Medizinstudenten übersetzen Befunde für Patienten

Querdenker-Preis für Webplattform „Was hab ich?“

Nie wieder über einen medizinischen Befund grübeln – auf der Webplattform „Was hab ich“ geben Medizinstudenten und Ärzte Aufschluss. Foto: Fotolia/Antonio Gravante

Nie wieder über einen medizinischen Befund grübeln – auf der Webplattform „Was hab ich“ geben Medizinstudenten und Ärzte Aufschluss. Foto: Fotolia/Antonio Gravante


Wer angesichts unverständlicher medizinischer Fachbegriffe und Diagnoseschlüssel noch offene Fragen über die eigene Gesundheit hat, findet auf der Internetplattform der „Was hab ich?“ gGmbH Hilfe. Dort können Patienten kostenlos Befunde einsenden – Medizinstudenten ab dem 8. Semester und Ärzte übersetzen diese in eine allgemeinverständliche Sprache. Beim 122. Internistenkongress zeichnete Kongresspräsident Gerd Hasenfuß die Plattform mit dem von der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM) neu geschaffenen Querdenker-Preis aus. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

Schon mehr als 26.000 medizinische Befunde haben Medizinstudenten in ehrenamtlicher Arbeit für Patienten in gut verständliche Sprache übersetzt. „Es ist nach wie vor ein Problem, dass Informationen vom Arzt beim Patienten nicht immer ankommen“, sagt Professor Hasenfuß, der die Klinik für Kardiologie und Pneumologie an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) leitet. Zurück blieben nicht selten verunsicherte Patienten. Die Internetplattform fängt diese Patienten auf und bietet im Gegensatz zum Laienwissen in zahlreichen Foren die Möglichkeit, mit fachkundiger Unterstützung Fachtermini und Diagnoseschlüssel zu verstehen. Das gemeinnützige Projekt habe den Preis erhalten, weil es ein niederschwelliges digitales Angebot sei, dass das Arzt-Patienten-Verhältnis nachhaltig verbessere, so Professor Dr. med. Dr h.c. Ulrich R. Fölsch. Damit trage die Plattform dazu bei, dem Patienten Informationen an die Hand zu geben, mit denen sie auf Augenhöhe mit ihrem Arzt sprechen und eine gemeinsame Entscheidung über mögliche weitere Behandlungen treffen können, so der DGIM-Generalsekretär.

Mit dem Querdenker-Preis würdigt die DGIM kreative und innovativ denkende Personen, Organisationen oder Firmen, die mit ihren Ideen das Gesundheitswesen zukunftsweisend bereichern und befruchten, insbesondere im Bereich der digitalen Medizin. Das Preisgeld wird von der Firma Custo Med gestiftet. Künftig können sich Personen, Organisationen oder Firmen mit innovativen und kreativen Projekten – vorzugsweise aus der digitalen Medizin – direkt bei der DGIM für den Preis bewerben.

 

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