Kick-Start oder Staffelübergabe? Dem Einstieg ins Berufsleben ein solides Fundament verleihen

Ob Gründung oder Übernahme: Der Weg … (Foto: KoelnMesse)

Ob Gründung oder Übernahme: Der Weg … (Foto: KoelnMesse)

Am Anfang steht die Entscheidung zwischen Neugründung oder Übernahme einer bestehenden Praxis. Eine Übernahme oder der Einstieg in eine Gemeinschaftspraxis lässt sich einfacher planen und unterliegt einem geringeren wirtschaftlichen Risiko. Dank des bestehenden Patientenstamms kann die Arbeit sofort beginnen. Eine Neugründung ist mit erheblich umfangreicherer Organisation, Planung und natürlich auch Investitionen verbunden. Beide Alternativen erfordern unternehmerisches Denken.

Wer neu gründet, sollte vorher eine gründliche ökonomische Analyse des Standorts vornehmen. Praxiskonzept und Zielgruppe müssen mit der Patientenstruktur und der Wettbewerbssituation vereinbar sein. Nicht zuletzt sind ein gewisser finanzieller Puffer beziehungsweise Rücklagen von Vorteil. Hilfreich ist auch eine Beratung mit einem nahe gelegenen Dentaldepot, nicht nur im Hinblick auf die technische Ausrüstung. Depots kennen die Situation vor Ort meistens recht gut und wissen mit ihrer Erfahrung, was benötigt wird.

Die Technik – „Investition jetzt“ spart langfristig Kosten

… zur erfolgreichen Praxis führt … Foto: KoelnMesse)

… zur erfolgreichen Praxis führt … Foto: KoelnMesse)

Bei einer Praxisübernahme stellt sich immer die Frage nach der Zukunftstauglichkeit der technischen Ausrüstung. Systeme, die reibungslos funktionieren, können meistens noch einige Jahre produktiv genutzt werden. Ob sie aber – gemessen am Stand der Technik – noch längere Zeit effizientes Arbeiten ermöglichen, ist eine Frage, der man sich stellen muss. Dabei spielt auch die längerfristige Ausrichtung eine Rolle, das heißt, Spezialisierung auf Bereiche wie chirurgische Arbeiten, ästhetischer Zahnersatz usw. Insbesondere bei Neugründungen werden solche Festlegungen die Wahl der passenden Ausrüstung entscheidend beeinflussen. Selbst die Öffnungszeiten – herkömmlich, oder stärker auf berufstätige Patienten abgestimmt, im Schichtbetrieb oder auch nur halbtags – müssen berücksichtigt werden.

… über die Internationale Dental-Schau … (Foto: KoelnMesse)

… über die Internationale Dental-Schau … (Foto: KoelnMesse)

Von zentraler Bedeutung, im wahrsten Sinne des Wortes, ist die Sauganlage. Schließlich wird sie bei praktisch jeder Behandlung benötigt und läuft in aller Regel im Dauerbetrieb. Robustheit und Zuverlässigkeit sind ebenso wichtig wie minimaler Wartungsaufwand. Bei einer vorhandenen Anlage, die bereits seit vielen Jahren ihren Dienst versieht, kommt allerdings ein weiteres Argument ins Spiel: die Energie. Insbesondere die neueste Generation dieser Systeme benötigt für die gleiche Leistung deutlich weniger Energie und bringt damit einen unübersehbaren Kostenvorteil mit sich.

… in Köln … (Foto: KoelnMesse)

… in Köln … (Foto: KoelnMesse)

Ähnlich verhält es sich mit dem Kompressor. Neuere Anlagen arbeiten nicht nur effizienter und somit sparsamer. Sie sind zudem sehr viel kompakter gebaut als ältere Modelle und können infolgedessen meistens flexibler eingesetzt werden. Im günstigsten Fall wird durch einen Austausch ein zusätzlicher Raum frei, der bis dato nur dem Kompressor und eventuell weiterer Technik vorbehalten war. Damit kann auch eine mögliche anfänglich zu knappe Platzkalkulation korrigiert werden, wenn dann doch noch ein weiterer Kollege hinzukommt oder beispielsweise ein zusätzliches Prophylaxezimmer benötigt wird. Oft reicht in solchen Fällen die vorhandene Druckluftkapazität ohnehin nicht mehr aus und es muss leistungsfähigeres Gerät angeschafft werden.

Bei einer Praxisneugründung sollte deshalb der Platz nicht zu knapp kalkuliert werden. Gut, wenn man dann gleich am Anfang einen Kompressor ausgewählt hat, der unproblematisch erweitert werden kann. Die Industrie, speziell führende Hersteller mit langjähriger Erfahrung, bieten hierfür verschiedene Modelle an. Auch wenn es verlockend sein mag: An einem Kompressor sollte nicht gespart werden, denn mit ihm steht und fällt der gesamte Betrieb.

