Regensburg: Assistenzzahnarzt ausgezeichnet

Dr. Fabian Cieplik aus der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie des Universitätsklinikums Regensburg (UKR) wurde für seine Dissertation mit dem „Prof. Dieter Schlegel Wissenschaftspreis“ geehrt.

Professor Dr. Dr. Karl Andreas Schlegel (rechts), Vorsitzender des VFwZ, überreicht Dr. Fabian Cieplik (2.von links) und den anderen Preisträgern ihre Urkunden. Foto: VFwZ

Professor Dr. Dr. Karl Andreas Schlegel (rechts), Vorsitzender des VFwZ, überreicht Dr. Fabian Cieplik (2.von links) und den anderen Preisträgern ihre Urkunden. Foto: VFwZ

Jedes Jahr werden die besten Dissertationen von Doktoranden bayerischer Hochschulen aus dem Bereich der Zahnheilkunde durch den Verein zur Förderung der wissenschaftlichen Zahnheilkunde in Bayern e.V. (VFwZ) mit dem „Prof. Dieter Schlegel Wissenschaftspreis“ ausgezeichnet. Den mit 2.000 Euro dotierten Preis für die beste Arbeit erhielt in diesem Jahr Dr. Fabian Cieplik, Assistenzzahnarzt der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie des UKR. Die Preisverleihung erfolgte im Rahmen des 57. Bayerischen Zahnärztetages, der vom 20. bis 22. Oktober 2016 in München stattfand.

Mit Untersuchungen zur antimikrobiellen photodynamischen Therapie zum Erfolg

Dr. Cieplik hat sich in seiner 2014 abgeschlossenen Dissertation mit der antimikrobiellen photodynamischen Therapie beschäftigt. Diese beruht auf der Belichtung eines sogenannten Photosensibilisators, einer nicht-toxischen lichtaktivierbaren Substanz, mit sichtbarem Licht geeigneter Wellenlänge in Anwesenheit von molekularem Sauerstoff. Dabei entstehen reaktive Sauerstoffspezies, die Bakterien über oxidative Prozesse abtöten.

Doppelter Wirkmechanismus gegenüber Biofilmen

Im ersten Teil der Arbeit untersuchte Dr. Cieplik die antimikrobielle Effektivität eines neuartigen Photosensibilisators, der im Rahmen einer Kooperation zwischen der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie des UKR, der Klinik und Poliklinik für Dermatologie des UKR und dem Institut für Organische Chemie der Universität Regensburg entwickelt wurde. Der Photosensibilisator zeigte einen doppelten Wirkmechanismus gegenüber Biofilmen: Neben seiner ausgeprägten antimikrobiellen Wirkung erwies er sich zusätzlich als Detergens und kann so selbst ohne Belichtung die Struktur eines Biofilms aufbrechen.

Blaues Licht gegen Leitkeim bei aggressiven Parodontitisformen

Der zweite Teil der Dissertation konzentrierte sich auf endogene Photosensibilisatoren, also solche, die nicht erst von außen zugegeben werden müssen. Hierbei konnte Dr. Cieplik zeigen, dass Aggregatibacter actinomycetemcomitans, ein Leitkeim bei aggressiven Parodontitisformen und schweren Infektionen des Zahnfleisches, in planktonischer Form allein durch Belichtung mit blauem Licht inaktiviert werden kann. Diese Empfindlichkeit gegenüber blauem Licht führte Dr. Cieplik auf die in dem Bakterium endogen vorhandenen Flavine und Porphyrine zurück, welche als Photosensibilisatoren agieren.

Hohe Relevanz für den klinischen Einsatz

Die Erkenntnisse, die Dr. Cieplik durch seine Forschungsarbeit gewonnen hat, weisen eine hohe Relevanz für den klinischen Einsatz auf. „Mittels der antimikrobiellen photodynamischen Therapie können sowohl mit einem exogen zugeführten als auch mit endogen vorhandenen Photosensibilisatoren Bakterien effizient inaktiviert werden. Obwohl die Versuche bislang noch außerhalb des Organismus stattfanden, sind diese Ansätze zur antimikrobiellen photodynamischen Therapie aufgrund der Effektivität aber äußerst erfolgsversprechend und können nun für den Einsatz am Menschen weiterentwickelt werden“, erläutert Dr. Cieplik.

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