlossen hat. „Das hat sich in keinster Weise bewahrheitet“, stellt er klar.

Interaktiver Unterricht und aktive Freizeitgestaltung

Die Veranstalter legten aber auch Wert auf eine attraktive Freizeitgestaltung, die den Zusammenhalt stärken und den Austausch unter den Teilnehmern fördern sollte. Dazu gehörten eine Wanderung mit anschießendem Barbecue, eine Flussdampferkreuzfahrt auf der Schlei und ein Ausflug zum Ostseestrand mit verschiedenen Wassersportangeboten. „Mir haben die Mischung und die gute Organisation sehr gefallen – ebenso wie das Engagement der Referenten“, bestätigt Stephanie Zahn.

Typische Anfängerfehler vermeiden

Für junge Zahnärzte, die sich bereits in der ersten Phase der Praxisgründung befinden, diente die Fortbildung auch als Mittel zur Vermeidung typischer Anfängerfehler. Julia Fauser ist Fachärztin für Oralchirurgie und wird eine Einzelpraxis in Biberach übernehmen: „Für mich war die SummerSchool eine Rückversicherung, um auszuschließen, dass ich wichtige Punkte vergessen habe.“

Die Planungen für die SummerSchool 2016 laufen bereits. „Nach der positiven Resonanz fühlen wir uns bestärkt, das Konzept auch 2016 wieder anzubieten“, erzählt Daniel Trulsen, der für die Organisation der Fortbildung verantwortlich ist.

Thies Harbeck, Damp

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