Diagnostik – mit dem dritten Auge und in der dritten Dimension
Generell sind die neuesten Anlagen oft wesentlich kompakter als die dreißig oder mehr Jahre alte Vorgängertechnik, bei gleicher oder sogar besserer Leistungsfähigkeit. Dies gilt auch für die Röntgendiagnostik. Viele betagtere Anlagen funktionieren einwandfrei auch nach mehreren Jahrzehnten und müssen nicht notwendigerweise ersetzt werden. Inzwischen jedoch hat sich die digitale Diagnostik durchgesetzt, mit der sich bedeutend effizienter und komfortabler arbeiten lässt. Investitionen in diese Technik sind bei einer Praxisübernahme auf jeden Fall gut angelegt. Schon die damit einhergehenden Vernetzungsmöglichkeiten – auch mit Kollegen und Kliniken – sparen enorm viel Zeit und führen zu einem reibungsärmeren Arbeitsfluss.

Digitale Röntgendiagnostik arbeitet entweder mit Sensoren oder mit Speicherfolien. Während Sensoren das Bild etwas schneller zur Verfügung stellen, müssen Speicherfolien nach der Belichtung noch ausgelesen werden. Andererseits sind Sensoren dicker, und manche Patienten empfinden sie daher als unangenehm. Speicherfolien dagegen sind dünn und flexibel und können den jeweiligen Zahn- oder Gebissgegebenheiten leichter angepasst werden.

Dreidimensionale Röntgen immer wichtiger

… damit die wichtigsten Entscheidungen im Vorfeld auf einem guten Fundament getroffen werden – wenn der Praxisalltag später optimal funktioniert. (Foto: KoelnMesse)

… damit die wichtigsten Entscheidungen im Vorfeld auf einem guten Fundament getroffen werden – wenn der Praxisalltag später optimal funktioniert. (Foto: KoelnMesse)

Eine zunehmende Rolle spielt das dreidimensionale Röntgen. Bei komplexeren implantologischen Behandlungen ist es heute oft schon Standard. Diese Entwicklung setzt sich nun verstärkt auch in anderen Spezialdisziplinen durch, so etwa in der Endodontie. Oftmals ermöglicht es beispielsweise das Erfassen und den Nachweis zusätzlicher Wurzelkanäle sowie die Verifizierung diskreter apikaler Aufhellungen.

Für die Aufbereitung bedarf es immer weniger Feilen; dasselbe gilt für die Anlegung des Gleitpfads. Das spart Zeit, die bei der sorgfältigen Spülung gut in höhere Erfolgssicherheit investiert werden kann. In Einzelfällen lassen sich sogar entzündete Zähne mit starkem Lockerungsgrad erhalten, indem man sie endodontisch behandelt und zusätzlich durch kleine Transplantate stabilisiert.

Auch zum sicheren Erfassen von Approximalkaries empfiehlt sich oft eine Röntgenaufnahme. Beim Erkennen von Karies auf Glattflächen und in Fissuren bieten Fluoreszenzkameras wertvolle zusätzliche Informationen. Es gibt zum Beispiel viele natürliche anatomische Fissurengestaltungen, bei denen eine exakte Diagnose mit bloßem Auge schwerfällt. Fluoreszenzkameras liefern in solchen Fällen sehr anschauliche Bilder – sozusagen als drittes Auge. Man kann mit guten Geräten einen ganzen Kariesstatus so schnell erstellen wie beim Durchgang mit dem Spiegel. Er kann dazu digital und patientenbezogen abgespeichert werden und die Entwicklung über längere Zeiträume hinweg darstellen. Nicht unterschätzen sollte man dabei, dass nichts für den Patienten anschaulicher ist als eine mit den entsprechenden Bildern dokumentierte Kariesdiagnose. Medizinisch gesehen können Fluoreszenzsysteme in letzter Konsequenz sogar eine minimal-invasive Kariesentfernung erleichtern („FACE – fluorescence aided caries excavation“).

Praxishygiene – eine Kernkompetenz des Teams
Von Hightech in die vermeintliche Routine: Das Adjektiv deutet es schon an. Praxishygiene ist durchaus keine reine Routineangelegenheit. Dazu muss man nicht einmal an Ebola, multiresistente Keime und ähnlich schlagzeilenträchtige Stichworte denken. Ein durchdachtes Hygienemanagement hilft, Zeit und Kosten einzusparen, und gibt dem Team ein berechtigtes Gefühl der Sicherheit. Eine gute Hilfestellung dafür bietet der von der Bundeszahnärztekammer und dem Deutschen Arbeitskreis Hygiene in der Zahnarztpraxis (DAHZ) erstellte Musterhygieneplan.

Routinen überdenken und aktualisieren
Um den erfolgreichen Betrieb sicherzustellen, versteht es sich von selbst, einem „inneren“ Qualitätsmanagement zu folgen und beispielsweise nach den Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses alle Prozesse zusammenfassend zu dokumentieren. Dahinter steckt ein immenser Aufwand – aber auch die Chance, gewohnte Routinen neu zu überdenken und gegebenenfalls zu aktualisieren.

