Mit Sicherheit gut versichert – Mit der maßgeschneiderten Absicherung entspannt die Zukunft gestalten

Dr. Gabriele Bengel (Foto: Bengel)

Gabriele Bengel (Foto: Bengel)

Der Markt bietet eine Fülle von Produkten für die Absicherung gegen alle möglichen Gefahren des Alltags. Doch welche Absicherung passt am besten zu Ihnen? Machen Sie sich erst Gedanken über Ihre Risikobereitschaft, Ihre Wünsche und Ziele und über Ihre finanzielle Lage, bevor Sie Verträge abschließen. Das lohnt sich auf alle Fälle.

Anamnese und Befund
In Ihrem beruflichen Alltag ist es für Sie selbstverständlich, für jeden Patienten die Anamnese zu erfragen und den Befund zu erheben, bevor Sie einen Behandlungsplan machen. Im Grunde genommen ist dieselbe Vorgehensweise erforderlich, wenn es um Ihre eigene Absicherung geht. Bevor Sie sich irgendwelche Produkte verkaufen lassen, fragen Sie sich zuerst, wie ausgeprägt Ihre Risikobereitschaft ist. Brauchen Sie eine größtmögliche Absicherung gegen alle möglichen Gefahren des Alltags, damit Sie sich sicher fühlen? Gibt es Risiken, die Sie selbst tragen können und wollen? Welchen Schadenumfang können Sie finanziell verkraften? Welche Schadenereignisse fürchten Sie am meisten?
Da sich alle Versorgungsprodukte in drei Bereiche aufteilen lassen, ist es hilfreich, wenn Sie Ihre Fragen auf diese drei Bereiche beziehen:

  • Welche Risiken können mir Arbeitskraft und Einkommen nehmen? Und wie geht es dann mir und meiner Familie?
  • Welche Risiken können mein Vermögen aufzehren und mich und meine Familie finanziell ruinieren?
  • Welche Risiken können zur Vernichtung meiner Sachwerte führen und wie könnte ich sie ersetzen?

Wenn Sie Klarheit über Ihre Risikobereitschaft in diesen Bereichen gewonnen haben, dann prüfen Sie, welche Absicherung Sie bereits haben. Vielleicht finden Sie Versicherungsverträge, die Sie jetzt für überflüssig halten. Vielleicht entdecken Sie auch Versorgungslücken, die schleunigst zu schließen sind.

Oberste Priorität: Einkommen sichern
Sofern Sie nicht über ein umfangreiches Vermögen verfügen, das Ihnen auch als „Privatier“ ein sorgenfreies Leben ermöglicht, ist das Wichtigste für Sie: Einkommen sichern für den Fall, dass Sie vorübergehend oder dauerhaft arbeitsunfähig sind. Damit Sie im Krankheitsfall nicht auch noch finanzielle Probleme plagen oder Ihre Familie sich einschränken muss, brauchen Sie eine Krankentagegeldversicherung und eine ausreichende und umfassende Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Achten Sie in diesem Fall besonders auf die Qualität der Produkte und nicht primär auf den Preis. Die BU sollte Ihnen bei einer 50-prozentigen Berufsunfähigkeit eine monatliche Rente zahlen und sie von der weiteren Beitragszahlung freistellen. Außerdem ist wichtig, dass Sie der Versicherer nicht auf eine andere Tätigkeit verweisen darf.

Die Höhe der BU-Rente wählen Sie entsprechend Ihrem bisherigen Einkommen. Für Zusatzaufwendungen, die durch Krankheit oder Unfall entstehen – zum Beispiel Umbau der Wohnung und Spezialfahrzeug im Falle einer Querschnittslähmung – ist die sogenannte Dread-disease-Versicherung wichtig. Sie zahlt Ihnen die vereinbarte Versicherungssumme im Falle von schweren Erkrankungen aus. Welche schweren Erkrankungen beinhaltet sind, wird in den Versicherungsbedingungen genau beschrieben. Die ausgezahlte Summe können Sie frei verwenden. Es ist eine große Hilfe, wenn Sie in schwierigen Zeiten ein finanzielles Polster haben.
Ein ausreichendes Einkommen ist auch im Alter wichtig. Je früher Sie beginnen, sich eine Altersversorgung aufzubauen, desto günstiger ist es für Sie. Nutzen Sie auch die staatlich geförderten Produkte: Basisrente und betriebliche Altersversorgung.

Tipp für Zahnärztinnen
Achten Sie bei der Absicherung Ihrer Arbeitskraft und Ihres Einkommens ganz besonders auf flexible Produkte, die gut angepasst werden können, wenn Sie eines Tages Familienpause machen oder vorübergehend in Teilzeit arbeiten wollen.

