Versteckte Mineralien in Lebensmitteln

Ob in Cola, Sahne, Kaugummi oder Beikost für Kleinkinder – Minerale verstecken sich überall. Aufschluss darüber gibt nun die Mineralogische Sammlung der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) im Rahmen der neuen Sonderausstellung „Alles was wir essen – versteckte Minerale“. Die Ausstellung ist vom 7. Mai bis 25. Oktober in der Mineralogischen Sammlung in der Sellierstraße 6 zu sehen.

Dieser Bergkristall ist nur eines der vielen Minerale, die in der neuen Sonderausstellung in der Mineralogischen Sammlung der Universität Jena zu sehen sind. Foto: Jan-Peter Kasper/FSU

Dieser Bergkristall ist nur eines der vielen Minerale, die in der neuen Sonderausstellung in der Mineralogischen Sammlung der Universität Jena zu sehen sind.
Foto: Jan-Peter Kasper/FSU

Bei den meisten Familien in Deutschland steht einmal wöchentlich der Großeinkauf auf dem Plan. Im Einkaufswagen landen dann neben Obst, Gemüse, Fleisch- und Milchprodukten ganz versteckt und unbemerkt auch jede Menge Minerale. Dass sich unter den auf der Verpackung aufgelisteten Zusatzstoffen auch die sogenannten E-Nummern befinden, ist den meisten Verbraucherinnen und Verbrauchern bekannt. Die Wenigsten wissen jedoch, dass sich in diesen Zusatz- und Ergänzungsstoffen zum Teil viele unterschiedliche Minerale finden lassen.

Ein echter „Klassiker“ unter jenen Mineralen ist Calcit, aus dem das Calciumcarbonat (E 170) hergestellt wird. Calcit ist ein natürlich gebildetes Mineral und so rein, dass es ohne Bedenken gegessen werden kann. Verwendet wird es vor allem dort, wo glatte Oberflächen üblich sind, etwa bei Tabletten oder Kaugummis. Außerdem kann Calcit als Trennmittel bei geriebenem Käse und als Säureregulator in der Wein- und Mostherstellung genutzt werden. Rund um Jena ist dieses Mineral an vielen Orten zu finden, weiß die Kustodin Dr. Birgit Kreher-Hartmann: „Calcit taucht als Hauptmineral im Muschelkalk und auch im Travertin eigentlich überall oberhalb der Saale auf.“

Gold wird in der Herstellung von Lebensmitteln zum Beispiel beim Verzieren von Pralinen genutzt. Foto: Jan-Peter Kasper/FSU

Gold wird in der Herstellung von Lebensmitteln zum Beispiel beim Verzieren von Pralinen genutzt. Foto: Jan-Peter Kasper/FSU

Ihre verlockend bunte Farbe erhalten Süßigkeiten hingegen oft von den auf Verpackungen unter E 172 geführten Eisenoxiden und Eisenhydroxiden. Sie können aus Umbra, Ocker oder Hämatit gewonnen werden und färben Lebensmittel gelb, rot und schwarz.
Ein Beispiel für Minerale, die wir über Lebensmittel aufnehmen, die jedoch auch in unserem Körper auftauchen, nämlich in Knochen und Zähnen, ist Calciumphosphat. Es stabilisiert den Säuregrad von Lebensmitteln und dient als Trennmittel, dass unter anderem bei Erfrischungsgetränken und Sahneerzeugnissen verwendet wird.

Natürlich dürfen bei den nach ihren jeweiligen Gruppen ausgestellten Exponaten die Salze nicht fehlen. Neben dem im Hausgebrauch üblichen Natriumchlorid werden noch andere Salze zur Haltbarmachung und Würze von Nahrungsmitteln verwendet. Da die Mineralogische Sammlung über ein sehr umfangreiches Salzdepot verfügt, wird die Ausstellung einen weiten Überblick, über die in Lebensmitteln auftauchenden Salze bieten. Aus dem eigenen Bestand stammen auch alle anderen insgesamt 350 Exponate. Ihnen beigelegt werden erklärende Texte und Beispiele aus der Lebensmittelindustrie.

Geöffnet ist die Mineralogische Sammlung montags und donnerstags von 13 bis 17 Uhr, sowie sonntags nach Vorankündigung 13 bis 17 Uhr. Für Führungen können überdies Sonderöffnungszeiten angemeldet werden. Der Eintritt ist frei.

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