Dabei helfen vielfältige Angebote der Kammern, der KZVen oder auch von externen Anbietern, wie Unternehmen der Dentalindustrie. Ebenso selbstverständlich beinhaltet ein Qualitätsmanagement-System auch die Definition von Schnittstellen zu Ärzten anderer Fakultäten. Welche Konzepte am besten zur seiner Praxis oder zu seinem Labor passen, wird jeder Zahnarzt beziehungsweise Laborinhaber individuell entscheiden. Ein sehr umfangreiches Informationsangebot dazu gibt es zum Beispiel auf der Internationalen Dental-Schau in Köln (IDS) vom 10. bis zum 14. März 2015.

Auch Hygiene ist einer der Schwerpunkte der IDS. Für die Praxis bieten führende Hersteller komplette Hygienesysteme an, bei denen alle Mittel aufeinander abgestimmt sind und alle Einsatzbereiche lückenlos abgedeckt werden. Dazu zählen auch umfangreiche Unterstützungsmöglichkeiten durch intelligente Praxis-Software – womit die Praxishygiene auf jeden Fall in den Bereich digitaler Hightech hineingewachsen ist. Komfortabler und sicherer lässt sich konsequente Praxishygiene nicht gewährleisten.

Christian_Ehrensberger

Dr. Christian Ehrensberger (Foto: privat)

Fazit: Auf nach Köln!
Wer eine Praxis neu gründet oder übernimmt, sollte bei seinen vorausgehenden Planungen außer finanziellen und ökonomischen Überlegungen auch die längerfristige Entwicklung im Blick haben. Dazu gehören vor allem auch die Perspektiven der Dentaltechnik wie zunehmende Digitalisierung und Vernetzung. Die Dentalindustrie bietet dazu zahlreiche Hilfen und Anregungen, die auf der 36. IDS in Köln in einer Fülle vorgestellt werden, wie man sie an keinem anderen Ort der Welt findet. Vielfältige Informationen zu allen Fragen der Existenzgründung oder Praxisübernahme erhält man auch beim Institut der deutschen Zahnärzte IDZ in Köln und beim Bundesverband der zahnmedizinischen Alumni in Deutschland, BDZA, die beide regelmäßig auf der IDS vertreten sind.
Dr. Christian Ehrensberger, Frankfurt am Main

Zu unserem Autor:
Dr. Christian Ehrensberger, geboren 1966 in Castrop-Rauxel, arbeitete nach dem Studium zunächst als Chemiker, anschließend als Lokalreporter. Zurzeit lebt er als Fachredakteur in Frankfurt am Main.


Unser IDS-Veranstaltungstipp für Existenzgründer am Donnerstag, 12. März:

Party, PS und Praxispower – YoungStarZone auf der IDS 2015

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Junge Zahnmediziner im Fokus – das ist das Motto von Chance Praxis und iNPUT! am IDS-Donnerstag.

Bei uns dreht sich ab 11 Uhr alles um Studenten, Assistenten und junge Zahnärzte!

Wo?
Am Stand von Chance Praxis und DZW, Halle 11.2, N40/N48/O49.

Programm (Änderungen vorbehalten):
Neben Impulsvorträgen und individuellen Gesprächen mit Experten zu Themen wie Praxisneugründung oder -übernahme, Angestelltenverhältnis, rechtlichen Fallstricken und Teambuilding können Sie sich auch in kleiner Runde mit Kollegen austauschen.

11 Uhr: Gründen – die häufigsten Fehler
12 Uhr: Existenzgründerberatung powered by Pluradent
14 Uhr: Rechtliche Fragen zur Praxisgründung
15 Uhr: „Selbstständigkeit – Ja, bitte!“
Experten diskutieren auf der IDS-Podiumsdiskussion am 12. März 2015 in Köln in der Speaker`s Corner, Halle 3.1Moderation:
Dr. Marion Marschall, Chefredakteurin DZW
Es diskutieren:
Dr. med. dent. Antje Hilger-Rometsch, niedergelassene Zahnärztin in Bad-Honnef und Mutter von zwei Kindern
• Dr. med. dent. Daniel von Lennep, Vorstandsvorsitzender ZA eG, niedergelassener Zahnarzt in Neuss und Vater von drei Kindern
Georg Heßbrügge, Bereichsleiter Gesundheitsmärkte und -politik der Deutschen Apotheker- und Ärztebank eG
Dr. rer. pol. Susanne Woitzik, Dipl.-Kauffrau, Expertin für betriebswirtschaftliche PraxisführungEinen ausführlichen Beitrag zu den Inhalten der  Podiumsdiskussion lesen Sie hier.
15 Uhr: Update Schlafmedizin

Was geht sonst noch ab?
Ab 17 Uhr wird unser Stand zur YoungStarZone mit Livemusik, Prosecco to go sowie Currywurst und Kölsch.

Holen Sie sich den Kick und schnuppern Sie Boxenluft:
Gewinnen Sie eine Fahrt in einem PS-starken Sportwagen aus Zuffenhausen.

Einfach Ticket hier unten ausdrucken, bei uns in der YoungStarZone gegen eine trendy OP-Haube tauschen, dort cooles Selfie machen – und Sie sind dabei! Außerdem gibt’s angesagte Konzertkarten und weitere tolle Preise.

CU am 12. März 2015 in Köln!

Hier das Ticket herunterladen und ausdrucken:

Mein Youngstarzone-Ticket


 

 

 

 

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