Einkommensausfall durch Sachschäden
Nicht nur eine Arbeitsunfähigkeit kann zu Einkommensausfall führen. Auch ein Brand, ein Rohrbruch oder eine Überschwemmung können dazu führen, dass Sie Ihre Praxis vorübergehend schließen müssen. Die laufenden Kosten – insbesondere Gehälter – fallen jedoch weiter an. Damit Sie den Ausfall nicht aus Ihrem Vermögen decken müssen, benötigen Sie eine umfassende Praxisausfallversicherung.

Vermögen schützen
Ein ganz besonders wichtiger Vermögensschutz ist die Berufshaftpflichtversicherung. Sie darf auf gar keinen Fall fehlen und muss eine ausreichend hohe Deckungssumme für Personen- und Sachschäden haben. Achten Sie auch hier auf die Qualität des Produkts und treffen Sie Ihre Wahl nicht ausschließlich nach dem Preis.
Bei der Durchsetzung von rechtlichen Interessen hilft eine Rechtsschutzversicherung, die den Vertragsrechtschutz umfassen sollte. Außerdem gibt es spezielle Zusatzbausteine für den Strafrechtsschutz für Zahnärzte. Und falls Sie das Risiko, von der kassenzahnärztlichen Vereinigung oder einer gesetzlichen Krankenkasse regresspflichtig gemacht zu werden, absichern wollen, brauchen Sie eine spezielle Ärzte-Regress-Versicherung.

Sachwerte angemessen versichern
Wenn Sie eine Finanzierung brauchen, dann wird die Bank Sie automatisch auf diese Absicherung ansprechen. Zumindest einen Schutz gegen Feuer verlangen die Banken üblicherweise. Darüber hinaus können Sie den Inhalt Ihrer Praxis gegen die Risiken Einbruchdiebstahl und Vandalismus, Leitungswasser, Sturm und Elementarschäden versichern. Falls Sie Ihre Praxis im eigenen Gebäude haben, dann ist auch für das Gebäude die entsprechende Vorsorge zu treffen.
Eine Elektronikversicherung deckt alle an Medizin- und Bürotechnik entstandenen Schäden durch zum Beispiel Kurzschluss, höhere Gewalt und Elementarschäden ab. Achten Sie darauf, dass eine Elektronikversicherung mit der Praxisinhaltsversicherung abgestimmt wird, damit Sie keine Doppelversicherung haben und mehrfach Beiträge für denselben Schutz zahlen. Oftmals bieten Versicherer sogenannte Multi-Risk-Policen oder spezielle Pauschaldeklarationen für Zahnarztpraxen an. Lassen Sie sich genau erklären, welche Risiken in diesen „Komplett-Paketen“ abgesichert sind, damit Sie keine überflüssigen Absicherungen haben.

Fazit
Sie haben vielfältige Möglichkeiten, sich Ihren Wünschen, Zielen und Bedürfnissen entsprechend abzusichern. Klären Sie erst für sich selbst, was Ihnen wirklich wichtig ist, bevor Sie sich über Produkte beraten lassen und vorschnell Verträge abschließen. Einen kompetenten und seriösen Versicherungsvermittler erkennen Sie unter anderem auch daran, wie detailliert er nach Ihrer Risikobereitschaft und Ihren Bedürfnissen fragt.
Gabriele Bengel, Hamburg

Zu unserer Autorin
Von der Auszubildenden bis zum Vorstand – diese Laufbahn ist Gabriele Bengel in der Versicherungsbranche gelungen. Bereits während ihres BWL-Studiums hat sie sich auf das Versicherungswesen konzentriert und die Materie von der Pike auf gelernt. Sie kennt Produkte und deren Besonderheiten ebenso wie Vertragsgestaltung und Leistungsbearbeitung. Bengel ist Geschäftsführerin bei To:dent.ta GmbH (Hamburg) und erarbeitet unter anderem für Zahnärztinnen und Zahnärzte und deren Personal individuelle Versorgungskonzepte. Die bedarfsgerechte Absicherung von Arbeitskraft, Einkommen, Gesundheit, Alter und Pflege liegt ihr besonders am Herzen. Außerdem berät sie gesetzlich Versicherte, die ihre Absicherung erweitern wollen. Sie hält Vorträge bei Patientenveranstaltungen sowie für Zahnärztinnen, Zahnärzte und Dentallabore. Für Fragen steht sie gerne zur Verfügung.
Kontakt: gabriele.bengel@todentta.de

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