Die Lehre in der Zahnmedizin weiterentwickeln

Die Studien- und Lehrinhalte in der Zahnmedizin sollen weiterentwickelt werden. (© fotolia/zinkevych)

Die Studien- und Lehrinhalte in der Zahnmedizin sollen weiterentwickelt werden. (© fotolia/zinkevych)

Lehrende, Wissenschaftler und Studierende aus Zahn-, Human- und Veterinärmedizin kommen vom 30. September bis zum 2. Oktober in Leipzig zusammen, um über die Zukunft von Lehre und Ausbildung zu diskutieren. Das steht auf der Agenda.

Nach Hamburg im vergangenen Jahr findet die Jahrestagung der Gesellschaft für medizinische Ausbildung (GMA) in diesem Jahr erstmals in Leipzig und auch erstmals zusammen mit dem Arbeitskreis zur Weiterentwicklung der Lehre in der Zahnmedizin (AKWLZ) statt. Dazu erwartet die Universität Leipzig vom 30. September bis 2. Oktober 2015 rund 700 Teilnehmer aus dem deutschsprachigen Raum, die sich mit human-, zahn- und veterinärmedizinischer Ausbildung beschäftigen, darunter Studierende und Fakultätsvertreter ebenso wie Gesundheitsberufe. Unter dem Kongressmotto „Kompetenzen ausbilden im Spannungsfeld der Ökonomie“ finden Vorträge und Workshops sowie eine große Fachposterausstellung statt.

Weiterentwicklung von Studien- und Ausbildungsgängen

Während der Gemeinschaftstagung kommen Lehrende, Wissenschaftler und Studierende aus Zahn-, Human- und Veterinärmedizin zusammen, um über die Zukunft von Lehre und Ausbildung zu diskutieren. Die Forschung in diesem Bereich und innovative Lehrprojekte sind ein wichtiger Motor für die ständige Weiterentwicklung von Studien- und Ausbildungsgängen. Mit welchen Lerninhalten und -methoden medizinische Ausbildungsziele am besten zu erreichen sind und wie Mittel effizient einzusetzen sind, greift die diesjährige Tagung in Leipzig auf.

Kontroverse Debatte über zunehmende Ökonomisierung

„Mit der Entwicklung der im Juni 2015 verabschiedeten, kompetenzbasierten Lernzielkataloge in der Medizin und Zahnmedizin wurde eine breite und grundsätzliche Diskussion zu unseren Ausbildungszielen geführt“, erläutert Tagungspräsident Prof. Dr. Rainer Haak von der Leipziger Universitätszahnmedizin die hochaktuelle Tagungsthematik. „Beim Kongress werden wir die Gespräche darüber fortsetzen, ob die Zielsetzungen für eine gute Ausbildung mit den Möglichkeiten der Universitätsstandorte überhaupt realisierbar sind. Denn die Ökonomisierung macht auch vor der Lehre nicht halt. Im Ausbildungsalltag ist ein immer schwierigerer Spagat zwischen limitierten Ressourcen und Ausbildungsanspruch zu meistern.“

Künftig nimmt die ärztliche Gesprächsführung einen zentralen Stellenwert im Medizinstudium ein

Das sieht auch der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, so: „Im Rahmen des Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalogs Medizin nimmt die ärztliche Gesprächsführung künftig einen zentralen Stellenwert im Medizinstudium ein, beispielsweise mit Blick auf Kultursensibilität oder Sprachbarrieren. Hohe Arbeitsbelastung, falsche ökonomische Anreize sowie unnötige Bürokratie erschweren jedoch mehr und mehr das Patienten-Arzt-Gespräch.“

Ausbildungsmethoden zwischen Theorie und Praxis

Welche neuen Wege lassen sich finden, um trotz knapper wirtschaftlicher Rahmenbedingungen eine zukunftsfähige Ausbildung für ein funktionierendes Gesundheitssystem zu gewährleisten? Wie können Studierende zu kritischem wissenschaftlichem Denken und Handeln angeregt werden? Und wie können wissenschaftliche Karrieren und Forschungsbegeisterung gefördert werden? – Die GMA-Jahrestagung bietet ein Forum, um sich mit derartigen Fragen der Ausbildungsforschung über Fach- und Professionsgrenzen hinweg zu beschäftigen.

Multimediale Installation ermöglicht Einblicke in den menschlichen Körper

Unter den gut 20 Ausstellern zu Medizindidaktik findet sich im Hörsaalgebäude auch der „Anatomie Spiegel“, eine multimediale Installation von der Burg Giebichenstein, die Einblicke in den menschlichen Körper ermöglicht. Die Anwendung ist eine digitale Lehrtafel und bietet grundlegende Informationen über Namen, Positionen und Proportion zu allen Organen sowie die wichtigsten Muskeln und Gefäßen. Die Robert-Bosch-Stiftung hat das Projekt durch ihre Förderung ermöglicht.

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